Für eine Entscheidung brauchen Dierdorfer VG-Rat und Verwaltung mehr Daten und Fakten
Wird das Rathaus saniert oder neu gebaut?
Hochschulstudenten könnten Vorschläge machen – Betreuende Grundschule kostet bald monatlich 20 Euro
Dierdorf. Wird das Rathaus in der Dierdorfer Poststraße 5 saniert oder wird ein neues gebaut? Diese Frage konnte bei der jüngsten Verbandsgemeinderatssitzung niemand beantworten, dennoch wurden Vorgehensweisen diskutiert. VG-Bürgermeister Horst Rasbach erklärte, dass er bereits mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion über das Thema gesprochen habe. „Eine Studie der Kommunalbau ergab, dass auf dem Grundstück freie Flächen Richtung Wiese oder Parkplatz Neuwieder Straße einen Neubau von ca. 42,5 Meter mal knapp 13 Meter mit Anbau eines Sitzungssaals ermöglichen. Wenn es sich wirtschaftlich darstellen lässt, wird das Land entsprechende Zuschüsse geben. Laut eines Schreibens des Landesrechnungshofs ist die Sanierung nicht die wirtschaftlichste Lösung, wenn sie mehr als 80 Prozent eines Neubaus kostet“, führte Rasbach aus. Er verwies auf die Kommunalbau, die meint, dass sich mit 3900 Euro pro Quadratmeter ein Gebäude erstellen ließe. „Hinzu kommen noch Kosten für den Anbau und die Finanzierung. Wir werden noch ein paar Tage brauchen, damit wir wissen, wie hoch die sind. Wir werden jetzt nicht schon einen Haufen Geld für die Planung ausgeben, weil wir nicht wissen, ob wir überhaupt bauen. Das ist der Sachstand heute Abend, mehr kann ich nicht sagen“, unterstrich der Bürgermeister.
Natürlich gab es einige Fragen und auch Vorschläge von Ratsmitgliedern, die meinten, dass sie als Grundlagen für eine Entscheidung viel mehr Daten und Fakten brauchen. Ein VG-Ratsmitglied schlug vor, Hochschulstudenten in Koblenz mit einem Entwurf zu betrauen. Die jungen Studenten könnten dann preiswert ein Konzept entwickeln oder man lobt bei den Studenten einen Preis aus, der nicht viel kostet, aber Rat und Verwaltung weiter hilft. Horst Rasbach versprach, sich in dieser Richtung kundig zu machen und: „Ich werde mich drum kümmern.“
Elternbeiträge für betreuende Grundschulen
Auf der Tagesordnung stand auch die Beschlussfassung über Elternbeiträge der betreuenden Grundschule. Hier folgte der VG-Rat dem Vorschlag der Verwaltung, die einen monatlichen Betrag von 20 Euro vorschlug. Horst Rasbach rechnete vor, dass die 2012 festgesetzten Beiträge nicht mehr reichen, da höhere Löhne durch längere Dienstjahre entstanden sind. Ohnehin geben Land und Verbandsgemeinde jährlich je rund 1800 Euro für die betreuende Grundschule aus. Damit und den Elternbeiträgen von 3750 Euro können im Schulhalbjahr 2015/16 die Personalkosten von rund 9135 Euro nicht gedeckt werden. Es fehlen noch rund 1823 Euro, die die Eltern nachzuzahlen hätten. Bei 38 Vollzahlern in den Grundschulen Dierdorf und Großmaischeid sind fast 48 Euro pro Kind nachzuzahlen, wodurch der Monatsbeitrag auf 23 Euro steigen würde. Die 3 Euro übernimmt die VG als Zuschuss, denn je weniger Eltern das Angebot nutzen, desto teurer wird es.
