Allgemeine Berichte | 02.12.2013, 16:02 Uhr

Kunsttherapie - ein Angebot für Patienten der Remagener Palliativstation

Begegnung mit Lebensfreude und Hoffnung

Die Auseinandersetzung mit der Kunst gibt Patienten Kraft.privat
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Remagen. „Schön, das schenke ich meinem kleinen Enkel!“, sagt eine Patientin. Sie ist ganz angetan von dem Bild, das sie gerade gemalt hat. Isabel Dreesbach, Kunst- und Gesprächstherapeutin aus Bad Godesberg hat es in der Kunsttherapiestunde auf der Remagener Palliativstation gemeinsam mit der Patientin entwickelt. Nicht alle Patienten sind sofort von der Kunsttherapie begeistert, vielleicht weil sie schlechte Erinnerungen an den Kunstunterricht in der Schule haben oder weil ihnen nicht gleich ein Bildmotiv in den Sinn kommt. Durch ein Gespräch werden solche Ängste meist schnell überwunden. Denn es geht ja nicht darum, ein Werk für den Kunstmarkt herzustellen (obwohl jedes für sich natürlich ein individuelles Kunstwerk ist), sondern sich ganz persönlich dem Arbeiten mit Formen und Farben hinzugeben, sich zu entspannen, sich überraschen zu lassen oder zu Papier zu bringen, was einen innerlich beschäftigt. Wichtig ist, dass der therapeutische Prozess auf die jeweilige Persönlichkeit ausgerichtet ist. Wenn das Malen zu viel Widerstand hervorruft, lassen sich meist andere Anknüpfungspunkte für eine gemeinsame Erlebnisstunde finden, z.B. Fotos des Patienten, Betrachtung von Bildern (Skulpturen/ Malerei) oder auch imaginäre Reisen, die zur Entspannung führen. Nach dem einleitenden Gespräch entwickelt sich meist eine vertrauensvolle Atmosphäre, die einen offenen Austausch ermöglicht. Niemand hört oder schaut zu, wenn es nicht erwünscht ist. Die Patienten befinden sich in einem „geschützten Raum“. Erfahrungsgemäß können so gut Spannungen gelöst und Ängste überwunden werden. Eine kunsttherapeutische Einheit dauert etwa eine Stunde. Hauptsächlich verwendete Materialien sind Pastellkreiden. Sie sind einfach zu handhaben und daher auch für Patienten geeignet, die nur noch wenig Kraft haben. Für mobile Patienten, die am Tisch arbeiten können (evtl. auch in Gruppen oder gemeinsam mit den Kindern oder der Familie), werden weitere Techniken, wie Ölkreide, Aquarell und Ton eingesetzt. Ihre „Kunstwerke“ können die Patienten selbstverständlich behalten, und als Erinnerung für ihre Familie oder Partner mit nach Hause nehmen. Für die wechselnden Ausstellungen auf der Palliativstation werden die Bilder von Frau Dreesbach fotografiert, ausgedruckt und jeweils aktuell auf der Palliativstation im zweiten Obergeschoss der Klinik ausgestellt. Seit sieben Jahren arbeitet die Kunst- und Gesprächstherapeutin, die in Bad Godesberg eine eigene Praxis hat, auf der Palliativstation und begleitet die Patienten mit Ihrem Angebot. Die Begegnungen und der Austausch mit den Patienten sind für Sie immer wieder sehr bewegend. „Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die hier oft eine sehr schwere Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit sich und dem Leben verbringen, die hier aber auch Momente der Zufriedenheit und des Glücks erleben. Das ist natürlich vor allem dem wunderbaren Palliativ-Team zu verdanken, die immer als mitfühlende und unterstützende Begleiter zu Stelle sind“, beschreibt Frau Dreesbach Ihre Erfahrungen.

Die Auseinandersetzung mit der Kunst gibt Patienten Kraft.Foto: privat

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