Politik | 27.03.2024

Sinziger Klimateam zieht positive Bilanz

Das Rathaus in Sinzig.  Foto: ROB

Sinzig. Die Stadt Sinzig treibt ihre Bemühungen für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft weiterhin entschlossen voran. Bereits vor über sechs Jahren wurde mit der Einrichtung eines Klimaschutzmanagements der erste wichtige Schritt getan, seit dem 1. Oktober 2023 werden die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung als Team bestritten. Anlässlich der ersten Sitzung des Sinziger Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung im Jahr 2024 zog das Klima-Team mit Clarissa Figura (Klimaschutz) und Luzia Heinzelmann (Klimaanpassung) Bilanz über das bisher Erreichte und berichtete über geplante Projekte im Jahr 2024. „Ich bin sehr froh, dass wir so ein dynamisches Team im Klimaschutz und der Klimaanpassung für Sinzig gewinnen konnten“, freut sich Bürgermeister Andreas Geron über die gezogene Bilanz. „Mit den vielen bereits angestoßenen und geplanten Projekten leistet Sinzig einen wichtigen Beitrag für die Klimaziele des Kreises und des Landes Rheinland-Pfalz und für die Transformation zu einer zukunftsfähigen und klimaneutralen Stadt.“

Mehrere Themenschwerpunkte

Für das Klimaschutzmanagement stehen als Themenschwerpunkte Erneuerbare Energien und Wärme, Effizienz, klimafreundliche Mobilität sowie Bildung und Kommunikation im Fokus. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt war zu Beginn die Beteiligung der Klimaschutz AG an der Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes von 2016. Die AG setzt sich aus Vertreter*innen der Politik, der Wirtschaft, der Bürgerschaft und der Verwaltung zusammen und kann so viel Fachwissen zu verschiedenen Themenbereichen des Klimaschutzes bündeln. 30 Maßnahmen wurden von der AG in 2021 priorisiert, von denen bereits über die Hälfte von der Stadtverwaltung bearbeitet werden, vier Projekte sind bereits komplett abgeschlossen. Aktuell arbeitet Clarissa Figura an der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung in Kooperation mit der Stadt Remagen – eine Beteiligung der Bürger*innen ist in 2024 geplant –, der Realisierung des Nahwärmeverbundes für das Schulzentrum Sinzig und am Ausbau der erneuerbaren Energien auf kommunalen Liegenschaften (Windkraft und PV). „Hier die Potenziale der eigenen Liegenschaften und Gebäude zu nutzen, müssen wir dringend vorantreiben“, so Figura. Einer der größten Hebel zur Treibhausgaseinsparung im Stromsektor ist das Projekt Bürgerwindpark Sinzig im Harterscheid. Hier hat die Stadt in 2023 für 20 Jahre einen Pachtvertrag mit der Bürgerenergiegenossenschaft eegon eG über die Errichtung von bis zu fünf Windkraftanlagen geschlossen. Im besten Fall können über das Projekt mit größtmöglichem finanziellen Gewinn für die Stadt und ihre Bürger*innen jährlich 22.000 t an Treibhausgasemissionen eingespart werden. Für die Nahwärmeversorgung des Sinziger Schulzentrums sollen regenerative Energien, vor allem die Abwasserwärme aus den Sammlern des AZV Untere Ahr, zum Einsatz kommen. Dies ist aktuell im nördlichen Rheinland-Pfalz und im Kreis Ahrweiler einmalig und somit (noch) ein Leuchtturmprojekt, das jährlich weitere Einsparungen von ca. 846 t an Treibhausgasemissionen allein durch die erneuerbare Wärmeversorgung der Gebäude in öffentlicher Hand bedeutet.

Fokus auf Hitzeschutz, Dürreschutz und Starkregenschutz

Bei der neu eingerichteten Stelle der Klimaanpassungsmanagerin liegt der Fokus auf den Themenfeldern Hitzeschutz, Dürreschutz, Starkregenschutz und Hochwasserschutz und der Entwicklung von mehr städtischem Grün zum Schutz der Biodiversität. Aktuell arbeitet Luzia Heinzelmann an der Erstellung eines grundlegenden Konzeptes inklusive eines Maßnahmenkatalogs mit Bürger*innen-Beteiligung. Dieser soll im Herbst 2024 stehen. Doch auch jetzt werden im Bereich Klimaanpassung Projekte angestoßen und bestehende Förderungen genutzt. Derzeit steht neben der Errichtung von Trinkwasserbrunnen in Sinzig und Bad Bodendorf die Planung für einen PikoPark auf ihrer Agenda, der an der Stelle der jüngst in der Bachovenstraße abgerissenen Gebäude errichtet werden soll. Dieses Projekt wird Gegenstand der nächsten Stadtratssitzung sein. PikoParks zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf kleiner Fläche eine große Bandbreite an Begegnungsmöglichkeiten in naturnahem Raum darstellen. Somit steigt nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern es wird auch die Biodiversität erhöht. Durch die naturnahe Entwicklung entstehen Rückzugsmöglichkeiten für Vögel, Igel und weitere Tierarten. In der Innenstadt stellt ein solcher Park insbesondere in den warmen Sommermonaten eine willkommene Möglichkeit zum Aufenthalt an einem schattigen, ruhigen Ort im unmittelbaren Stadtzentrum dar. „Die Sinziger Bürger*innen erhalten die Möglichkeit, aktiv an der Planung beteiligt zu werden“, so Heinzelmann. Außerdem werden gerade Patenschaften für junge neugepflanzte Bäume gesucht, die diese in den ersten Jahren nach der Pflanzung unterstützen sollen. Nachdem das Obstbaumförderprogramm sehr gut angenommen wurde, sollen im Laufe des Jahres 2024 weitere Förderprogramme der Stadt aufgelegt werden, die einen Anreiz bieten, im privaten Umfeld aktiv Maßnahmen für den Klimaschutz und die Klimaanpassung zu ergreifen.

Pressemitteilung der

Stadt Sinzig

Das Rathaus in Sinzig. Foto: ROB

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