Politik | 22.10.2019, 10:31 Uhr

Keine Gegenliebe für Vorschlag der SPD

Progressive Kreisumlage würde als ungerecht empfunden werden

Kreis- und Umweltausschuss lehnte den Vorstoß der SPD mehrheitlich ab

Kreis Ahrweiler. Auf wenig Gegenliebe stieß der Antrag der SPD, mit der Einführung einer progressiven Kreisumlage die finanzschwachen Kommunen im Kreis Ahrweiler zu entlasten. Mit deutlicher Mehrheit von CDU, FWG, FDP und AfD lehnte der Kreis- und Umweltausschuss den Antrag ab, lediglich die Sozialdemokraten selbst und die Grünen stimmten dafür. Auch eine ebenfalls geforderte Absenkung der Kreisumlage von derzeit 43,1 auf 41 Prozent wurde abgelehnt, diesmal aber einstimmig bei Enthaltung der beiden Sozialdemokraten. Ab dem kommenden Haushaltsjahr, so der Fraktionsvorsitzende Christoph Schmitt, sollte nach dem Willen der SPD eine progressive Kreisumlage eingeführt werden – mit fünf Progressionsstufen von jeweils zehn Prozent. Die Haushalte der Kommunen seien infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 in eine erhebliche Schieflage geraten, so die Begründung. In den vergangenen Jahren habe sich die finanzielle Situation in vielen Kommunen zwar deutlich gebessert, dennoch gebe es nach wie vor eine Reihe von Gemeinden, die Probleme hätten, ihre Haushalte auszugleichen.

Erhebliche Unterschiede in der Steuerkraft

„Die Unterschiede in der Steuerkraft zwischen den einzelnen Kommunen sind erheblich und könnten in Zukunft weiter ansteigen“, befürchtete Schmitt. Während einige Gewerbegebiete und Unternehmen eine sehr erfolgreiche Entwicklung genommen hätten, gebe es auch Kommunen, die aus topografischen Gründen kein Potential für einen vergleichbaren wirtschaftlichen Erfolg besäßen und somit nur wenig an ihrer Situation ändern könnten. „Eine progressive Kreisumlage ist ein Mittel, um die großen Finanzkraftunterschiede unserer Kommunen im Kreis Ahrweiler abzuschwächen.“ Es sei die Frage, was man als gerecht und solidarisch empfinde, so Schmitt, der aber keine Neiddebatte in Richtung Grafschaft anstoßen wollte. Ein Teil der überdurchschnittlichen Steuerkraft einzelner Kommunen könne demnach in die Finanzierung der Aufgaben des Kreises fließen. Wichtiger aber sei, dass diejenigen Gemeinden entlastet werden könnten, die eine unterdurchschnittliche Steuerkraft hätten, wenn finanzstarke Kommunen einen etwas höheren Beitrag leisten. Vor allem die in argen Finanznöten steckende Stadt Bad Breisig könne sich damit wieder etwas Luft verschaffen. Für diejenigen Gemeinden, die eine über dem Landesdurchschnitt der kreisangehörigen Gemeinden liegende Steuerkraftmesszahl ausweisen könnten, solle daher künftig eine progressive Festsetzung erfolgen.

Sieben Gemeinden müssten mehr bezahlen

Doch diesen Vorschlag lehnte die Kreisverwaltung rundweg ab, wie Landrat Dr. Jürgen Pföhler (CDU) erklärte. Da nur sieben von insgesamt 78 Kommunen zu einem höheren Kreisumlagesatz herangezogen würden, müsse man davon ausgehen, dass dies aus deren Sicht eine Ungleichbehandlung wäre. Es handelt sich dabei um die Gemeinde Grafschaft, die Orte Nürburg, Müllenbach und Meuspath in der Verbandsgemeinde Adenau, sowie Burgbrohl, Kempenich und Niederzissen in der Verbandsgemeinde Brohltal. Diese würden zudem durch eine progressive Kreisumlage noch zusätzlich belastet, obwohl sie durch die Erschließung von Gewerbegebieten ohnehin schon höhere Kosten für die dafür notwendige Infrastruktur zu stemmen hätten. „Andere Gemeinden haben diese Kosten nicht, profitieren dann aber von der progressiven Kreisumlage“, so der Landrat. Selbst wenn die Kreisumlage für das kommende Jahr wie geplant von 43,15 auf 42,05 Prozent gesenkt werde, müsse allein die Grafschaft rund 670.000 Euro mehr als ohnehin schon berappen. Außerdem entstünden in den Gewerbegebieten zahlreiche Arbeitsplätze, die auch von den Einwohnern der umliegenden Gemeinden genutzt würden und sich durch höhere Einkommenssteuern auf deren Haushalt auswirkten. Hinzu komme auch noch, dass die „reichen“ Gemeinden geringere oder gar keine Schlüsselzuweisungen des Landes erhielten und auch nicht von der Förderung aus dem Investitionsstock des Landes profitieren könnten.

JOST

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall Vorsorge
Kokubu - 14.01.27
Heimat aktiv erleben, Kreis AW
Stellenanzeige Bestattungsfachkraft
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Auch beim diesjährigen Knuspermarkt wird das schnucklige Riesenrad wieder ein echter Blickfang sein.
264

Neuwied. Eine Prise Zimt in der Luft, dort ein bisschen Zuckerguss und ganz viel Lebkuchen-Zauber: In der Vorweihnachtszeit wird in der Deichstadt wieder geknuspert. Denn der Knuspermarkt – Neuwieds Weihnachtsmarkt – lockt von Freitag, 20. November, bis Mittwoch, 23. Dezember, wieder auf den Luisenplatz in der Neuwieder Innenstadt. Mit Ausnahme von Totensonntag am 22. November hat der Knuspermarkt täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet.

Weiterlesen

Symbolbild.
1900

Astrologische Vorschau für die KW 45: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 02. bis 08. November 2026 - Zwischen großen Gefühlen und wichtigen Entscheidungen

Der November bringt eine Woche voller Gegensätze: Während sich in der Liebe neue Chancen eröffnen, können im Berufsleben unerwartete Hindernisse für Unruhe sorgen. Zwischen dem Wunsch nach Sicherheit und der Sehnsucht nach Veränderung gilt es, die richtige Balance zu finden. Nicht jede Entscheidung fällt leicht, und manche Konflikte lassen sich nicht länger aufschieben. Gerade darin liegt jedoch die Möglichkeit, überholte Gewohnheiten zu hinterfragen und neue Wege einzuschlagen.

Weiterlesen