Opel-Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA ist perfekt
Stefanie Sürth: „Für uns als regionalen Händler sehe ich nur Vorteile!“
Mayen. Die Opel-Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA (Peugeot, Citroën und DS). ist unter Dach und Fach. Das wurde am Montagmorgen in Paris bei einer Pressekonferenz verkündet und erste Details, die den Übernahmeprozess betreffen, bekanntgegeben. „BLICK aktuell“ sprach diesbezüglich mit Stefanie Sürth, Geschäftsführerin des Autohauses Sürth in Mayen. Das Autohaus Sürth führt die Marken Kia, Renault sowie Isuzu, ist vor allem aber auch alteingesessener Opel-Händler in der Region. Daher wollten wir vom Experten vor Ort wissen, wie der Verkauf an der Basis bewertet wird.
Stefanie Sürth: „Seit Jahren findet in der Automobilbranche eine Konzentration statt. In Zukunft zählt schiere Größe im Einkauf und bei Verhandlungen mit Zulieferern. Immerhin entsteht durch den Zukauf von Opel durch PSA nach Volkswagen der zweitgrößte Autokonzern Europas. Auch Investitionen in künftige Technologien wie Elektromobilität lassen sich in dieser Größenordnung wesentlich besser schultern.
Gleichwohl hat uns alle die Nachricht vom Verkauf an PSA schon sehr überrascht. Der Verkauf von Opel heißt nämlich auch, dass General Motors (GM) künftig nicht mehr weltweit agiert, sondern sich vollständig aus Europa verabschiedet.
Ich persönlich sehe das Ganze sehr positiv und als klugen Schachzug von PSA. Opel steht nach wie vor für „deutsche Ingenieurskunst“ und es gibt einige Märkte, wo die Kunden französische Marken nicht so sehr, dafür aber deutsche umso mehr schätzen. Ich denke da an Nordamerika oder China. PSA wird Opel ermöglichen, Fahrzeuge in diesen Märkten außerhalb Europas zu verkaufen und somit die Verkäufe um 30 bis 40 Prozent zu steigern. Das bedeutet eine bessere Auslastung der Werke und somit die Sicherung von Arbeitsplätzen in Europa.
Der Verkauf wird für alle Beteiligten mittelfristig, überwiegend Vorteile bringen. Selbst für uns als regionalen Händler sehe ich nur Vorteile, denn sobald nun die ständigen Diskussionen um die Marke aufhören, rücken unsere tollen und innovativen Produkte endlich wieder in den Vordergrund. Wir bringen allein in diesem Jahr sieben neue Modelle auf den Markt. Durch die teilweise doch sehr spekulative Berichterstattung der Presse, geraten unsere tollen Fahrzeuge ständig in den Hintergrund. Das hat dann endlich ein Ende!
Kooperation besteht seit 2013
Die Kooperation zwischen PSA und Opel besteht bereits seit 2013 und die ersten gemeinsamen Modelle gibt es bereits heute. Unsere neuen SUVs Crossland bzw. Grandland X sind die ersten sichtbaren Ergebnisse. Ähnliche Fahrzeuge gibt es auch schon bei PSA. Die äußeren Unterschiede sind dabei jedoch sehr deutlich. Opel wird auch weiterhin als „deutsche Marke“ mit eigener DNA im PSA Verbund erkennbar sein. Design, Innenraum, Materialien, Fahrwerkeigenschaften müssen und werden sehr Marken spezifisch bleiben. Sämtliche Komponenten „unter der Haube“ sind jedoch identisch. Ein sehr guter Vergleich lässt sich bereits heute mit dem Volkswagenkonzern und seinen Töchtern VW, Skoda, Seat darstellen: Das Design ist sehr individuell und und die Marken spezifisch; technische Komponenten wie Plattform, Motoren, Getriebe, Achsen sind immer gleich. Dies bringt eine Menge Skaleneffekte und damit Einsparungen in Millionenhöhe.
Wichtig ist nun, dass der Deal über die Bühne gegangen ist und die Opelaner sich endlich wieder auf das konzentrieren können, was sie am besten können: Tolle, deutsche Autos bauen!“ -UWE-
