Politik | 15.12.2017, 16:13 Uhr

Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“

Positive Bilanz gezogen

Dr. Christoph Thilmann und Josef Helf informierten über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins im Jahr 2017.privat
206

Weißenthurm. Bei ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung konnte der Vorstand der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“ im Rahmen des Jahresberichtes wie in den Jahren zuvor erneut eine positive Bilanz ziehen.

In seiner Begrüßung dankte der Vorsitzende Rolf Papen den Mitgliedern für ihre Teilnahme und ihr unermüdliches und beispielhaftes Engagement für die Bahnanwohner und die Region. Erfreut zeigte er sich nicht nur über die große Teilnehmerzahl, sondern auch über die Teilnahme von Bürgermeister Georg Hollmann und dessen motivierendes Grußwort sowie von Stadtbürgermeister Gerd Heim, der durch wertvolle Anregungen die Versammlung bereicherte. Großen Beifall erhielt auch Thomas Przybylla, der es sich trotz der tags darauf stattfindenden Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Weißenthurm nicht nehmen ließ, der Mitgliederversammlung beizuwohnen.

Gedenken an Gabriele Schmalenbach

Mit einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der verstorbenen Gabriele Schmalenbach, die als Vereinsmitglied die Bürgerinitiative in vorbildlicher Weise von Anfang an tatkräftig unterstützt hat.

Bürgermeister Georg Hollmann, der bisher an allen Mitgliederversammlungen der Weißenthurmer Bürgerinitiative teilgenommen hat, lobte in seinem Grußwort deren vielfältige Aktivitäten und das große Engagement der Mitglieder und stellte dabei fest: „Unsere Bürgerinitiative schaut nun bereits auf fünf Jahre ihres Bestehens und damit auf fünf Jahre beispielhaften ehrenamtlichen Einsatzes zurück.“ In dieser Zeit habe sich die Bürgerinitiative im Engagement zum Schutz der unter unerträglichem Bahnlärm leidenden Menschen, aber auch zum Schutz der Natur und Umwelt in der Region, Achtung und Anerkennung weit über die Grenzen der Verbandsgemeinde Weißenthurm hinaus erworben.

Die Mitglieder des Deutschen Bundestages Tabea Rößner und Josef Oster hatten jeweils ein schriftliches Grußwort übermittelt, in dem Tabea Rößner feststellte, Herr Papen spreche über den Verein von einer „verschworenen, tollen Gemeinschaft“. Sie sei stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein, und hoffe, baldmöglichst wieder Gast sein zu dürfen.

Josef Oster hob in seinem Grußwort hervor, die Politik habe auf den Druck der Bürgerinitiativen reagiert und den Weg hin zu Maßnahmen zur spürbaren Lärmreduzierung beschritten. Dies sei ganz wesentlich ein Erfolg von „WIR gegen den Bahnlärm in der VG Weißenthurm“ und den anderen Bürgerinitiativen entlang des Rheins und der Mosel.

Zu Beginn des Jahresrückblicks bezeichnete Rolf Papen die Verabschiedung des „Gesetzes zum Verbot des Betriebs lauter Güterwagen“ ab 2020 durch den Bundestag und den Bundesrat im Juli 2017 als einen ganz bedeutenden Meilenstein auf dem Weg hin zu weniger Bahnlärm auch im Mittelrhein- und Moseltal.

Gegen den „Masterplan Schienengüterverkehr 2017“

Gleichzeitig verurteilte er den „Masterplan Schienengüterverkehr 2017“ des Bundesverkehrsministeriums als unverantwortlich, da die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zum Schutz von Menschen, Natur und Umwelt nicht einmal ansatzweise gegeben seien. Dieser Masterplan sieht unter anderem eine Steigerung des Güterzugaufkommens um 40 Prozent und eine Zunahme der Zuglängen von derzeit 600 Meter auf bald 750 und zukünftig sogar auf 1.000 Meter vor – mit dann verhängnisvollen Folgen auch für die Sicherheit des Bahnbetriebes, da bereits heute die Zugfolge der Güterzüge mit einem nur noch dreiminütigen Abstand zum vorausfahrenden Zug und mit bis zu 120 Stundenkilometern zu häufigen massiven Bremsvorgängen führt und sich damit die Gefahr von Zugkollisionen deutlich erhöhen kann.

An besondere Ereignisse erinnert

Josef Helf und Dr. Christoph Thilmann gingen in einem eindrucksvollen PowerPoint-Vortrag neben vielfältigen Tätigkeiten im Vereinsleben wie Durchführung von Vorträgen, Teilnahme an Veranstaltungen, Besprechungen mit kommunalen Vertretern, Abgeordneten oder Vertretern der Bahn auf verschiedene Ereignisse besonders ein, so zum Beispiel auf das große Engagement vieler Vereinsmitglieder auch 2017, so zum Beispiel bei der Beteiligung an der Anti-Bahnlärm-Demonstration am 12. September und an den bereits 58 Dienstags-Demonstrationen in Neuwied. Erwähnt wurde auch der Beitritt der Städte Weißenthurm und Bad Breisig sowie der Ortsgemeinde Brohl-Lützing, nachdem vorab bereits die Verbandsgemeinden Weißenthurm und Bad Breisig sowie die Stadt Andernach Mitglied der Bürgerinitiative geworden waren, sowie der Beitritt der Bundestagsabgeordneten Josef Oster und Erwin Rüddel, die neben den Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner und Detlev Pilger sowie den Landtagsabgeordneten Josef Dötsch, Guido Ernst und Marc Ruland nun ebenfalls Mitglieder der Weißenthurmer Bürgerinitiative sind.

Von Bedeutung war auch die Anerkennung der Bürgerinitiative als Umweltvereinigung durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz sowie die Wahl des Vorstandsmitgliedes Dr. Christoph Thilmann auch in den Vorstand der „Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.“ (BVS). Die Weißenthurmer Bürgerinitiative war im Februar 2017 dieser wichtigen deutschlandweiten Dachorganisation beigetreten, als absehbar wurde, dass durch die Wahl eines neuen Vorstandes zukünftig den Erwartungen an diese bedeutende Organisation, die auch „Anerkannte Umweltvereinigung“ auf Bundesebene ist, vollumfänglich entsprochen werden kann.

In ihrem anschließenden Prüfbericht bestätigten die beiden Kassenprüfer Werner Alt und Roland Jäger dem Kassenführer Hermann Winter auch in diesem Jahr wieder eine einwandfreie Kassenführung ohne eine Beanstandung. Es war dann Stefan Hennrich, der sich als Vereinsmitglied im Namen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit bewegenden Worten für die tolle Arbeit des Vorstandes bedankte.

Engagement konsequent fortsetzen

Zum Schluss der Mitgliederversammlung waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin einig, dass das Engagement für weniger Lärm, Erschütterungen und Feinstaubentwicklung durch den Bahnbetrieb im Mittelrhein- und Moseltal konsequent fortgesetzt werden müsse.

Mit der Festlegung der nächsten Mitgliederversammlung auf den 17. November 2018 endete nach circa zwei Stunden in bester Atmosphäre eine interessante und informative Mitgliederversammlung, zu der Heinz Pretz feststellte: „Der Vorstand hat in überzeugender Weise dargelegt, dass unsere Weißenthurmer Bürgerinitiative auch 2017 in gewohnter Weise äußerst aktiv und sehr erfolgreich war, dass wir auf das gemeinsam Erreichte alle stolz sein dürfen und wir uns zusammen auf einem guten Weg befinden.“

Pressemitteilung der Bürgerinitia-

tive „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm e.V.“

Bürgermeister Georg Hollmann lobte in seiner Ansprache das Engagement der Bürgerinitiative.

Bürgermeister Georg Hollmann lobte in seiner Ansprache das Engagement der Bürgerinitiative.

Dr. Christoph Thilmann und Josef Helf informierten über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins im Jahr 2017. Fotos: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Die Ahrtal-Werke legten dem Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2025 eine Jahresbilanz von 85,4 Millionen Euro vor.  Foto: GS
60

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Ahrtal-Werke um die Geschäftsführung mit Dominik Neswadba und Thomas Hoppenz sind weiter auf gutem Kurs. Daher folgte der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Montagabend dem Aufsichtsrat des kommunalen Energieversorgers und stimmte dem vorgelegten Jahresabschluss 2025 einstimmig zu. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Pascal Rowald, in der Gesellschafterversammlung dem Jahresabschluss der Ahrtal-Werke für das 2025 zuzustimmen und den Aufsichtsrat zu entlasten.

Weiterlesen

Die Einrichtung einer IGS an der Regionalen Schule Brohltal wurde bereits im März vom Kreistag abgelehnt. Jetzt scheiterte auch ein FWG-Antrag auf eine neue neutrale Untersuchung der Schülerzahlen im Kreis Ahrweiler.  Foto: GS
81

Kreis Ahrweiler. Im März hat der Kreistag von Ahrweiler den Antrag der Freien Wähler auf Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) an der Regionalen Schule Brohltal in Niederzissen abgelehnt. Dies unter anderem mit der Begründung des beratenden „biRegio“-Planungsbüros in schulpolitischen Entscheidungen, dass „eine „IGS Niederzissen die IGS Remagen empfindlich tangieren würde“.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

13. Koblenzer Patiententag 2026
Bratapfelsonntag
06-Marktbericht 2026
Anzeige Aktionstage 03.11. - 10.11.26
Titelanzeige
Weitere Artikel
Symbolbild
6161

A61 ab November mit Einschränkungen

Ab dem 09.11.: Einspurige A61 - Fahrzeit einplanen

Sinzig. Die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes plant umfangreiche Gehölzpflegearbeiten auf der A61 zwischen dem Autobahndreieck Sinzig und der Anschlussstelle Niederzissen in Richtung Koblenz/Ludwigshafen.

Weiterlesen

Symbolbild.
0

Astrologische Vorschau für die KW 46: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 9. bis 15. November 2026 - Zwischen neuen Chancen und unerwarteten Herausforderungen

Die zweite Novemberwoche bringt Bewegung in den Alltag der zwölf Sternzeichen. Während sich in manchen Lebensbereichen neue Möglichkeiten eröffnen, können an anderer Stelle Spannungen und kleine Rückschläge für Unruhe sorgen. Besonders in der Liebe sind Offenheit und Geduld gefragt. Auch beruflich gilt es, Chancen zu erkennen, ohne vorschnell Entscheidungen zu treffen. Gesundheitlich rückt die Balance zwischen Aktivität und Erholung stärker in den Mittelpunkt.

Weiterlesen