Politik | 11.02.2015

Rheinbacher Ausschuss für Standortförderung befragt die Bürger:

Soll es auch in Rheinbach einen Friedwald geben?

Jahresberichte der Öffentlichen Bücherei St. Martin und des Gewerbevereins Rheinbach

Rheinbach. Der Rheinbacher Ausschuss für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung zunächst mit der Frage, ob es auch in Rheinbach einen Friedwald geben soll. Damit hatte sich das Gremium 2011 und 2012 schon einmal ausführlich beschäftigt und war damals zu dem Ergebnis gekommen, dass es für Rheinbach nicht sinnvoll sei.

Ein Hauptgrund war, dass die Errichtung eines Friedwaldes die Kosten für die Bestattung auf den anderen städtischen Friedhöfen negativ beeinflussen würde und zudem auch noch – zumindest am Anfang – eine erhebliche Investition anfallen würde. Das bereits jetzt vorhandene Problem zunehmender Leerflächen auf den Friedhöfen werde noch verstärkt, abgesehen davon gebe es seit dem vergangenen Jahr mit dem Streufeld für anonyme Bestattungen auf dem Waldfriedhof eine weitere Bestattungsform. Damit verfüge die Stadt Rheinbach schon jetzt über ein umfangreiches Angebot an Bestattungsmöglichkeiten.

Bürger nicht auf andere Kommunen verweisen

Diesmal jedoch sah die Sache schon anders aus. Jörg Meyer (UWG) wies darauf hin, dass ein großer Teil seiner Fraktion Interesse an einer Friedwald-Bestattung habe und einige sich sogar schon entsprechend entschieden hätten. Aus diesem Grund sah er es als sinnvoll an, ein Stimmungsbild der Bürgerschaft einzuholen, bevor man das Thema weiter diskutiere. Das soll nun in Amtsblatt „Kultur und Gewerbe“ in Form einer Umfrage erfolgen, beschloss das Gremium einstimmig.

Denn auch Donate Quadflieg (SPD) war der Ansicht, dass man Bürger, die zeitlebens in Rheinbach gewohnt hätten, nicht im Tod auf eine andere Gemeinde verweisen dürfe, wo es bereits einen Friedwald gebe. Die jetzige Lösung werde offensichtlich nicht allen Bürgern gerecht. Zumal der Stadt Rheinbach auch noch Gebühren verloren gingen, wenn sich die Bürger für eine Bestattung in einer anderen Kommune entschieden, ergänzte ihr Fraktionskollege Joachim Steig. Oliver Baron (CDU) machte allerdings auch klar: „Wenn man einen Friedwald wünscht, wird sich das massiv auf die Gebühren der ‚normalen’ Bestattungen auswirken“, das müsse man den Bürgern schon bei der Umfrage als Information mit auf den Weg geben. Und Fachbereichsleiter Peter Feuser von der Stadtverwaltung wies darauf hin, dass bislang kein Betreiber Interesse an der Einrichtung eines Friedwaldes in Rheinbach gezeigt habe, zumal es in den umliegenden Kommunen bereits mehrere solcher Angebote gebe.

In der Bücherei gibt es auch Konsolenspiele

Als nächstes gab Diplombibliothekarin Daniela Hahn, Leiterin der Öffentlichen Bücherei St. Martin, ihren Jahresbericht ab. Demnach hat die Bücherei derzeit 27.198 Medien im Bestand. Die Anzahl der Ausleihen betrug im vergangenen Jahr 75.127, etwas weniger als 2013. Erfreulicherweise habe es dennoch 302 Neuanmeldungen gegeben. Seit Januar 2014 wurde das Angebot durch gut 100 Konsolenspiele für Wii und Nintendo DS-3 erweitert. Seit Mitte September gibt es die Ausleihe von elektronischen Medien durch den Beitritt zur „Onleihe Rhein-Sieg“, damit habe sich das Angebot um rund 12.000 Medien erweitert.

Im Verlaufe des Jahres hätten stolze 590 Veranstaltungen für Kinder stattgefunden, so Hahn. Dazu zählten alle Maßnahmen zur Leseförderung, die in und rund um die Bücherei stattfanden: Bibliothekseinführung für Vorschulkinder und Grundschulkinder (BibFit), Vorleseangebote in der Bücherei, Vorleseangebot für OGS-Kinder und für Kinder in den KiTas durch Vorlesepaten, die Internationale Vorlesewoche, der bundesweite Vorlesetag, eine Autorenlesung mit Käpt’n Book und die Reihe „Lesestart“.

Darüber hinaus habe es 61 Veranstaltungen für Erwachsenen mit verschiedenen Kooperationspartnern gegeben, wie den Literaturgesprächskreis, „Literatur im Takt“ und die „Textprobe“.

Hohe Akzeptanz in der Bevölkerung

Insgesamt habe die Bücherei 49.900 Besucher gezählt, 8600 davon bei den diversen Veranstaltungen vor Ort. „Unser vielfältiges Angebot sorgt für eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung“, freute sich Hahn. Neben zwei Vollzeitstellen kümmerten sich rund 50 ehrenamtliche Mitarbeiter um den reibungslosen Ablauf. Die hätten allein im vergangenen Jahr an zahlreichen Weiterbildungsveranstaltungen und Schulungen teilgenommen.

Mittlerweile habe man auch eine Reihe von Online-Services im Angebot, vor allem die Homepage www.buecherei-rheinbach.de. Aber auch auf Facebook sei man aktiv, habe den Findus-Katalog, einen eigenen Bücherei-Blog, die digitale Bibliothek „DigiBib“, darüber hinaus habe sich die Rheinbacher Bibliothek im September der Onleihe-Rhein-Sieg angeschlossen.

Rückblick des Gewerbevereins

Anschließend hielt der zweite Vorsitzenden des Gewerbevereins Rheinbach, Gerhard Brandt, seinerseits einen Rückblick auf 2014. In erster Linie habe man vier verkaufsoffene Sonntage veranstaltet, die von dem 2013 gegründeten „Arbeitskreis Einzelhandel“ geplant und mit neuen Mottos versehen worden seien. „Jeder verkaufsoffene Sonntag war in diesem Jahr ein Unikat!“, so Brandt, der den Vorsitzenden Oliver Wolf vertrat, welcher just an diesem Tag Vater eines Sohnes geworden war.

Der Autosonntag „Rund ums Auto“ habe nun schon zum siebten Mal auf den Wällen stattgefunden, auch die Messe 3K und der Rheinbacher Weihnachtsmarkt seien erfolgreich verlaufen. Besonders der Weihnachtsmarkt, der zum zweiten Mal auf dem Prümer Wall abgehalten wurde, habe wirtschaftlich mit einer schwarzen Null geendet. „Der Übergabe an einen Weihnachtsmarktverein steht damit nichts mehr im Wege“, so Brandt. Gut besucht war das „Unternehmerbierchen“ mit interessantem Vortrag aus der Welt des Sportjournalismus. Die Beteiligung an der Ausbildungsmesse habe vielen Mitgliedern Kontakt zu potenziellem Nachwuchs verschafft. Das Adventsshopping in enger Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel sei gut angenommen worden, es wurden gemeinsame längere Öffnungszeiten, speziell an den Adventssamstagen und auch darüber hinaus, umgesetzt.

An Adventsbeleuchtung muss etwas getan werden

In der Advents- und Weihnachtszeit habe der Gewerbeverein wieder Weihnachtsbäume aufgestellt sowie die Weihnachtsbeleuchtung installiert und dies mit etwa 8000 Euro auch finanziell unterstützt. Wermutstropfen war in diesem Jahr die nicht mehr brauchbare Weihnachtsbeleuchtung am Dreeser Tor. 2015 müssten Lösungen für das Dreeser Tor und das Voigtstor gefunden werden, hierfür werde der Gewerbeverein rechtzeitig auf die Gewerbetreibenden und die Stadt zukommen.

Auch für 2015 sei schon eine Reihe von Veranstaltungen in Planung. So gebe es eine Modenschau am 18. März im Waldhotel, getragen und initiiert von aktiven Gewerbevereinsmitgliedern aus der Modebranche. 15 ausstellende Betriebe würden an diesem Tag einiges auf die Beine stellen, versprach Brandt. Auch die Termine für die vier verkaufsoffenen Sonntage stünden bereits fest. Der erste sei am 12. April zum Frühlingsmarkt, der zweite am 17. Mai zum Schützenfest, der dritte am 13. September zum Tag des Denkmals und der vierte schließlich am 13. Dezember zum Weihnachtsmarkt. Geplant seien weiterhin zwei „Unternehmerbierchen“, der nächste Autosonntag soll am 4. Oktober auf den Wällen starten, und die Messe 3K ist vom 6. bis 8. November in der Glasfachschule terminiert.

Einkaufsführer soll bald erscheinen

Derzeit sei man in den letzten Zügen bei der Vorbereitung des „Einkaufsführers 2015/2016“, der wieder ein Spiegel für das Gewerbe in Rheinbach sein werde und zum 10. Mal herauskomme. Die begonnene Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel sowohl für die verkaufsoffenen Sonntage als auch der Austausch von Informationen und Wünschen wie die Steigerung der Einkaufsattraktivität der Innenstadt sollen aktiv weitergeführt werden. Hierzu gehöre auch die Vereinheitlichung der Öffnungszeiten im Einzelhandel in der Mittagszeit und an allen Samstagen im Jahr – viele Geschäfte hätten dies bereits in 2014 umgesetzt.

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