Politik | 30.09.2016, 08:27 Uhr

EnAHRgie:

Wege einer nachhaltigen Landnutzung und Energieversorgung im Kreis Ahrweiler

In Fokusgruppen, Foren werden nun Maßnahmenempfehlungen und Fallstudien abgestimmt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Kreis Ahrweiler stellt man sich aktuell der Aufgabe, Potenziale, Herausforderungen und Chancen einer lokalen Energieversorgung zu bestimmen, um ein nachhaltiges und mit den Regionalakteuren abgestimmtes Konzept zur Energiewende im Landkreis zu formulieren. Dazu wurde zunächst der Status Quo ermittelt. Das Bundesforschungsprojekt EnAHRgie hat von März 2015 bis April 2016 unter Beteiligung des Landkreises, der Kommunen, Unternehmen und Banken, lokaler Verbände und Vereine sowie Bürgerinnen und Bürgern eine Bestandsaufnahme zum Thema durchgeführt. Konkrete Aufgabe von EnAHRgie ist es, Lösungsvorschläge in Regionen mit schwierigen Startbedingungen für die Energiewende zu erarbeiten. Der Kreis Ahrweiler ist Modellregion, in der mit Naturschutz, Gewerbeansiedlung, Infrastruktur, Wohngebieten und Naherholung eine starke Landnutzungskonkurrenz besteht.

Erhebliches energetisches Potential

Die gute Nachricht ist: das energetische Potenzial im Landkreis ist erheblich. Zentrale Aufgabe ist nun, Wege zu finden dieses innerhalb der rechtlichen, politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen soweit wie möglich auszuschöpfen. Insbesondere aktuelle rechtliche Vorgaben reduzieren das Windkraftpotenzial maßgeblich. Ein wichtiger Punkt sind Förderbedingungen. Wesentlich ist auch die enge Einbindung von Bevölkerung und lokalen Akteuren, zumal deren Chancen und Belastungen in diesem Prozess sehr unterschiedlich sind. Beste Aussichten bietet eine zentrale Koordination bei dezentraler Mitgestaltung.

Rückblick:

Nach der Katastrophe von Fukushima waren erneuerbare Energien in aller Munde. Der Kreistag Ahrweiler traf im Juni 2011 zusammen, um bestehende Aktivitäten in diesem Bereich zu bündeln. Per Beschluss soll die Stromversorgung bis 2030, langfristig die gesamte benötigte Energie im Landkreis, bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen. An die Maßnahmen knüpfte EnAhrgie an, dessen Status-quo-Bericht ist nun wiederum Grundlage für die Erarbeitung eines breit abgestimmten Energiekonzepts für den Landkreis Ahrweiler.

Ziele und weitere Maßnahmen

Ziel ist ein robuster Mix aus dem Ausbau verschiedener Wege der Energieerzeugung sowie Energieeffizienz- und Ausgleichsmaßnahmen. So stellt die Studie beispielsweise fest, dass im Landkreis ein hohes ungenutztes energetisches Potenzial an erneuerbaren Energien besteht. Trotz restriktiver Rahmenbedingungen gibt es viel Spielraum, um die Energieversorgung erneuerbar abzudecken.

Was die Ergebnisse auch zeigen ist, dass Ahrweiler geprägt ist durch heterogene Interessen der Gemeinde und Städte und – bezogen auf den gesamten Landkreis – eine nur schwach ausgeprägte gemeinsame Identität der Bevölkerung. Dies sind Schlüsselherausforderungen eines kreisweiten Energiekonzepts, denn für das Gelingen der lokalen Energiewende ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Gemeinden und privaten Akteuren zentral.

In Fokusgruppen, Foren und bei runden Tischen werden nun Maßnahmenempfehlungen und Fallstudien abgestimmt. Parallel wird ein Verfahrensmodell erarbeitet, das Wege konkreter Bürgerbeteiligung im politischen Prozess der Umsetzung des Energiekonzepts aufzeigt.

Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen gerne unter andre.schaffrin@ea-aw.de

zur Verfügung.

Weitere Informationen:

· www.enahrgie.org

· www.ea-aw.de

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