BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/ÖDP im Stadtrat Münstermaifeld

Welchen Stellenwert hat Artenschutz, Hochwasser- und Starkregenvorsorge?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN/ÖDP lehnen Ausweisung eines Bebauungsplans auf Sevenicher Auen ab

Welchen Stellenwert hat Artenschutz, Hochwasser- und Starkregenvorsorge?

Überschwemmung der Sevenicher Wiese bei Regen. Foto: Gavin Grosvenor

10.06.2022 - 12:25

Münstermaifeld.Die Fraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN/ÖDP hält den Bauantrag eines Inves-tors auf 6.450 qm inmitten der Sevenicher Auenlandschaft für unverantwortbar. Die Sevenicher Auen mit ihren Feuchtwiesen, Bächen und Quellen sind durch die UN-Dekade für Biologische Vielfalt als besonders artenreich ausgezeichnet worden.

www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/aktuelle-projekte-beitraege/detail/projekt-details/show/Wettbewerb/3580/

„Für diese Flächen sind eine hohe Bodenfeuchtigkeit, stagnierendes Grund- und Stauwasser, sowie teilweise Überschwemmungen typisch. Die Auenbereiche erstrecken sich über das ganze geplante Baugebiet vom Wallerbach bis zur Dorfstraße. Die Hochwassergrundlagenkarte des Landesamtes für Umweltschutz (LfU) definiert diese Auenbereiche im Rahmen der Aktion Blau Plus mit dem Ziel „Erhaltung der Grünlandnutzung in der Aue“, erklärt Gavin Grosvenor, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, die Besonderheit dieses Gebietes.

„Die neue Starkregengefahrenkarte des Landesamtes für Umweltschutz (LfU) weist die gleichen Flächen, in Blau schraffiert, als potentielle Überflutungsflächen aus. In der Starkregengefahrenkarte ist die ganze Sevenicher Ortslage durch Sturzflut vom LfU sogar in die höchste Gefahrenkategorie ROT eingestuft worden.

Deshalb bemühen wir uns seit Jahren in Zusammenarbeit mit dem BUND um die Unterschutzstellung der Fläche“, ergänzt Klaus Meurer, Fraktionsvorsitzender.

Die Fraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN/ÖDP kritisiert, dass den Mitgliedern des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses, vor der Beratung im Ausschuss am 2. Juni 2022, nicht alle wichtigen Unterlagen zu dem Bebauungsplan in Sevenich „Wohnen mit Pferden“ zur Verfügung gestellt wurden.

„Aufgrund dieser Tatsache hatten wir vorab schriftlich beantragt, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Die Vertagung wurde von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Zu den fehlenden Dokumenten gehörten unter anderem auch die Ortsbegehung zum Hochwasserschutz des Büros Dr. Siekmann im Rahmen des Hochwasservorsorgekonzeptes der Verbandsgemeinde Maifeld. Deren Empfehlung lautet: „Aus fachlicher Sicht sollte die bestehende Nutzung und Funktion (Feuchtwiese mit natürlichem Retentionspotential) erhalten bleiben.“


Bebauung steigert Hochwassergefahr


„Eine Bebauung in dieser wichtigen Retentionsfläche gefährdet zum einen die Familien, die dort bauen möchten, erhöht zum anderen die Hochwassergefahr der bisherigen Siedlungsbereiche und steigert zusätzlich auch die Gefahrenlage für alle bach-abwärts folgenden Bereiche über Elztal, Moselkern bis zur Mosel,“ argumentiert Klaus Meurer, Fraktionsvorsitzender.

Der BUND hat für das Gebiet „Sevenicher Feuchtwiesen und Auen“ einen Antrag auf einstweilige Sicherstellung, sowie auf Festsetzung eines Überschwemmungsgebietes gestellt.

Laut Interpretation der Universität Koblenz sind Auen natürliche Überschwemmungsflächen entlang von Flüssen und Bächen, mit welchen sie eine Einheit bilden und in permanentem Austausch stehen. Durch den ständigen Wechsel von Überflutung und Trockenheit entstehen in Flussauen zahlreiche unterschiedliche Lebensräume, welche geprägt sind von Bewegung und Dynamik.“ https://www.uni-koblenz-landau.de/de/landau/fb7/umweltwissenschaften/eeres/auen.

Auenökosysteme beherbergen generell eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf engstem Raum. Eine typische Reptilienart ausgedehnter Feuchtwiesen, sofern Kleingewässer in das Grasland eingebunden sind, ist die Ringelnatter Natrix natrix, die in Sevenich auf der ganzen Fläche vom Feuchtgebiet Nord bis Sevenich Mitte, bis Ottilienquelle beobachtet wird. Zusätzlich leben in Sevenich auch die sehr seltenen Barrenringelnattern Natrix helvetika und es kommen außerdem die sogenannten Schwärzlinge dieser Arten vor. Alle Ringelnatterarten sonnen sich im Sommer zwischen Mai und August gerne an offenen Stellen in den Wiesen. Sie kommen genau wie die Grasfrösche und Kröten auf der Wiese des Bauvorhabens vor und werden auch auf der darüber liegenden Dorfstraße gesehen. Dies zeigt sich leider auch jedes Jahr durch überfahrene Exemplare, weshalb der BUND schon vor vielen Jahren Warnschilder zum Schutz der Amphibien am Straßenrand aufgestellt hat. Amphibien brauchen für ihre Fortpflanzung offene Wasserflächen, in denen sie laichen und sich ihre Larven entwickeln können. Sie benötigen zur Überwinterung und Übersommerung aber zugleich offene Landhabitate wie Feuchtwiesen und sind als Komplexbewohner auf eine Verzahnung von amphibischen und terrestrischen Räumen angewiesen.

Gavin Grosvenor, stellvertretender Fraktionsvorsitzender sagt: „Gerade die Kombination aus Hochwassergefahrengebiet in einer Aue zusammen mit der höchsten Starkregengefahrenstufe ist ein hoch riskantes Unterfangen für ein neues Baugebiet. Bei einer in Aussicht stehenden Ausweisung als Schutzgebiet hingegen können hervorragende Synergieeffekte für Mensch und Natur erreicht werden. Mit der Einstufung als Schutzgebiet könnte der Landkreis Mayen-Koblenz auch ein wichtiges Signal an die Bevölkerung senden und zeigen, dass man es wirklich ernst damit meint, ein umweltfreudlicher Landkreis zu sein.“

Informationen zu den Sevenicher Feuchtwiesen und Auen sind unter https://myk.bund-rlp.de/themen-projekte/artenschutz/, sowie auf der Homepage der Bürgerinitiative Auenschutz Sevenich einsehbar https://auenschutz-sevenich-bi.de.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die regelmäßig Informationen per Mail erhalten möchten, bitte bei folgender Mailadresse anmelden: klausmeurer@t-online.de

Hier erhält man in einem Bürger*innen-Newsletter zu jeder Stadtratssitzung konkrete Informationen zu den Tagesordnungspunkten im öffentlichen Teil. Weitere Informationen unter: www.gruene-myk.de und www.oedp-muenstermaifeld.de

Pressemitteilung

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germät:
Alle Jahre wieder und fast nichts geschieht! Die meisten Fahrräder haben gar kein Licht. Hier ist Schutz für "Alle" aber auch für sich selbst eingefordert. Fahrräder instand setzen und vorführen lassen. Ansonsten passiert hier gar nichts! ...
juergen mueller:
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Alles fängt im Elternhaus an und die jungen Taugenichtse haben es wohl nicht besser gelernt. Die Quittung der modernen und digitalen Zeit und volles Versagen der Generation XYZ. Was soll noch Gutes in diesem Land wachsen ?...
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