Mehr als 50 junge Menschen erhalten Firmsakrament in Remagen
Ein innerer Kompass fürs Leben
aus Koblenz
Remagen. 52 junge Menschen aus dem Pastoralen Raum Sinzig haben am Vortag zum Pfingstfest (23. Mai) in zwei Gottesdiensten durch den Trierer Weihbischof Robert Brahm das Sakrament der Firmung in der Kirche St. Peter und Paul in Remagen erhalten.
Um sich gut auf den besonderen Moment einzustimmen, ermunterte Pfarrer Heiko Maquardsen die Firmbewerberinnen und Firmbewerber vor dem Beginn des Gottesdienstes auf einen Zettel zu notieren, „was soll mich in diesem Gottesdienst nicht begleiten, was soll Zuhause bleiben, auf was kann ich gerade verzichten?“, um sich so ganz auf die Feierlichkeit einlassen zu können. Getreu dem Motto „Haltestelle Firmung – powered by spirit“ warfen die jungen Menschen ihre Notiz anschließend in einen Mülleimer unterhalb eines Bushaltestellen-Schilds neben dem Altar. „Wir stehen heute an einer Haltestelle“, griff auch Weihbischof Brahm das Symbol auf. „Wir können hier innehalten, zurückschauen und weitergehen. Gott will uns dabei stärken, ermutigen und in Bewegung bringen.“
Ein innerer Kompass
In seiner Predigt ging Brahm auf einen Abschnitt im Evangelium nach Johannes ein, in dem Jesus seinen Jüngern erscheint und ihnen durch seinen Atem den Heiligen Geist einhaucht. Dies sei kein aufdringlicher Akt, sondern eine leise und starke Kraft – wie bei der Spendung des Firmsakraments. „Ihr bekommt einen inneren Kompass, der zeigt sich immer wieder ganz konkret im Alltag“, so Brahm. Es gehe darum zu spüren, was sich richtig anfühlt und Gott ermutige dazu, ganz man selbst zu sein. Zugleich wirke der Heilige Geist da, „wo Menschen sich verstehen und aufeinander zu gehen“, erklärte Brahm und nannte als Beispiel Konzerte, bei denen Fans gemeinsam singen, obwohl vielleicht nicht jeder den Text verstehe, trotzdem seien sie „in diesem Moment verbunden, spürten die gleiche Stimmung, die gleiche Energie. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl stellt sich ein.“ So sei dies damals auch in Jerusalem gewesen, wie es im Lesungstext aus der Apostelgeschichte geschildert wird. „Menschen von überall her kamen zusammen, sie verstanden sich plötzlich, weil sie etwas verbindet – die Bibel nennt das den Heiligen Geist.“
„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes“
Mit der Firmung bestätigten die jungen Menschen ihre Taufe und bekräftigten ihren Glauben und ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Kirche. Bestandteil des Ritus ist die Salbung der Firmlinge mit dem Chrisam-Öl. Der Weihbischof legte den Jugendlichen dafür die Hände auf, zeichnete mit dem Öl ein Kreuz auf die Stirn und sprach die Formel: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“
Neben Weihbischof Brahm gratulierte auch die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Helga Feyrer, den Jugendlichen: „Wir bestimmen selbst, wohin uns unser Weg führt, aber es gibt Hinweise an Kreuzungen, wo wir Gottes Geist lesen können“, es gelte, für diese Hinweise offen zu sein.
Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst durch Michael Hagemann an der Orgel, dem Chor Gaudeamus Unkelbach, der Solistin Maria Daoud und dem Solisten Marlon Obam Obam sowie dem katholischen Posaunenchor. Weitere Firmgottesdienste im Pastoralen Raum Sinzig finden noch bis Ende Juni statt.
Intensive Zeit der Vorbereitung
Bei einem Treffen kurz vor dem Gottesdienst ergänzten die Jugendlichen gemeinsam mit Gemeindeassistentin Sabine Stallknecht ein Graffiti mit ihren Unterschriften, aber auch mit Schlagworten und Zeichnungen, zur Frage, was ihnen Kraft und Hoffnung gibt und was sie Gott gerne sagen würden. Zur Vorbereitung auf die Firmung zählten auch Pilgerwanderungen, analoge und virtuelle Treffen in Kleingruppen; für die Pfarrei St. Franziskus Remagen übernahmen Stallknecht und Marquardsen gemeinsam mit Katechetinnen und Katecheten die Begleitung der Firmbewerberinnen und Firmbewerber, für den Pastoralen Raum war Pastoralreferentin Sheila Weiler verantwortlich.
Viele junge Menschen empfingen das Sakrament der Firmung in Remagen. Foto: Bistum Trier/Julia Fröder
