In der Georg-von-Boeselager Schule gibt es vorübergehend drei Schulformen unter einem Dach
Verbundschule wird zur Sekundarschule
Gründungsfeier mit Lehrern, Eltern und Schülern
Heimerzheim. Schon im Januar hatte die Kölner Bezirksregierung der Georg-von-Boeselager Verbundschule in Heimerzheim die Genehmigung erteilt, zum neuen Schuljahr 2013/14 in eine Sekundarschule umgewandelt zu werden. Schüler, Lehrer, Eltern und Offizielle trafen sich nun zur Gründungsfeier der „Georg-von-Boeselager Sekundarschule“ im Pädagogischen Zentrum der Schule. Nicht nur Bürgermeister Eckhard Maack freute sich dabei, mit diesem Schritt die einzige weiterführende Schule in der Gemeinde Swisttal auf Dauer erhalten zu können. „Die Sekundarschule trägt als neue Schulform dazu bei, langfristig ein attraktives, gerechtes, leistungsfähiges, umfassendes und wohnortnahes Schulangebot zu gewährleisten“, bemerkte er unter dem Beifall des Publikums.
Kooperationspartner ermöglichen höheren Abschluss
Erfreulich sei es auch für die Eltern, die bereits bei der Anmeldung ihrer Kinder Klarheit darüber erhielten, wie ihr Nachwuchs in den folgenden Jahren den Abschluss der Sekundarstufe I, bei Bedarf und Neigung über die Kooperationspartner aber auch den Abschluss der Sekundarstufe II erlangen könnten. Dank der rührigen Schulleitung sei es relativ schnell gelungen, die gesetzlich vorgeschriebenen Kooperationspartner bei den weiterführenden Schulen zu finden. Entsprechende Verträge seien mit dem Berufskolleg in Bonn-Duisdorf, dem Erzbischöflichen Gymnasium St. Josef in Rheinbach, dem Emil-Fischer-Gymnasium in Euskirchen sowie der Gesamtschule in Weilerswist unterzeichnet worden.
Von Vorteil für die Kinder sei es auch, dass die Schule in einem ruhigen Wohnumfeld liege und über großzügig ausgebaute und gut unterhaltene Räumlichkeiten verfüge. Dies alles trage dazu bei, dass gleich zum Start viele Eltern die neue Sekundarschule als Ausbildungsort für ihre Kinder auserkoren hätten und damit letztlich auch die Attraktivität des Wohnstandorte Swisttal weiter erhöht werde.
Leben und Lernen in Gemeinschaft
Schulleiterin Angelika Polifka unterstrich noch einmal das Motto der Schule: „Leben und Lernen in Gemeinschaft“. Nur gemeinsam mit allen am Schulleben Beteiligten könne sich Schul- und Unterrichtsentwicklung positiv entfalten. „Unser Ziel ist es, ein hohes Maß an Identifikation mit unserer Schule zu erreichen“, erläuterte sie. „Wir möchten eine Schule, in der sich alle wohl fühlen, sich gegenseitig mit ihren Stärken und Schwächen gleichermaßen respektieren, und von jemand ausgegrenzt wird.“ In dieser positiven Lernatmosphäre möchte das Kollegium erreichen, dass sämtliche Schüler zu den jeweils für sie bestmöglichen Abschlüssen geführt werden.
Start mit 76 Schülern in der Klasse fünf
Mit der Aufnahme von 76 Schülern in der Klasse fünf starte man nun mit der neu gegründeten Sekundarschule. Von der sechsten Klasse aufwärts würden allerdings alle insgesamt etwa 420 Haupt- und Realschüler in den kommenden Jahren ihre Schullaufbahn in dem von ihnen besuchten Zweig beenden. So gesehen würden sich hinter dem Namen „Sekundarschule“ in Wirklichkeit für noch weitere fünf Jahre drei verschiedene Schulformen verbergen, von denen jede für sich eine eigene Identität und ein eigenes Profil besitze: die „alte“ Hauptschule und die „alte“ Realschule sowie die „neue“ Sekundarschule.
Längeres gemeinsames Lernen im Klassenverbund
Neu in der Sekundarschule sei vor allem das längere gemeinsame Lernen im Klassenverbund, über die Grundschulzeit hinaus für zwei weitere Jahre. Die Festlegung auf den Besuch einer bestimmten Schulform und der damit in der Regel verbundene Schulabschluss würden dadurch länger offen gehalten. Erst ab der Klasse sieben gebe es Unterricht auf zwei verschiedenen Leistungsniveaus, wobei die Möglichkeit zum Wechsel und eine hohe Durchlässigkeit gewährleistet sein.
Die parallele Existenz dreier Schulformen bedeute auch für das Kollegium und die Schulleitung eine besondere Herausforderung und ein wesentliches „Mehr“ an Überlegungen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung. Schon jetzt bildeten Schüler, Eltern, Kollegium, Mitarbeiter und die Gemeinde Swisttal als Träger einen stabilen Sockel, auf dem sich weitere Bausteine zur kompletten Schule als „Haus des Lernens“ miteinander verzahnten, erläuterte die Schulleiterin. So fänden die Schüler der Sekundarschule einen zuverlässigen Ganztagsbetrieb vor, bei dem unter der Trägerschaft der Katholischen Jugendarbeit (KJA) Kindern ein altersgemäßes, abwechslungsreiches Betreuungsangebot in der einstündigen Mittagspause zu Verfügung stehe. In der Mensa gebe es gemeinsames Mittagessen, und ein vielfältiges Angebot mit derzeit 31 Arbeitsgruppen wecke nachmittags Interessen und fördere Begabungen. Klassenfahrten, Exkursionen und gemeinsame Feste kennzeichneten das Schuljahr, ebenso wie zahlreiche Projekte und die Teilnahme an mehreren Wettbewerben.
Die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule sehe sich in der Tradition des Namensgebers als Schule ohne Rassismus, in der die Vermittlung von Werten von großer Bedeutung sei. Dazu gehört auch der pädagogische Anspruch, „Vielfalt als Chance“ wahrzunehmen, weshalb hier schon seit 2000 die Inklusion selbstverständlich sei. Unterstützt durch drei Sonderschullehrerinnen unterrichte man derzeit 19 Schüler mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten und arbeite eng mit den regionalen Förderschulen zusammen. Auf der anderen Seite gebe es auch eine umfassende Begabungsförderung, und zahlreiche Schüler hätten im Laufe ihrer Schulzeit den Schultyp im gleichen Haus erfolgreich gewechselt.
„Gütesiegel Berufswahl“ erhalten
Im Juli diesen Jahres habe die Schule außerdem das „Gütesiegel Berufswahl“ für seine vorbildliche Berufswahlvorbereitung verliehen bekommen, denn es sei wichtig, sehr früh zu erkennen, wo die individuellen Stärken und Schwächen lägen und für welchen Beruf oder welche Ausbildung sich der jeweilige Schüler besonders eigne. Deshalb absolvierten die Schüler im Laufe ihrer Schulzeit insgesamt fünf Berufspraktika, außerdem gebe es fünf Lernpartnerschaften mit Unternehmen der Region. Die Georg-von-Boeselager Sekundarschule gehöre nicht zuletzt auch zu den „Komm Mit“-Zukunftsschulen in Nordrhein-Westfalen, die sich zum Ziel gesetzt hätten, jedes Kind mit seinen Stärken und Schwächen anzunehmen, zu fördern und zu fordern.
