„Lebendiger Marktplatz Remagen“
Ein Hauch von Afrika
Kulturveranstaltung auf dem Remagener Marktplatz leistet Beitrag für ein offenes und respektvolles Miteinander
Remagen. Wenn die Remagener Innenstadt zur Bühne eines kulturellen Spitzenprogramms wird, heißt es mal wieder: Vorhang auf für den „Lebendigen Marktplatz“. Der gleichnamige Verein hat sich zum Vorsatz genommen, Kunst und Kultur in der Rheinstadt zu etablieren. Am Samstagabend ist dieses Vorhaben wieder eindrucksvoll gelungen. Umrahmt von den hervorragenden Wetterbedingungen eines lauen Sommerabends entführten die Veranstalter zu einer musikalischen und optischen Reise über das Mittelmeer. Afrika hieß das Ziel und dies wurde eindrucksvoll am Fuße des Rathauses gelebt und gefeiert.
Bunte Gewänder und exotische Klänge verzauberten die Besucher
Um dieses magische Erlebnis perfekt zu machen, bauten die Veranstalter um Vorsitzende Rosemarie Bassi auf ein Ensemble von Musikern, die jede Menge Authentizität und afrikanische Lebensfreude mitbrachten und transportierten.
Am frühen Abend machte der Gospelchor des „Elo Zentrums“ von Pastor Belife den Auftakt zur musikalischen Reise in den mystischen Kontinent Afrika. Schon hier wurde das Lebensgefühl der afrikanischen Kirchengemeinde durch die Gospelsongs, die mit vollem Stimm- und Körpereinsatz interpretiert wurden, wundervoll transportiert. Anschließend gehörte die Bühne ganz und gar dem Ausnahmemusiker Mamoudou Doumbaya. Der charismatische Allrounder hatte sofort das Herz des Publikums erobert und unterhielt mit einer gelungenen Mischung von eigenen Songs und Coverversionen des jamaikanischen Kultmusikers und Reggae-Urgesteins Bob Marley. Doumbaya bewies dabei mit Unterstützung seiner Band eindrucksvoll die Bandbreite seines musikalischen Könnens. Das Gitarrenspiel liegt dem erfahrenen Musiker ebenso im Blut wie der Einsatz an der Percussion. Natürlich weiß Doumbaya, der aus Conakry, westafrikanischen Guinea stammt, auch mit seiner Stimme zu überzeugen und lockte viele Marktplatz-Besucher auf die Tanzfläche. Der Musiker entstammt einer traditionsreichen Künstlerfamilie und tritt das Erbe seines Vaters an, der in Guinea ein prominenter Musiker war. Dadurch machte sich Doumbaya schnell verschieden Instrumente zu eigen und tourte bereits im Teenager-Alter durch westafrikanische Staaten wie Burkina Faso oder die Elfenbeinküste. Nun zeigte er auch in Remagen, was afrikanische Musik ausmacht. Und vor allem, dass die Klänge seines Heimatkontinents durchaus vielseitig und virtuos sein können. Mamoudou Doumbaya und seine Band entführten das Publikum auf eine entspannte Reise durch die verschiedenen Formen von Jazz, Salsa und Blues. Gemixt wurde das Ganze mit traditionellen afrikanischen Rhythmen und Melodien. Besonders beeindruckend zeigte Doumbaya wie variantenreich, für mitteleuropäische Ohren eher unbekannt Stilrichtungen wie Afrofunk sein können. Dieser bunte Musikmix und die pure Lebens- und Spielfreude der Band sorgte für begeisterten Applaus bei den zahlreichen Gästen des „Lebendigen Marktplatz“.
Locker-leichte Unterhaltung mit viel Temperament
Neben dem tollen Auftritt von Mamoudou Doumbaya und seiner Kombo griff auch ein ganz königlicher Gast zu Mikrofon: King James Obam und seine Frau Jacqueline Obam Obam sorgten mit ihrer spritzigen und lebensfrohen Performance für locker-leichte Unterhaltung mit viel Temperament. Nicht nur die gefühlvollen, afrikanischen Balladen und beatlastigen Reggae-Songs hatten bei den Remagenern ihre Fans gefunden. Allein das Outfit der Beiden war bilderbuchreif. König Obam tanzte im grell-pinken Anzug mit roter Melone als Kopfbedeckung durch die Menge, während seine Gattin mit einem ebenso bunten wie fantasievollen Kostüm in den afrikanisch-ursprünglichen Farben gelb, grün und rot manchem Modedesigner Konkurrenz machen könnte.n Neben dem Auftritt auf der Bühne konnte man die beiden Musiker, die ihr zu Hause übrigens in Unkelbach haben, auch an ihrem Stand antreffen. Jacqueline Obam Obam präsentierte hier traditionellen Schmuck und Mode aus Kamerun. Außerdem bot sich dort die Möglichkeit sich über den Verein „Planet Azania“ zu informieren, ein Projekt welche unter anderem von den Obam Obams ins Leben gerufen wurde. Ziel dieses Vereins ist es, in Not geratenen Kindern aus aller Welt unter die Arme zu greifen und sie zu unterstützen.
Viele interessante Angebote
Auch andere, interessante Stände warteten mit tollen Angeboten auf. So konnten bei Princess Juliet aus Nigeria traditionelle afrikanische Haarflechttechniken bestaunt werden und auch Kulinarisches galt es zu entdecken. Während Juliet verschiedene Kuchen im Angebot hatte, konnte am Stand von Humphrey Kahindi „East African Food“, also Leckeres aus Ostafrika, probiert werden.
Für viele verschiedene Gaumenfreuden sorgten natürlich auch die am Marktplatz ansässigen Gastronomen. Das Angebot reihte sich übrigens perfekt und stimmig in das Grundmotto der Veranstaltungsreihe „Lebendiger Markplatz“, dessen ausrichtender, gleichnamiger Verein von dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert wird. In den voll besetzten Außenbereichen der Restaurants und Gaststätten findet sich nämlich die volle „Multi-Kulinarik“. Hier gibt es typisch deutsches Schnitzel genauso wie den Döner Kebab.
Ein offenes, respektvolles Miteinander
Das passt einfach ganz toll zu einem offenen und respektvollen Miteinander, egal wo man herkommt. Dieses Thema könnte derzeit gar nicht aktueller sein. Und dank Veranstaltungen wie dem „Lebendigen Marktplatz“ und seinem kulturellen Spitzenprogramm mit vielen afrikanischen Rhythmen und guter Laune wird erfolgreich transportiert, wie wichtig dieses gelebte Miteinander ist. ROB
Mamoudou Doumbaya und seine Band entführten das Publikum auf eine entspannte Reise durch die Musik Afrikas.
Beim Auftritt von King James Obam stimmte nicht nur das Outfit.
