Kölner Kabarettisten Peter Vollmer in der Kulturwerkstatt Remagen
„Frauen verblühen, Männer verduften“
Remagen. Einen stimmungsmäßig super Abend erlebten vor Kurzem die Gäste der Kulturwerkstatt. Trotz dreier Kabarettabende an einem Wochenende in Remagen konnte sich auch der Förderverein Altes Jugendheim über ein volles Haus freuen beim Kabarettabend mit dem Kölner Kabarettisten Peter Vollmer. Mit seinem Programm „Frauen verblühen, Männer verduften“ hatte Vollmer offensichtlich den Nerv des Publikums getroffen. Ein Gag jagte den nächsten und kaum war die eine Lachmuskelattacke hinter sich gebracht, folgte die nächste. Das Publikum war restlos aus dem Häuschen, ließ sich nach der Aufführung vom Kabarettisten den ein oder anderen Witz noch einmal kurz erzählen, um ihn mitzuschreiben und weitererzählen zu können. Mit Wortwitz pur wusste der Kabarettist seine Fans zu erreichen. Da brauchte es keine großartige Dekoration.
In der Midlife-Krise
Peter Vollmer ist ein mittelgroßer Middle-Ager mittleren Einkommens und als solcher natürlich in der Midlife-Krise. Weil er dazu noch als Familienvater mit Frau und zwei Kindern in Köln-Nippes lebt, braucht er eigentlich gar kein Kabarett zu machen, sein Leben ist auch so schon absurdes Theater. An seinem Programm ist daher auch nichts frei erfunden, und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind bestimmt kein Zufall. Wenn Männer nur noch geduldet werden, weil irgendeiner ja das Leergut wegbringen muss, ist Vollmer mit Sicherheit auch nicht der einzige Mann, der sich überlegt, ob es nicht das Beste wäre, einfach zu verduften. Gerade jetzt, wo seine Gattin vegetarische Zwangsernährung angeordnet hat, er beim Marathon mal wieder die Abkürzung nicht findet und als Mittvierziger mit Anforderungen konfrontiert wird, von denen vorher nie die Rede war. Er muss nämlich erkennen: Ein Haus zu bauen, einen Baum zu pflanzen und ein Kind zu zeugen, reicht längst nicht mehr aus. Erst wenn er eine Intim-Rasur, einen Kindergeburtstag, und einen Elternabend ohne Narkose überstanden hat, dann ist ein Mann ein Mann! Ganz alltägliche Geschichten erzählte Vollmer. Als Mann am Rande des Haltbarkeitsdatums litt er regelrecht. Mit seinem „Krückstock´n Roll“, mit dem er eine Ü-80-Party mit getunten Herzschrittmachern und die süßen 60-jährigen Groupies besang, brachte er seine Fans regelrecht in Atemnot vor Lachen. Als er dann noch erwähnte, dass auch bei neuen Hosen für den Outdoorbereich, ein Katheter so sexy sein könne, war das Publikum nicht mehr zu bremsen.
Die „Hengstparade“
Und überhaupt das Bauhandwerk, ob Hochbau oder Tiefbau, hatte es ihm doch angetan. Sich selbst bezeichnete er dann doch eher als Experte für den Konjunktivbau. Als seine Frau ihm gedroht habe die Handwerker zu rufen, um ein Bild im Wohnzimmer aufzuhängen, habe er sich dann drangegeben, nach sieben Stunden im Baumarkt-Naherholungsgebiet, so mit Schlagbohrer und Sechsmillimeter-Dübel. Doch nicht wirklich von Erfolg gekrönt war das Unternehmen. Letztlich, die Wand war ihm beim Bohren entgegen gekommen, rief seine Frau doch die gut aussehenden Handwerker, liebevoll „Hengstparade“ genannt. Köstlich auch der Einkauf einer Outdoor-Jacke, die letztlich aus Sicherheitsgründen gesprengt werden musste. Auch um sein eheliches Intimleben machte er keinen Bogen. Bereitwillig erzählte er über die verheerenden Auswirkungen von „so ein paar“ Testosteronpflästerchen. Immer wieder bog sich das Publikum vor Lachen. Der Abend verging wie im Fluge vor lauter Vergnügen, sowohl für die Fans, als auch scheinbar für den Kabarettisten.
