Mutter-Tochter-Duo aus Cochem folgte der Einladung von MdL Oster
Über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Cochem. An der Mosel geboren, in vielen nationalen und internationalen Unternehmen erfolgreich. Beides trifft auf Regine Büttner und ihre Tochter Miriam von Loewenfeld zu. Der Landtagsabgeordnete Benedikt Oster lud die beiden gebürtigen Cochemerinnen ins Kapuzinerkloster in die Kreisstadt ein, wo die beiden ihr Buch „Perfektion ist Quatsch“ vorstellten. „Sie sind als Mütter erfolgreiche Karrierefrauen und somit der eindrucksvolle Beweis, dass Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden können“, lobte Oster die beiden Referentinnen.
Bei der Buchpräsentation sowie einer anschließenden Diskussion ging es aber durchaus auch kritisch zu. Büttner etwa monierte, dass Frauen in der Arbeitswelt unter enormem Druck stünden, der auch in Stress und Überforderung münden könne: „Frauen wollen oft perfekt sein. Das hängt zum Teil an gesellschaftlichen Erwartungen, zum Teil aber auch an den hohen Ansprüchen, die sie an sich selbst stellen.“ In ihren Augen und denen ihrer Tochter liegt darin ein Problem, unter denen Arbeitnehmerinnen und indirekt auch die Unternehmen leiden. Denn wenn weibliche qualifizierte Fachkräfte aus jenen Gründen keine Führungspositionen einnehmen könnten, blieben Know-how und Kompetenzen ungenutzt.
Als Laudatorin kommentierte Staatssekretärin Heike Raab, die Empfehlungen der Autorinnen auch mit Erfahrungen aus ihrem Leben als berufstätige Mutter von zwei Kindern als Landtagsabgeordnete über 10 Jahre und 13 Jahre Staatssekretärin . „Das Thema Kinderbetreuung, dass wir in Rheinland-Pfalz mit gebührenfreier Bildung ab der Kita und mit der Ganztagsschule durch gute Angeboten verbessert haben, kommt an seine Grenzen, wenn man in der Gastronomie oder im Schichtdienst arbeitet. Hier braucht man weiterhin Tagesmütter oder ein gutes familiäres Umfeld.
Der sogenannte „Gender pay gap“ als Geschlechter unterschiedliche Bezahlung ist nach wie vor ein Thema, insbesondere für ältere Frauen, die im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer am Ende des Monats nach Hause bringen. Dies ist nicht nur zutiefst ungerecht, sondern auch langfristig ein zu großes Risiko in die Altersarmut zu rutschen“, so die Cochemerin.
„Ein weiteres wichtiges Thema ist auch die psychische und physische Gesundheit von Frauen. Permanent alles unter einen Hut bringen zu müssen, stresst sehr. Hinzu komme, dass Frauen nach wie vor im familiären Umfeld mehr Aufgaben wahrnehmen würden – etwa die Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen.“ Deshalb seien Achtsamkeit und Selbstfürsorge, nicht bloße Phrasen, sondern wichtig für ein gesundes Leben mit Familie und Beruf.
Pressemitteilung Büro von MdL Oster
