Politik | 17.07.2017

Im Höhenstadtteil fehlen Kita-Plätze

„Wir möchten nicht vergessen werden!“

Elternausschuss Stromberg bittet um Gespräch, um offene Fragen zu klären

Der Elternausschuss der Kita Stromberg: (v.l.) Ursel Freisberg, Sarah Hofmann, Diana Albert, Tanja Simmat, Vanessa Balzun, Nancy Nestmann und Nadine Meyer. Privat

Bendorf-Stromberg. Der Höhenstadtteil Bendorfs bietet jungen Familien Bauplätze in den Neubaugebieten an. Jedoch fehlen – soweit derzeit absehbar – durchschnittlich fünfzehn Kitaplätze in der Kommunalen Kindertagesstätte Stromberg. Dieses Problem betrifft nicht nur Neu-Stromberger, sondern natürlich auch die Familien, die nun mit ihrem Nachwuchs vor der Ungewissheit eines Kita-Platzes stehen. Mit ihren Sorgen und Nöten suchten die Eltern und der Elternausschuss der Kita das Gespräch mit Bürgermeister Michael Kessler, der bei einem im Mai von ihm einberufenen Elterabend dann leider nicht anwesend sein konnte. Oliver Michels als Fachbereichsleiter Kindergärten der Stadt und Jessica Kantz als Kita-Leiterin hatten damals die Fragen der Eltern beantwortet, dennoch bleiben natürlich viele Fragezeichen.

Die Idee der Stadtverwaltung, eine Waldkindergartengruppe als kurzfristige Lösung zu installieren, stieß auf Interesse. Inzwischen sind zwölf Kinder für eine solche Lösung offen. Nach der Vertagung des Jugend- und Sportausschusses konnte dieser Punkt auch nicht weiter behandelt werden.

„Damit steigt die Unsicherheit und Ungewissheit, wie es für die Familien in Stromberg weiter geht“, so Tanja Simmat, die Vorsitzende des Elternausschusses der Kita Stromberg. „Die ersten Eltern müssen sich dann – um langfristig planen zu können – anderweitig wegen eines Kitaplatzes umsehen. Für die Eltern, die bereits ihr Interesse angemeldet haben, kommt der Waldkindergarten dann wahrscheinlich zu spät und damit wird die Zahl der Kinder, die sich für einen Waldkindergartenplatz interessieren, wieder geringer.“ Wenn die Waldgruppe nicht zustande kommt, gibt es auch keine freiwerden Platzressourcen in der Kita.

„Wir sehen ein Problem auch in Sachen Personalknappheit. Die Betreuerinnen und die Kitaleitung machen ihre Sache im Rahmen ihrer Möglichkeiten hervorragend.

Dennoch müssen durch Krankheit, Fortbildung oder sonstige Einsätze die Eltern gebeten werden, die Kinder – wenn möglich – zu Hause zu betreuen“, so Simmat. „Nur so konnten offizielle Verkürzungen der Kita-Öffnungszeiten bisher vermieden werden.“ Die Einstellung einer „Springerkraft“ wäre aus Sicht des Elternausschusses sinnvoll.

Als ebenso wichtig sehen die Eltern die Entlastung der Kita-Leitung für administrative Aufgaben an. Auch eine interkulturelle Fachkraft, die tageweise im Einsatz ist, und eine Ehrenamtskraft können die Personalknappheit und einen Ausfall wegen Schwangerschaft nicht auffangen.

Der Fachbereichsleiter Kindergärten, Oliver Michels, hatte beim Mai-Elternabend angekündigt, im Kindergartenjahr 2018/19 könnte der geplante Anbau der Kindertagesstätte realisiert werden. „Wenn der Anbau kommt, hoffen wir auf einen zweigruppigen Ausbau als zukunftsweisende Investition und als gutes Zeichen für Stromberg“, so die Eltern. Jüngst erst hatte die Bertelsmann-Stiftung festgestellt, dass die Zahl der Kinder wieder steigt und damit natürlich auch die Zahl der Anwärter auf Kitaplätze. „Leider haben wir bis heute – auch auf Nachfragen – keine konkreten Antworten aus Bendorf bekommen. Wir wissen, dass es um die finanzielle Situation der Stadt nicht rosig bestellt ist, aber Kinder sind nun mal das Potenzial und die Zukunft einer Stadt. Auch wäre es für uns ein gutes Signal, wenn der Bürgermeister sich die Zeit nehmen würde für einen Besuch in der Kita Stromberg und im persönlichen Gespräch mit den Eltern vielleicht Ängste und Sorgen auch relativieren könnte“, so Tanja Simmat.

„Für uns wäre es einfach wichtig, dass wir nicht das Gefühl haben, vergessen zu werden! Wir Eltern brauchen Planungssicherheit und verlässliche Aussagen, wie sie manchmal nur ein Bürgermeister geben kann. Zuletzt hatte der Elternausschuss schriftlich beim Bürgermeister um die Beantwortung offener Fragen gebeten. „Seit über sechs Wochen warten wir nun auf Antwort oder eine Eingangsbestätigung“.

Der Elternausschuss steht als Bindeglied der Eltern ein und sucht nach wie vor das offene, persönliche Gespräch mit Bürgermeister, Rat und Parteien. „Wir erhoffen uns ein Miteinander, in dem die Fakten besprochen und unsere Fragen geklärt werden können“.

Pressemitteilung

des Elternausschusses

der Kita Stromberg

Der Elternausschuss der Kita Stromberg: (v.l.) Ursel Freisberg, Sarah Hofmann, Diana Albert, Tanja Simmat, Vanessa Balzun, Nancy Nestmann und Nadine Meyer. Foto: Privat

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