SGD Nord: Baumaßnahmen zur Rhein-Deich-Sanierung in Neuwied-Engers laufen

Vandalismus verzögert den Ablauf

Gelände wird jetzt überwacht und Vorfälle zur Anzeige gebracht

Vandalismus verzögert den Ablauf

Deich in Neuwied-Engers an der Eisenbahnbrücke.Foto: SGD Nord

14.01.2022 - 12:50

Neuwied-Engers. Bereits seit mehr als 90 Jahren schützt der Deich in Neuwied-Engers die Menschen der Stadt Neuwied vor Hochwasser. Der in die Jahre gekommene Rheindeich muss saniert werden, weil er im Falle eines extremen Hochwassers nicht mehr standsicher und die Technik veraltet ist. Der Deich wird zurückgebaut und als sogenannter 3-Zonen-Deich wieder aufgebaut. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat den Plan für das Millionenprojekt genehmigt und ist für die Planung, Vergabe und Überwachung der Arbeiten verantwortlich.


In ihrem Auftrag werden momentan die Baustraßen und Baustellenflächen eingerichtet. An den vorgesehenen Baustoffen wurden währenddessen umfangreiche Laboruntersuchungen durchgeführt und im nächsten Schritt sollen diese zu einem sogenannten Probedeich verbaut werden. Der Probedeich muss danach noch einige Tests bestehen, bevor die eigentliche Sanierung starten kann.

Derzeit kommt es allerdings zu Verzögerungen, weil die Baustelle immer wieder verwüstet wird. Auch die aufgestellten Bauzäune wurden mehrfach beschädigt. Die dadurch erforderlichen Aufräumarbeiten und Neubeschaffungen führen nicht nur zu einer zeitlichen Verzögerung der Arbeiten, sondern auch zu höheren Baukosten. Sind die Erdarbeiten erst einmal weiter fortgeschritten, kann bei unbefugtem Betreten der Baustelle sogar eine Gefahr für Leib und Leben ausgehen.

Die SGD Nord hat deshalb die Ordnungsbehörden hinzugezogen und bringt jede Art von Vandalismus zur Anzeige. Zudem wird das Areal künftig verstärkt überwacht. Wer zur Aufklärung der Straftaten beitragen kann, meldet sich bitte bei der SGD Nord, unter der Telefonnummer: 0261 120-8006, oder per Mail, an: Deichertuechtigung-Neuwied@sgdnord.rlp.de.

Zum Hintergrund: Der rechtsrheinische Hochwasserschutzdeich westlich der Ortslage Neuwied-Engers ist ein wichtiger Bestandteil der gesamten Hochwasserschutzanlagen der Stadt Neuwied. Er erstreckt sich von Rhein-Kilometer 601,96 bis Rhein-Kilometer 602,58 und riegelt einen ehemaligen Altarm des Rheins ab, der durch das „Engerser Feld“ verläuft. Neben dem Schutz der Innenstadt von Neuwied wirkt sich der Deich auch schützend auf die für die Region unverzichtbaren Trinkwassergewinnungsanlagen im „Engerser Feld“ aus. Im Hochwasserfall wird der Eintrag von verunreinigtem Rheinwasser in das hinter dem Deich gelegene Trinkwasserschutzgebiet und in das Grundwasser somit vermieden. Für die Sanierungsarbeiten werden Kosten von etwa 7,2 Millionen Euro anfallen. Neben den reinen Baukosten fallen noch weitere Kosten an, wie beispielsweise für Planung, Rodungsarbeiten, Ausgleichsmaßnahmen oder Grunderwerb. Das Land Rheinland-Pfalz investiert in den Schutz der Menschen vor möglichen Fluten knapp 10 Millionen Euro. Die Stadt Neuwied übernimmt 10 Prozent der Gesamtkosten. Je nach Witterungsverhältnissen sollen die Bauarbeiten im Jahr 2023 abgeschlossen sein. Der neue Deich wird insgesamt rund 860 Meter lang sein. Der Hochwasserschutzdeich unterquert bei Rhein-Kilometer 602,1 die Kronprinz-Wilhelm-Brücke.

Pressemitteilung SGD Nord

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Kommentare

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Katie:
Aufgrund des desolaten Zustandes sämtlicher Straßen im Innenstadtbereich kann man sowieso vielerorts keine 50 km/h fahren, weil man sich dann sein Fahrzeug auf Dauer "zerschießt". Ich als mitten in der Stadt lebende Anwohnerin hoffe seit über 25 Jahren (!!!), dass hier mal was passiert und zum Beispiel...
juergen mueller:
Ist immer wieder eine Freude zu lesen, mit welchem Einfallsreichtum man sich mit dem Ausschmücken der deutschen Sprache bedient, anstatt ein Problem einfach, kurz u. bündig, auf den Punkt zu bringen. Nadeln im Heuhaufen. Darauf muss man erst einmal kommen. Da werden sich diejenigen aber freuen, deren...
Hans-Joachim Schneider:
Es ist schön, dass Optimismus im Ahrtal wieder Platz hat. Das ist wohl die wichtige Botschaft dieses Artikels. Die genannten Ideen sind ja alle nicht neu, sondern waren auch schon vor der Flut in den Köpfen derer, denen das Ahrtal und seine touristische Zukunft am Herzen liegt. Allerdings sind Hängeseilbrücken...
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