„Dead Slow Stampede“ kam nur nach Zugaben von der Remagener Bühne
„Blues-Ikone“ Richard Bargel zelebrierte seine Musik
Remagen. Richard Bargel ist entspannt - ganz entspannt. Das merkt Cleanhead Kiki bereits beim Sound-Check. Gut, da kommen beim Monitoring immer noch die Drumms durch. „Schalt die doch mal weg, so, ja, prima“. Ganz ruhig und immer mit einer Portion Humor ist auch der Umgang mit seinen Bandkollegen. Die „Dead Slow Stampede“ hat die Blueslegende Bargel jetzt im Handgepäck. Mit ihrer neuen CD „It´s Crap“ ziehen sie über die Bühnen der Republik, gastierten am Samstag in der Remagener „Kulturwerkstatt“ und sind am Mittwoch, ab 20 Uhr im Bonner Pantheon Casino. Der 63-jährige Richard Bargel spielt keinen Blues, er zelebriert ihn. Für ihn ist Blues sein Leben, für viele Lebende ist er die letzte Blueslegende. In Köln füllt der Wahlkölner Säle, in Remagen war er eher traurig, dass zu seinem fast ausverkauften „Vorspiel“ in Bonn nur gut 30 Leute den Weg gefunden hatten. Doch damit kann ich leben, sagt er genauso relaxt, bedankt sich bei denen, die fast andächtig seinem Spiel und dem, der ihn begleitenden Vollblutmusiker zuhören. Emotionsgeladen bringt die tiefe Bassstimme die Zwölftakter rüber, der Maestro an der Slidegitarre ist voll in seinem Element. Sein Gitarristenkollege Fabio Nettekoven begleitet ihn vornehm zurückhaltend, genau auf die Einsätze achtend. Schlagzeuger Geert Roelofs unterstreicht die Emotionen, lässt Bargel laufen, und Kontrabassist Jo Didderen ist das, was der Blues benötigt, Gefühl pur, ob gezupft oder mit dem Bogen. Mit den Künstlern aus den Niederlanden stehen Richard Bargel international erfahrene Musiker zu Seite. Mit denen kennt er sich aus, hat Bargel doch bereits mit Memphis Slim, oder Eddie Boyd Karriere gemacht. Später spielte er jahrelang in Köln bei „Talkin Blues“, gemeinsam mit Cleanhead Kiki, der ja als Rolf Schumacher in Remagen mehr als ein Jahr lang „musik & talk“ aufbaute.
„Hier ist es richtig gemütlich"
Richard Bargel kommt gerne nach Remagen. „Hier in der Kulturwerkstatt ist es noch richtig gemütlich, das findet man kaum noch“. Über scheinheiligen Kommerz sagt er: „Der macht auch in der Musikszene viel kaputt, deswegen komme ich auch gerne in so kleine wertvolle Kulturtempel, um Freude zu bereiten und unterstützend zu wirken“, sagt der Künstler, der bei seiner Musik so unnachahmlich durch die Tempi gleitet. „Blues-Ikone“ nennt ihn die Szene, ein Künstler, der sich auch in anderen Szenen tummelt, sagt Bargel, der auch fantastische Gedichte und Storys geschrieben hat, über sich selbst. „Ja, ich bleibe euch treu“, verspricht er dann auch dem begeisterten Publikum, das die Band natürlich nicht ohne Zugaben von der Bühne lässt. Bargels neue CD „It´s Crap“ mit der Band „Dead Slow Stampede“ ist übrigens auch im Buchhandel zu erwerben.
