Allgemeine Berichte | 15.06.2014, 19:30 Uhr

Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ehrenamtliches Engagement

Politisch Handeln für die Interessen von Menschen mit Behinderung

Die Teilnehmer des Rethorik-Semiars sind auf das Aufbau-Seminar gespannt. privat
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Remagen-Rolandseck. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Parkinson-Vereinigung fand ein Rhetorik-Seminar im AWO - Haus Humboldtstein in Remagen-Rolandseck statt. Günther Seiler aus Sinzig, ehemaliger Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, hat dieses Seminar beschafft. Zwölf Teilnehmer zwischen 40 und 81 Jahren hatten sich für diese Veranstaltung angemeldet. Als Einstieg und zum persönlichen Kennenlernen mussten sich die Teilnehmer kurz vorstellen und sollten die Gründe vortragen und benennen, warum sie sich für dieses Seminar angemeldet haben. Dabei wurde bewusst, dass chronisch kranke Menschen, sich sehr oft hilflos ihrer Krankheit ausgesetzt erleben. Nicht selten fördern Familie und Bekannte diese Hilflosigkeit. Die Folge ist: Rückzug von der Welt und vor Menschen im Besonderen. Dies vertieft die Gefahr der Isolation und der Vereinsamung. „Um dieser Vereinsamung zu entgehen trainierten wir in diesen zwei vollen Tage ››wie man/Frau sich selbstbewusst in die Gesellschaft einmischt.‹‹

Auf der Tagesordnung stand am ersten Tag unter anderem das „Sprechdenken“. Der Rhetorik-Dozent Norbert Großhauser-Fernau aus München reichte der Teilnehmerin Hildegard ein Kärtchen. Auf dem Kärtchen stand das Wort ›› Familie‹‹. Hildegard (seit früher Kindheit chronisch erkrankt) sollte zu Thema Familie ihre Gedanken entwickeln und sie möglichst ausdrucksvoll vor den anderen ausbreiten. Während des Sprechens hat Hildegard Augenkontakt zu den Anderen gesucht. und ihre Worte durch Gestik unterstützt. Das bringt Pluspunkte. Dann trifft es Angelika, seit sechs Jahren an Parkinson erkrankt, sie zieht ein Kärtchen und darauf stand: ››Ich bin stolz‹‹ so begann der Satz, den sie vollenden soll. „Wenn man mir meinen Stolz verletzt, kann ich grantig werden“, erklärt sie spontan und fährt dann fort. „Ich bin stolz, dass ich trotz Behinderung meinen Beruf über Jahre ausüben kann, dass ich trotz Behinderung viele Freunde habe. „Das war super“ beglückwünscht Seminarleiter Norbert Großhauser-Fernau die Rednerin. „Ich könnte jetzt duschen“ kommt es über ihre Lippen.

Folgende weitere Übungen wurden am zweiten Tagen angeboten: ››Achtung‹‹“Jetzt rede ich‹‹“. ››Aufbau und Dramaturgie von Redebeiträgen in Versammlungen‹‹, ››zielgerichtetes Argumentieren‹‹, ››Wie erreiche ich meine Adressaten?‹‹ ››Streitgespräch‹‹ Fragetechniken‹‹ ››Übungen zu sozialpolitischen Themen aus dem Alltag wie um Beispiel „Rente und drohende Altersarmut‹‹ wurden sehr erfolgreich diskutiert.

Freitagnachmittag, von 14 bis 15 Uhr, sprudelte es aus vielen heraus, dass sie ihre Ängste verloren haben über ihre Leiden zu sprechen, dass diese „tolle Gemeinschaft“ ihnen sehr gut getan hat. Eine Dame aus Sinzig-Bad Bodendorf sprach: „Das war das erste Mal, dass ich trotz meiner Parkinsonschen Krankheit offen und frei in der Öffentlichkeit gesprochen habe.“

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer versprach Günther Seiler, sich für das nächste Jahr um ein Aufbau-Seminar zu bemühen.

Die Teilnehmer des Rethorik-Semiars sind auf das Aufbau-Seminar gespannt. Foto: privat

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