Politik | 30.09.2016

Zu wenig Schwimmunterricht für die Kinder im Kreis

Kreis Ahrweiler Die Anfrage der CDU-Abgeordneten Guido Ernst und Horst Gies, hat für den Kreis Ahrweiler das von beiden gefürchtete Ergebnis gebracht.

Die beiden Abgeordneten hatten nach der Erteilung des Schwimmunterrichts an den Schulen im Kreis gefragt. Die Antwort der Landesregierung konnte sie nicht zufriedenstellen. Im allgemeinen Vorspann ihrer Antwort verweist diese zu Beginn des Schreibens darauf, dass die „Vermittlung der Fähigkeit des Schwimmens“ zum Teil von der Familie, zum Teil von Schwimmvereinen übernommen werde. Daneben habe „ die Schule den Auftrag angenommen, Schülerinnen und Schüler zu Schwimmerinnen und Schwimmern zu machen“. Danach stellt die Landesregierung in dem Schreiben fest, dass Schwimmunterricht grundsätzlich zum Kanon des Sportunterrichts gehöre, die Lehrpläne aber keine verbindlichen Vorgaben enthielten, wann dieser Unterricht zu erteilen sei. Dies könne von Verfügbarkeit der Sportstätten, Wasserzeiten in den Schwimmbädern, organisatorischen Problemen bei der Unterrichtsgestaltung, wie z.B. zu große Entfernung zum nächsten Bad usw. abhängen. Die Sportreferenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hätten berichtet, dass in 90 Prozent der Fälle, in denen kein Schwimmunterricht erteilt würde, fehlende Wasserzeiten und Schwimmbäder ausschlaggebend seien. Genau hier setzt die Kritik der beiden CDU-Abgeordneten Guido Ernst und Horst Gies an. Denn dies ist auch im Kreis Ahrweiler zu beklagen. So wird in den Grundschulen des Kreises nur im Gebiet der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und der Gemeinde Grafschaft offiziell Schwimmunterricht erteilt. In Adenau gibt es, so die Grundschule Adenau, Förderung von Ferienkursen und Bussen zum Schwimmbad Bad Münstereifel in den Ferien. Also eher eine freiwillige, nicht für alle greifende Maßnahme. In der übrigen VG Adenau gibt es keinen Schwimmunterricht an den Grundschulen. Dies gilt auch für die Grundschulen in der VG Brohltal und die Grundschulen in der VG Bad Breisig, Sinzig und Remagen. Bei den weiterführenden Schulen, also Realschulen plus und Gymnasien gilt dies auch in den Verbandsgemeinden Adenau, Altenahr, Brohltal, Bad Breisig und für die Realschule plus Sinzig. Man kann also sagen, dass ein sehr großer Teil der Schülerinnen und Schüler im Kreis nicht in der Schule das Schwimmen erlernen kann und je nach Wohnort überhaupt Schwierigkeiten bei diesem Ziel hat.

„So ist es kein Wunder“, sagt der Bildungsausschussvorsitzende im Landtag Guido Ernst, „dass jeder dritte Grundschüler in Rheinland-Pfalz nicht schwimmen kann. Das werden in unserem Kreis noch mehr sein.“ Sein Kollege Horst Gies ergänzt: „Und das ist nicht die Schuld des Kreises und der Kommunen, denn die sind aufgrund ihrer schlechten Finanzausstattung nicht mehr in der Lage, Schwimmbäder zu finanzieren und damit zu erhalten.“ Die beiden Abgeordneten fordern deshalb die Landesregierung dazu auf: „ das Angebot von Schwimmunterricht in räumlicher Nähe und ohne lange Wartezeiten als Teil der Basisvorsorge für Bürgerinnen und Bürger anzuerkennen und die Kommunen durch eine Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung finanziell in die Lage zu versetzen, eine entsprechende Infrastruktur, auch über die interkommunale Zusammenarbeit vorzuhalten.“

Büro der MdL Horst Gies (CDU)

und Guido Ernst (CDU)

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