Politik | 04.02.2014

Hauptausschuss Rheinbach mit einstimmigen Beschlüssen

U3-Betreuung wurde abgesegnet

Auch bei der nächsten Wahl sollen alle Wahllokale barrierefrei erreichbar sein

Rheinbach. Tut die Rheinbacher Stadtverwaltung genug dafür, dass alle Wahllokale barrierefrei erreichbar sind? Darüber gingen die Meinungen bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses auseinander. Die SPD-Ratsherren Karl-Heinz Kerstholt und Folke große Deters glaubten nämlich festgestellt zu haben, dass nicht alle Wahllokale auf Rheinbacher Stadtgebiet für gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer ohne Hindernisse erreichbar seien. Das gelte vor allem für das Wahllokal in Neukirchen, wo am Tag der Bundestagswahl eine behelfsmäßig angebrachte Rampe nach ihrer Ansicht „eindeutig zu steil war, um zum Beispiel Menschen mit Rollstuhl das Betreten des Wahllokals ohne fremde Hilfe zu ermöglichen.“ Dieses Manko sei nicht hinnehmbar und müsse bis zu den nächsten Wahlen am 25. Mai behoben sein, damit alle Menschen ihr demokratisches Recht auf Teilnahme an den Wahlen ungehindert verwirklichen könnten, hatten die beiden Sozialdemokraten in einem Antrag gefordert. Die Verwaltung solle dies sicherstellen. Um dies zu erreichen, seien einfache bauliche Maßnahmen wie etwa der Bau einer festen Rampe denkbar - oder aber die Suche nach neuen, geeigneten Räumlichkeiten.

Kein einziger Fall bekannt

In der Stadtverwaltung konnte man den Antrag nicht ganz verstehen, „denn mir ist bisher kein einziger Fall bekannt, dass jemand Probleme hatte, das Wahllokal zu erreichen“, so Bürgermeister Stefan Raetz. Auch der Erste Beigeordnete Dr. Raffael Knauber war der Ansicht: „Unsere Wahllokale sind barrierefrei und werden es auch bei der nächsten Wahl sein.“ Auch ihm sei kein Fall bekannt, dass jemand gehindert worden sei, ins Wahllokal zu kommen. Man arbeite schon seit einiger Zeit mit mobilen Rampen, die vom städtischen Bauhof jeweils kurz vor der Wahl an den entsprechenden Wahllokalen angebracht würden. Eine dauerhafte Lösung für alle Wahllokale sei hingegen angesichts der Haushaltslage der Stadt definitiv zu teuer und entspreche auch nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. „Es macht keinen Sinn, mit hohem Kosten- und Umbauaufwand Rampen zu schaffen, die anschließend keine praktische Verwendung finden“, meinte er. Zumal, wie FDP-Fraktionschef Karsten Logemann ergänzte, „die nordrhein-westfälische Landesregierung die Stadt schmählich im Stich lässt bei der Finanzierung einer entsprechenden Dauerlösung“. Die koste nach seiner Schätzung nämlich weit über eine Million Euro.

Mobile Rampen nach DIN-Vorschrift

So einigte sich der Ausschuss letztlich einstimmig darauf, die Verwaltung solle „wie bisher“ sicherstellen, dass bei den nächsten Wahlen alle Wahllokale barrierefrei erreichbar seien, und zwar nötigenfalls mit mobilen Rampen, die den geltenden DIN-Vorschriften entsprechen. Das hatte Gerhard Bühler (FWG) für sinnvoll erachtet. Zuvor hatte der Ausschuss einstimmig dem Abschluss eines Vertrages zwischen der Stadt und der katholischen Kirchengemeinde St. Martin zugestimmt, mit der die Finanzierung einer dritten Gruppe in der Kindertagesstätte Sankt Helena vereinbart wird. Das sei notwendig, so Knauber, weil die Nachfrage nach U3-Plätzen immer größer werde, auf die die Eltern bekanntlich einen Rechtsanspruch hätten.

Kindergarten-Anbau kostet 1,3 Millionen Euro

Der Kindergarten wolle einen Anbau tätigen, der insgesamt 1,3 Millionen Euro koste. Davon entfalle ein Drittel auf die dritte Gruppe mit insgesamt zehn Plätzen nach der KiBiz-Gruppenform II. Dafür erwarte man Zuschüsse vom Land in Höhe von 180.000 Euro, sodass die Stadt die restlichen 255.000 Euro noch in diesem Jahr für diese Investition bereitstellen müsse, damit mit dem Bau möglichst bald begonnen werden könne. Künftig werde die Stadt auch sämtliche Betriebskosten sowie die Kosten für Einrichtung und Ausstattung dieser dritten Gruppe übernehmen. Martina Koch (SPD) merkte an, sie sei sehr froh über die getroffene Vereinbarung, denn es sei absolut wichtig für die Stadt, dass der Anspruch der Eltern auf U3-Betreuung nicht nur über Tageseltern, sondern auch über sichere Plätze in Kindertagesstätten gewährleistet werden könne.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag
Holz Loth-Entsorgung
Rund ums Haus
Koblenz blüht 2026
Koblenz blüht
Schulze Klima -Image
Stellenanzeige mehrere Stellen
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Die Junge Union Rheinbach an ihrem Verkaufsstand
39

Rheinbach. Der verkaufsoffene Sonntag am 29. März 2026 in Kombination mit dem Rheinbacher Frühlingsmarkt lud am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Rheinbacher Innenstadt ein. Bei strahlendem Frühlingswetter herrschte eine freundliche Atmosphäre. Auch der Stadtverband der Jungen Union Rheinbach brachte sich mit einem Verkaufsstand ein.

Weiterlesen

Wie bereiten sich die Abgeordneten auf ihre politische Arbeit vor?  Foto:pixabay.com
240

Region. Nach einem intensiven Wahlkampf ist die Landtagswahl entschieden; doch für die gewählten Abgeordneten beginnt die eigentliche Arbeit jetzt erst so richtig. Ein Blick auf die Stunden und Tage nach dem Wahlergebnis zeigt: Zwischen Feiern, Verarbeiten und ersten politischen Schritten liegt ein enger Zeitplan.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2284

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Innovatives rund um Andernach
Titel
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Ostergruß
fit für`s Alter?
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Angebotsanzeige (April)
Ostergrußanzeige
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige