Allgemeine Berichte | 01.06.2026, 13:12 Uhr

Veteranen erinnern an Ludendorff-Brücke

100-jährige US-Veteranen besuchen Remagen

Vordergrund von links: Harry Humason und Arnold StrauchHintergrund von links Helen Patton, Pfadfindergruppe ,Albert Schweitzer‘, Karin Keelan
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Remagen. Zwei über hundertjährige US-Veteranen des Zweiten Weltkriegs, Arnold Strauch und Harry Humason, genossen ein Picknick und ein Gespräch mit Jugendlichen vor den Türmen der ehemaligen Ludendorff-Brücke. Am 7. März 1945 nahmen amerikanische Streitkräfte die intakte Brücke ein, was einen schnellen Vorstoß ins Herz Deutschlands ermöglichte.

Auf einer Reise durch Europa wollten die beiden Veteranen, die vor 81 Jahren in schweren Kämpfen, der eine um Köln, der andere um Frankfurt, verwickelt waren, die Türme der ehemaligen und für Amerikaner ikonischen Brücke sehen.

Mit dabei war auch Helen Patton, die Enkelin des berühmten amerikanischen Generals George S. Patton.

Das Friedensmuseum und der Remagener Pfadfinderstamm „Albert Schweitzer“ hatten aufgetischt. Für die Ehrengäste und ihre Begleitpersonen gab es ein deutsches „Fingerfood“-Buffet samt Brezeln, Wurst und Käse aller Art sowie Kaffee und Kuchen.

Zunächst ging es aber um das gegenseitige Kennenlernen. Die Pfadfinder versammelten sich vor den Veteranen, stellten sich vor und stellten ihnen einige Fragen. „Was motivierte Sie damals zu kämpfen?“

Die Antwort lautete: „Die schreckliche Regierung und ihre furchtbaren Taten.“

„Wie lief ein Tag im Kampfeinsatz?“ fragte ein Pfadfinder.

„Nie genug geschlafen, beim Marschieren eingeschlafen, umgefallen, immer Angst und Stress, überall nach Gefahren Ausschau halten. Zeit verlor ihre Bedeutung. Alles war im Fluss. Fünfzig Tage lang war ich im Kampfeinsatz.“

Auch die Veteranen hatten Fragen für die Pfadfinder. „Wisst ihr, wie schlimm die Zerstörung damals war? Ich fuhr durch Frankfurt. Alles war in Trümmern.“

Eine Pfadfinderin antwortete: „Ja, wir wissen Bescheid. Mein Haus steht an der Stelle, an der sich früher das gigantische Kriegsgefangenenlager Goldene Meile mit hunderttausenden Insassen befand.“

Zwischen Picknick und Unterhaltung schaute man sich die Karten, der damaligen Kampfereignisse an. Harry Humason, der Veteran, der durch Frankfurt gekämpft hat, nippte gelegentlich an seinem kalten Kölsch.

Die Weiterfahrt ging Richtung Pilsen. Alle wussten, dass es die letzten US-Veteranen sein könnten, die die Türme der ehemaligen Ludendorff-Brücke besuchen. Sie wussten auch, dass es nun Aufgabe der jüngeren Generationen ist, die Erinnerung wachzuhalten.

Vordergrund von links: Harry Humason und Arnold Strauch Hintergrund von links Helen Patton, Pfadfindergruppe ,Albert Schweitzer‘, Karin Keelan Foto: Helen Patton

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