Sinziger Grüne: Kein Drohnenfeuerwerk an der Kirmes
„Umwelt- und Tierschutzaspekte bleiben unbeachtet“
Sinzig. Die Sinziger Grünen hatten bereits im April 2025 beantragt, die Umstellung des traditionellen Kirmes-Feuerwerks auf ein Drohnenfeuerwerk als touristisches Highlight zu prüfen. Ziel war es, die rückläufigen Besucherzahlen der Kirmes zu stoppen und ein modernes, umweltfreundliches Abschluss-Highlight zu etablieren. Drohnenfeuerwerke sind nicht nur visuell eindrucksvoll, sondern deutlich umweltfreundlicher als klassische Pyrotechnik: Sie verursachen keinen Feinstaub, keinen chemischen Abfall und weniger Lärm. Zudem entfällt die Brandgefahr, die bei traditionellen Feuerwerken besteht, und es entsteht kein Sondermüll. Auch der Tierschutz spricht dafür – stressbedingte Störungen von Wild- und Haustieren würden erheblich reduziert. Der Antrag stieß auf großes Interesse bei Bürgerinnen und Bürgern und fand ein großes Echo in den lokalen und sozialen Medien. Insbesondere die Aspekte Tierwohl und Feinstaubbelastung wurden intensiv diskutiert.
Im Rahmen der Haushaltsberatungen im Januar 2026 stellte die Stadtverwaltung aus Kostengründen die Bezuschussung für ein Drohnenfeuerwerk in Frage. Des Weiteren wies die Verwaltung darauf hin, dass Drohnenshows über Wohngebieten unzulässig seien und der optimale Sichtwinkel nur für wenige Zuschauer gewährleistet werden könne. Vor diesem Hintergrund wurde der Antrag der Grünen vom Haupt- und Umweltausschuss mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.
Ralf Urban von den Sinziger Grünen kommentiert: „Die Kostenargumentation ist nachvollziehbar, allerdings wurde ein zentraler Punkt unseres Antrags ignoriert: Wir hatten vorgeschlagen, mögliche Sponsoren zu gewinnen, damit das Drohnenfeuerwerk nicht aus dem städtischen Haushalt finanziert werden müsste. Auf die wichtigen Aspekte Tierwohl, Feinstaub und Umwelt wurde in der Diskussion nicht eingegangen. Offenbar wollte man den Antrag möglichst diskussionsfrei abwickeln.“ Eine Recherche hat ergeben, dass Drohnenshows unter Einhaltung entsprechender Sicherheitsvorgaben auch über Wohngebieten realisierbar sind. Dank dreidimensionaler Gestaltungsmöglichkeiten lassen sich beeindruckende Effekte erzeugen, ohne dass ein bestimmter Zuschauer-Blickwinkel zwingend eingehalten werden muss. So könnten alle Besucherinnen und Besucher gleichermaßen von einem modernen und umweltfreundlichen Highlight profitieren.
Die Sinziger Grünen hoffen, dass zeitnah neue Wege und Möglichkeiten entwickelt sowie klare Regelungen geschaffen werden, um Tierleid sowie die Belastung durch Feinstaub und andere Umweltauswirkungen pyrotechnischer Veranstaltungen zu reduzieren.
Pressemitteilung
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Sinzig
