Politik | 11.10.2021, 10:39 Uhr

CDU Bendorf und WUM

Zur Reaktivierung der Brexbachtalbahn

Bendorf. Der Stadtrat der Stadt Bendorf verabschiedete mit großer Mehrheit eine Resolution gegen die Reaktivierung der Brexbachtalbahn. Für die Antragsformulierung der SPD bedanken sich nochmals die Fraktionsvorsitzende der CDU und WUM. Im Nachgang werden von den Befürwortern Presseberichte veröffentlicht, die so nicht stimmen. Daher haben sich die Fraktionen der CDU und WUM entschieden, über eine Presseerklärung entsprechende Punkte richtig zu stellen.

Touristische Nutzung der Bahnstrecke:

Alle Fraktionen im Rat der Stadt Bendorf würden eine ausschließlich touristische Nutzung befürworten. Dieser geringe gelegentliche Bahnverkehr würde zu keiner nennenswerten Problematik für die Stadt führen. Jedoch haben Personen (Unternehmer), Vereine und Vereinigungen andere Fakten geschaffen, die besagen, dass ein öffentlicher Nahverkehr und Güterverkehr über die Strecke rollen solle. Rat und viele Bewohner der Stadt gingen jahrelang somit von falschen Vorgaben aus.

Aufwertung durch die Landesgartenschau:

Die Strecke wurde nicht in die Planung der Landesgartenschau (Laga) aufgenommen. Hintergrund war die Kreuzung von Bahn und Straße im Bereich des Kreisels B42/Brauereistraße. Eine höhengleiche Überquerung kann dort nicht stattfinden. Dies entspricht auch der Auffassung des Verkehrsministeriums. Somit mussten dazu andere Lösungen für den Fall einer Betriebsgenehmigung an den unternehmerisch tätigen Betreiber her. Zurzeit wird eine Unterführung des Straßenverkehrs dort favorisiert. Die formale Voraussetzung soll im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens erfolgen. Das Verfahren und die Errichtung der Unterführung kann nicht zeitgerecht zur Laga erfolgen. Anderslautende Berichte sind somit nicht richtig.

Nutzen und Schaden in Abwägung:

Den Nutzen der Reaktivierung hat logischerweise in erster Linie der Inhaber der Betriebsgenehmigung und Pächter der Strecke. Dies ist ein Unternehmen, welches gewinnorientiert die Strecke vermarkten will. Dies ist auch nichts Unehrbares.

Jedoch kreuzt die Bahnstrecke höhengleich einige stark befahrene Straßen in Bendorf. Dies führt zu empfindlichen Verkehrsrückstaus. Die damit verbunden weiteren Folgen wären beispielhaft, Käuferabwanderungen im Discounterberreich, eine nichtauszuschließende Verkehrsanbindung der Engerser Landstraße an die B42 mit den schon 2001 aufgeführten Belästigungen für Teile von Sayn, Engers und Mülhofen, sowie erhöhte Unfallgefährdung. Da Lärmschutzmaßnahmen für die Strecke im Bereich Bendorf und Sayn überwiegend nicht möglich sind, müssten die Hauseigentümer kostenintensive Eigenmaßnahmen durchführen, welche aber nur marginale Erfolge versprächen. Die weiterführenden Folgen würden sich auch negativ auf die Innenstadt niederschlagen. Ferner würden Baugebiete für finanzierbare Gebäude und Wohnungen wegfallen.

ÖPNV

Aufgrund eines von einem renommierten Büro erstellten Lärmgutachtens werden dort mit Hin- und Rückfahrt ca. 50 Züge von morgens 5 Uhr bis nachts um 1 Uhr überwiegend im Stundentakt die Strecke befahren.

Bemessungsgrundlage für die Notwendigkeit einer Eingliederung der Brexbachbahn in den ÖPNV im Bereich des Personenverkehrs sollen Handyortungen sein. Dies halten wir für unangemessen und nicht korrekt, um eine Bedarfszahl zu ermitteln, da hieraus nicht ein Erfordernis für den Personenverkehr, insbesondere in und aus dem Westerwald gezogen werden kann. Weiterhin ist die Strecke kurvenreich und kann nicht schnell befahren werden. Auch erforderliche Zugwechsel durch damit verbundenes Umsteigen, macht die Strecke gegenüber dem Individualverkehr sehr unattraktiv. Da der Zeitfaktor eine große Rolle im heutigen Leben darstellt, halten wir eine hinreichende Akzeptanz für äußerst gering.

Im Gegensatz dazu wäre der Ausbau der Rheinschiene für den Berufspendelverkehr der richtige Ansatz. Park & Ride-Flächen müssten ausreichend dann vorhanden sein. Auch subventionierter Busverkehr (Ausbau der elektronisch angetriebenen Busse) im individualen Einsatz ist viel nutzbringender, der hier dann zeitnah gefahren werden kann.

Eine richtige Konkurrenz zum Auto (später Elektroauto) wäre eine Bahnschnellstrecke entlang der Autobahn zum Bahnhof Montabaur. Hiermit soll klargestellt werden, dass WUM und CDU für Klimaschutz und für die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene sich sehr wohl einsetzen, jedoch ist die Brexbachtalbahn, wie dargelegt, ein ungeeignetes Mittel hierfür.

Klimaschutz:

Wie schon dargelegt ist die ca. 20km kurvige Strecke im Brexbachtal für eine angenommene Nutzung des Berufs- und Individualverkehres ungeeignet. Es macht keinen Sinn, Züge mit wenigen Fahrgästen zu transportieren. Gütertransport mit Dieselloks sind umweltbiologisch keine Alternative. Deshalb trägt die Reaktivierung diese Strecke auch nicht zum Klimaschutz bei.

Selbstverständlich können Befürworter eine andere Meinung vertreten. Bedenklich finden wir es jedoch, dass Vertreter von Vereinen und Verbänden, welche sich für eine Reaktivierung einsetzen, Ratsmitglieder mit anderer Meinung dazu, als Deppen, dumm, schwachsinnig oder verantwortungslos bezeichnen, sowie weiterhin Falschaussagen verbreiten und mit Anmerkungen in die Privatsphäre von Ratsmitgliedern eingehen. Da diese Vertreter Mails an Ratsmitglieder, Bürgermeister, Fraktionsvorsitzende, Landtagsabgeordnete, Minister, Medien u. A. versenden, sollten sich die Adressaten mal darüber Gedanken machen, wem sie hier ihre Aufmerksamkeit geben.

Ebenso befremdlich finden wir es, dass Politiker aus nicht betroffenen Regionen Statements abgeben, ohne vorher mit den gewählten Bürgervertretern vor Ort Rücksprache zu halten und sich über deren Haltung informieren.

Gemeinsame Presseerklärung

von CDU und WUM zur Reaktivierung der Brexbachtalbahn

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige - Dauerauftrag
Rund ums Haus Daueranzeige
Kirmes in Miesenheim
Stellenanzeige Reinigungskräfte/Gärtner
Sonderpreis Karriere Kompass
Allgemeine Anzeige Jubiläum 25 Jahre
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Arbeitsgruppe „Weingarten an der Balduinbrücke“
29

Arbeitsgruppe „Weingarten an der Balduinbrücke“ gestartet

LützelAktiv e. V. bringt Menschen zusammen

Koblenz-Lützel. Zehn Menschen haben sich am Mittwochabend zum ersten Planungstreffen für den „Weingarten an der Balduinbrücke“ getroffen und eine Arbeitsgruppe gebildet. Die Initiative geht von LützelAktiv e. V. aus. Unter dem Motto „Wein, Musik, Begegnung“ soll ab Frühjahr 2027 am Moselufer unterhalb der Balduinbrücke ein offener Treffpunkt für alle Generationen entstehen, nicht als feste Gaststätte, sondern an einzelnen besonderen Abenden.

Von Werner Weber aus Koblenz

Weiterlesen