Politik | 22.11.2022, 12:12 Uhr

Unser Wachtberg: Realisierung nur mit Anliegern denkbar

So wird das Hotel Dahl nicht zum Altenheim

Wachtberg. Fesselnd bis ins Skurrile entwickelte sich die Sitzung des Ortsausschusses Niederbachem am 16. November, als Architekt Jan von Hörsten einen ersten Entwurf für den auf Altenwohnheime spezialisierten Investor Cureus GmbH in Anwesenheit von knapp drei Dutzend Zuhörer*innen aus Niederbachem vorstellte. Was zunächst als verfrühtes Weihnachtsgeschenk an Wachtberg rüber kam -Verwandlung eines aufgegebenen Hotelbetriebs in ein freundliches Refugium für 120 ältere Mitbürger*innen- entpuppte sich schnell als ein in mehrfacher Hinsicht bizarres Projekt. Kaum vorstellbar, dass sich ein Investor, der in der Region bereits mit fünf Häusern engagiert ist, auf dem Weg zur Realisierung seines 20-Mio.-Invests in Wachtberg durch das Genehmigungsverfahren bewegt nur mit dem Landschaftsverband und der Heimaufsicht des Rhein-Sieg-Kreises in Kontakt ist, nicht aber mit der örtlich zuständigen Verwaltung in Berkum. Dass die Sitzung des Ortsausschusses der erste Kontakt von Bürgermeister Jörg Schmidt mit dem Projekt war, wurde von ungläubigem Kopfschütteln der Anwesenden begleitet.

„Ob dies Ignoranz oder mangelnder Professionalität geschuldet ist, kann erst mal dahinstehen“, so Ulf Hausmanns, der die Wählergemeinschaft Unser Wachtberg im Ortsausschuss Niederbachem vertritt. Es sei jetzt allerdings höchste Zeit, dieses Versäumnis auszubügeln. Hausmanns legte dabei dem Architekten dringend nahe, sich über den seit vielen Monaten laufenden Prozess bei der Umwandlung des Hotels Wiesenau in Pech zum Standort einer Senioreneinrichtung zu informieren. Dort sehe es so aus, als würde es nach zähen Ringen gelingen, eine vertretbare Lösung im Austausch zwischen den Ratsfraktionen, der Verwaltung sowie mit dem Investor zu finden. Ein Prozess, an dem Unser Wachtberg in engem Schulterschluss mit den Anliegern wesentlich beteiligt ist.

„Was uns Cureus im ersten Aufschlag präsentiert hat, muss jedenfalls auf Null zurückgedreht werden“, betont Hausmanns. Nach Klärung der planungsrechtlichen Grundbedingungen müssen im Gespräch mit den Anliegern, der Verwaltung und den Fraktionen Lösungen gefunden werden, die dem anspruchsvollen Standort inmitten einer bestehenden Wohnbebauung gerecht werden. „Der jetzt vorgestellte massive, einfallslose Wohnblock mit einer Höhe, die die bisher schon als problematisch empfundenen vier Etagen deutlich übersteigt, kann und wird so sicher nicht gebaut werden“ legt sich Unser Wachtberg fest.

„So wertvoll eine Einrichtung mit bis zu 120 Betten und 20 Wohnungen angesichts des bestehenden Mangels an betreuten Wohn- und Lebensmöglichkeiten sein könnte: Sie muss an dieser Stelle im Hangbereich des Rodderbergs auch maßstäblich passen und darf die Wohnqualität der Anwohner nicht beeinträchtigen“, fordert Hausmanns. Wenn am Ende Größe und Qualität stimmen, wäre für alle viel gewonnen, auch für die Anlieger. „Wenn sich die Cureus GmbH darüber hinaus in der Zeit der notwendigen Klärung und Planung auf eine Geste der „guten Nachbarschaft“ einlassen und der Gemeinde die leer stehenden Hotelzimmer übergangsweise für Flüchtlinge anbieten würde, könnte sie damit ein Zeichen setzen, dass sie ernsthaft in Wachtberg ankommen will.

Pressemitteilung Fraktion

Unser Wachtberg

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