Politik | 24.08.2023

BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus

Reform des Staatsangehörigkeitsrechts: Fortschritt für die Integration?

Die Bundesregierung plant, das Staatsangehörigkeitsrecht zu reformieren.  Foto: pixabay.com

Region. Unter der Rubrik „BLICKwinkel – Pro und Contra im Fokus“ betrachten wir regelmäßig das Für und Wider von Themen, die uns alle bewegen. Dieses Mal geht es um die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts.

Geht es nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung, wird sich in puncto Staatsangehörigkeit und Einbürgerung zukünftig einiges ändern. Die Reformpläne der Ampel-Koalition sehen etwa vor, die Möglichkeit der Mehrstaatigkeit, sprich der doppelten Staatsbürgerschaft, grundsätzlich zu gewähren. Darüber hinaus soll die sogenannte Vorlaufaufenthaltszeit vor der Einbürgerung von bisher acht auf fünf Jahre und bei besonders guter Integration sogar auf drei Jahre verkürzt werden, und in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern erhalten automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit mehr als fünf Jahren in Deutschland lebt.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) lobt diese Reformpläne als „Meilenstein zur besseren Integration und Einwanderung. Die besten Köpfe kommen nur zu uns nach Rheinland-Pfalz, wenn sie in absehbarer Zeit voll und ganz Teil unserer Gesellschaft werden können.“ Integration könne nur gelingen, „wenn die Menschen auch wissen, hier bin ich willkommen.“ Hat die Ministerpräsidentin damit recht?

Pro: Anerkennung multikultureller Lebensrealitäten

Die Pläne der Bundesregierung sind eine dringend notwendige Modernisierung unseres mittlerweile doch antiquiert anmutenden Staatsangehörigkeitsrechts. Durch die Lockerung der Vorlaufaufenthaltszeiten wird der Integrationswille von Migrantinnen und Migranten gefördert, indem sie schneller die Perspektive auf die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Haben sich Einwanderinnen und Einwanderer bislang oft als unwillkommene Gäste gefühlt, geben wir ihnen nun von Anfang an das Gefühl, dass wir sie in unsere Gesellschaft aufnehmen möchten.

Die angedachten Reformen der Ampel-Koalition, darunter insbesondere auch die Akzeptanz der Mehrstaatigkeit, passen das Staatsangehörigkeitsrecht an die Lebensrealität vieler Migrantinnen und Migranten an, die sich eben nicht nur mit Deutschland, sondern auch mit dem Land identifizieren, in dem ihre Wurzeln liegen. Das Staatsangehörigkeitsrecht erkennt damit endlich die Tatsachen unserer globalisierten und multikulturellen Welt an.

Contra: Integration würde dadurch erschwert

Sollte die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts wirklich wie von der Ampelregierung derzeit geplant über die Bühne gehen, würde die Integration von Zugezogenen dadurch eher behindert als gefördert. Durch die doppelte Staatsbürgerschaft werden absehbar vermehrt Loyalitätskonflikte geschaffen, die die Identifikation mit Deutschland schwächen.

Wenn wir die deutsche Staatsangehörigkeit an hier geborene Kinder ausländischer Staatsbürger gleichsam verschenken, senken wir damit de facto die Standards für eine Einbürgerung. Denn wer garantiert, dass in diesen Familien tatsächlich die notwendigen Grundkenntnisse der deutschen Gesellschaft und Sprache vorhanden sind, um diese dann auch dem frisch geborenen deutschen Staatsbürger zu vermitteln? Die Erlangung der deutschen Staatsangehörigkeit muss weiterhin an hohe Hürden gekoppelt sein!

Wie ist Euer BLICKwinkel

Und nun sind unsere BLICK aktuell-Leser gefragt: Wie ist Euer BLICKwinkel auf die geplante Reform des Staatsangehörigkeitsrechts? Habt Ihr vielleicht selbst eine Migrationsgeschichte und schon persönliche Erfahrungen mit dieser Thematik gesammelt?

Lasst uns Eure Meinung wissen – auf unseren Social Media-Kanälen, unserem Webportal www.blick-aktuell.de oder mit einem Leserbrief unter Nennung des vollen Namens und Wohnorts per E-Mail an blickwinkel@kruppverlag.de. BA

Umfrage

Wie steht Ihr zur doppelten Staatsbürgerschaft?

23 abgegebene Stimmen

Die Bundesregierung plant, das Staatsangehörigkeitsrecht zu reformieren. Foto: pixabay.com

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Titel
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Haus
SB Standesamt
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
17

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
395

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
123

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Oster-Anzeige
Schulze Klima -Image
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Osterangebot
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
PR-Anzeige
Titelanzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in