Stadt Unkel will das Gelände von der zurück und als Bürgerpark nutzen
Wie geht es weiter mit dem Schwimmbadgelände?
Unkel. „Wir möchten uns die Möglichkeit sichern, das Freibad-Gelände für unsere Bürger zu nutzen. Außerdem brauchen wir den Parkplatz an der Linzer Straße nicht zuletzt für Veranstaltungen auf unserem Sportplatz.“ Mit diesen Worten begründete der Unkeler Stadtbürgermeister Gerhard Hausen auf den jüngsten Ausschusssitzung den Antrag, das Gelände kostenlos von der VG zurückzubekommen. Das hatte bis Ende 1974 der Stadt gehört, bevor es samt dem großen Parkplatz aufgrund gesetzlicher Regelungen Anfang 1975 als zentrale Sport-, Spiel- und Freizeitanlage von Unkel in das Eigentum der Verbandsgemeinde übergegangen war. Da das Freibad bereits seit 2006 geschlossen ist und eine Sanierung durch den Förderverein vom VG-Rat mehrheitlich abgelehnt worden war, waren sich alle Mitgliedern des Gremiums einig, dass das große, mit Bäumen bestandene Areal nun wieder in den Besitz der Stadt übertragen werden sollte, da es entsprechend seit zwölf Jahren nicht mehr als Sportstätte genutzt wird.
„Es kostet die VG rund 20.000 Euro pro Jahr, das große Gelände in Stand zu halten, bei anfallendem Baumschnitt noch erheblich mehr“, rechnete der CDU-Fraktionsvorsitzende Alfons Mußhoff vor. Diese Kosten seinen viel zu hoch, um das Areal brach liegen zu lassen, für das es immer noch kein Nutzungskonzept gebe. Das müsse auf jeden Fall kurzfristig erarbeitet werden, forderte er. „Wir unterstützen zwar den Antrag, glauben aber nicht, dass wir damit im VG-Rat Erfolg haben werden, zumal ein Kaufangebot vorliegt“, erklärte der Christdemokrat. Angesichts der Bedeutung des Parkplatzes beauftrage seine Fraktion den Bürgermeister, in Verhandlungen sicherzustellen, dass dieser unabhängig von den Besitzverhältnissen weiter öffentlich genutzt werden könne, so der Fraktionsvorsitzende.
„Die Geschichte um das Freibad ist überaus traurig, ja ein richtiges Desaster“, urteilte sein SPD-Kollege Bernd Meyer. Die Garantiezusage der Privatleute, das Freibad-Gelände gegebenenfalls zu kaufen, sei mit dem Argument abgelehnt worden, dieses sei angesichts seiner Lage im Hochwassergebiet wertlos. „Da muss sich unser VG-Chef allerdings mächtig geirrt haben, denn immerhin gibt es einen Investor, der ganz anderer Meinung zu sein scheint. Wenn es jetzt tatsächlich zum Verkauf kommen sollte, würde die ganze Geschichte höchst unanständig“, so Bernd Meyer.
Was mit dem Gelände des ehemaligen Unkeler Freibads geschehen wird, steht noch nicht fest. „Ein großer Schritt zu einer sinnvollen Nutzung scheint getan: Der im vergangenen Jahr von Mitgliedern des in Unkel aktiven ‚Kontaktkreises Flüchtlinge‘ gegründete Verein ,Gemeinsam für Vielfalt‘ erarbeitet derzeit das Konzept eines Bürgerparks, das 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll“, hatte VG-Chef Karsten Fehr im Vorjahr berichtet. Demnach soll das Freibad-Gelände als Begegnungspark für Einheimische und Geflüchtete genutzt werden. „Durch den ‚Kontaktkreis Flüchtlinge‘ wurde zudem eine Verbindung zu potenziellen amerikanischen Sponsoren hergestellt“ so der Verbandsbürgermeister, der nach eigener Aussage das Projekt durchaus befürworte das Projekt, da diese viele der 2015 von den Bürgern eingebrachten Ideen enthalte, sodass ursprüngliche Ideen realisiert würden und darüber hinaus der Integrationsprozess gefördert werden könnte. Dies scheint jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung zu treffen. So soll die CDU-Fraktion im VG-Rat, zumindest ihre Nicht-Unkeler Mitglieder, nicht gewillt sein, auf mögliche Einnahmen durch einen Verkauf zu verzichten. Immerhin geht es um eine durchaus stattliche Summe. Auf Anfrage des Vorsitzenden der CDU-Fraktion im VG-Rat, Stefan Schmitz, berichtete Karsten Fehr, dass der potenzielle Investor bereit sei, fünf Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Demnach würden zumindest zur Zeit für das rund 25.700 Quadratmeter große Freibadgelände immerhin satte 128.570 Euro in die Kasse der VG fließen. DL
