Politik | 19.12.2023

Zu Weihnachten bekommt die Stadt Koblenz eine Millionenförderung für Flüchtlinge - Ausgeglichener Haushalt durch Landeszuschuss

Stadtrat genehmigte den Etatplan 2024 – Lob und Tadel von den Fraktionen

Koblenz.„Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Dieser Spruch gilt auch für Rat und Verwaltung in Koblenz. Denn ursprünglich war für den Haushaltsplan 2024 ein sattes Minus vorgesehen, was die Genehmigung des Etatplans verhindert und Verwaltungsmäßig nahezu Stillstand bedeutet hätte. Geholfen hätte die Erhöhung der Grundsteuer B. Doch vor der jüngsten Stadtratssitzung, oh Wunder, öffnete die Landesregierung ihre Geschenkschatulle, und gab insgesamt 200 Millionen Euro an mehrere Städte für die Flüchtlingsunterbringung, für Koblenz war die Rede von etwa 7 Millionen Euro. Und jetzt Freude bei Rat und Verwaltung, denn der Haushaltsplan 2024 geht mit einem Plus von 658 000 Euro ins neue Jahr. Die Gesamtaufwendungen 2024 betragen 518 Mio. Euro und sind damit 36,2 Mio. Euro höher als im Haushaltsplan 2023 (481,8 Mio. Euro).

Von den Gesamtaufwendungen 2024 entfällt mit 162,1 Mio. Euro der größte Anteil auf die Aufwendungen der sozialen Sicherung. Verglichen mit dem Vorjahr sind diese erheblich um 18,4 Mio. Euro gestiegen.

Einen weiteren bedeutenden Anteil bilden die Personal- und Versorgungsaufwendungen. Auch sie erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 12,3 Mio. Euro auf 135,7 Mio. Euro. Die Gesamterträge 2024 betragen 505,4 Mio. Euro und sind damit um 22,8 Mio. Euro höher als im Vorjahr (482,6 Mio. Euro). Davon entfallen knapp die Hälfte, nämlich 244,2 Mio. Euro, auf Steuern und ähnliche Abgaben. Gegenüber dem Vorjahr ist hier der Ertrag leicht um 2,5 Mio. Euro zurückgegangen.

Traditionsgemäß halten vor der Abstimmung des Haushalts 2024, der vom Rat mit einer Nein-Stimme genehmigt wurde, ihre Etatreden. Ulrich Kleemann (Grüne) kritisierte, dass „...die Personalkosten auf hohem Niveau sind. Sie lagen 2018 bei unter 100 Millionen sind jetzt um fast 40 Prozent gestiegen.“ Er lobte und nannte die Investitionen für 2024 die 166 Millionen Euro betragen. Positiv seien dabei die Aufwendungen für Radwege und Klimaschutz.

Detlef Pilger (SPD) forderte mehr Geld für die Kleinen, da in Koblenz etwa 400 Kita-Plätze fehlten. Bezahlbares Wohnen sei sehr wichtig und hier müsste Koblenz deutlich an Tempo zulegen. „Wichtig ist nicht wer baut, sondern dass gebaut wird“, sagte er mit Blick auf die Koblenzer Wohnbau und Investoren.

Stephan Otto (CDU) erinnerte an den Jahresanfang als der Rat auf Steuererhöhungen vorbereitet wurde. „Dieser Einschätzung haben wir uns nicht angeschlossen. Der Druck der Kommunen auf Bund und Land hat uns Recht gegeben.“ Er lobte Oberbürgermeister David Langner, durch dessen Einsatz die Grenzen der freiwilligen Leistungen angehoben wurden: „Das tut Koblenz gut.“

Stephan Wefelscheid (FWG) findet es gut, das Geld vom Land kommt und den Haushalt ins positive führt. Dennoch will er mehr Mittel im kommunalen Finanzausgleich. „Wir bauen eine Rheinbrücke die wohl 200 Millionen Euro kosten wird. Das Land gibt 75 Mio. Euro, es müsste aber umgekehrt sein.“ Er will mehr Personal bei der Stadtpolizei und ein neues Dienstgebäude fürs Ordnungsamt.

Torsten Schupp (WGS) macht nicht mit „wenn Bund und Land dem Bürger immer mehr in Tasche greifen. Wir müssen 80 Mio. Euro im Haushalt draufpacken um Gesetze von Bund und Land zu erfüllen.“ Vehement wandte er sich gegen die von der Verwaltung beschlossene Anhebung der Anwohner-Parkgebühren nach der Autogröße: „Es gibt Familien mit Kindern, die in der Stadt wohnen und dennoch aufs Auto angewiesen sind. Eine solche Verachtfachung werden wir nicht mittragen. Das ist ein Bürokratie-Monster. Auch wenn ein Twingo in der Parktasche steht ist die voll.“

David Josef Hennchen (FDP) bezeichnete die Fahrzeuggröße beim Anwohnerparken ebenfalls als Bürokratie-Monster. Da der kommunale Wärmeplan bald umgesetzt werde, müsse die Klimaschutzkommission aufgelöst und der Klimanotstand zurückgenommen werden: „Beim Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein lehnen wir Finanzspritzen in eine nicht lebensfähige Struktur ab.“

Kevin Wilhelm (Die Linke) fordert, dass das Radwegenetz nicht auf Kosten der Fußgänger ausgebaut wird: „Wie wichtig die sind merkte man beim Tourismussymposion.“ Beim sozialen Wohnraum seien die Preise in zehn Jahre um 60 Prozent gestiegen. „Es gibt zu wenig Wohnungen auch durch die Bauflaute. Menschen mit niedrigem Einkommen sind in Gefahr wohnungslos zu werden.“ HEP

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Ralf Schweiss
Rund um´s Haus
Rund ums Haus
Rund ums Haus
Dauerauftrag 2026
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
100 Jahre Eifelverein Dernau
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
42

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
194

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
39

Puderbach. Am 23.04.26 gegen 16:25 Uhr wurde der Polizei Straßenhaus ein rotfarbener Kleinwagen mit erheblichen Beschädigungen und einer unsicheren Fahrweise in der Ortslage Puderbach gemeldet. Durch die Fahrweise wurden mehrere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Unter anderem habe eine Familie mit Kinderwagen, welche die Straße „Ackerweg“ auf Höhe der Kirche überquerte, auf den Bürgersteig springen müssen, um nicht von dem rotfarbenen Kleinwagen erfasst zu werden.

Weiterlesen

Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
33

Fußverkehrs-Check NRW 2026: Meckenheim ist dabei

Die Apfelstadt wurde vom Ministerium als Teilnehmerin ausgewählt

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Symbolbild.
23

Odendorf. In Odendorf wurde eine Absackung der Fahrbahn und Bürgersteige im Bereich der Hausnummern 14 bis 21 in der Odinstraße festgestellt. Um die Ursache dieser Absackung zu ermitteln und entsprechende Reparaturen durchzuführen, ist eine Vollsperrung der Odinstraße in diesem Abschnitt vom 04. bis 08. Mai erforderlich.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Gegengeschäft
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Titelanzeige Goldankauf
100 Jahre Eifelverein Dernau
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
Maikirmes Franken
Azubispots Bad Neuenahr 2026