Allgemeine Berichte | 31.10.2015

Eifelverein Remagen: Jagd auf dem Moselsteig

Jäger erteilten Genehmigung

Der Eiflerverein durfte trotz Jagdhinweis weiter wandern. privat

Remagen. Vom Bahnhof Ürzig waren bis zum Steilhang der Mosel erst einige Kilometer Fußmarsch zu bewältigen, aber dann lag ein traumhaft schönes Panorama vor den Remagener Wanderfreunden. Allerdings wurde das Bild getrübt durch das werdende Brückenmonster hoch über Ürzig. Die Mehrzahl der Pfeiler steht schon, hoch wie der Kölner Dom. Aber mit zwei wurde noch nicht begonnen, da liegen sich die Gutachter im Hinblick auf die Standsicherheit in der Wolle. Auch wenn sich die Mosel oberhalb von Ürzig schon so manche elegante Biegung erlaubt, ab hier beginnt sie sich in geradezu aberwitzigen Schlangenlinien zwischen Hunsrück und Eifel zu winden. Der Weg ist faszinierend schön, gerade jetzt im bunten Herbstschmuck der Wälder und Weinberge. Die ganze Welt kennt den Wein „Kröver Nacktarsch“, auf den diese kleine Gemeinde so stolz ist. Manche Sprachforscher behaupten, der Name leite sich gar nicht ab von einem Körperteil, sondern vom lateinischen „nectarius“, was sich mit „felsige Höhe“ übersetzen läßt. Gegenüber auf der anderen Talseite war 1992 der aufsehenerregende Felssturz, wo mit Hilfe gezielter Sprengungen ein ganzer Berg am unkontrollierten Absturz in die Mosel gehindert wurde. „Vorsicht Jagd!“ hieß es plötzlich auf einem Schild mitten im Wald. Kurz danach aber kamen die Jäger im Jeep vorbei und erlaubten das Durchwandern bis 14 Uhr, dann erst werde die Jagd eröffnet.

Die folgenden Kilometer wurden daraufhin ganz flott zurückgelegt. Auf dem fast auf allen Seiten von der Mosel umschlossenen Mont Royal konnten die Wanderer Start und Landung von Segelflugzeugen aus nächster Nähe beobachten. Kaum zu glauben, dass dieser Flugplatz nur einen kleinen Teil der Fläche einnimmt, auf der einst Europas größte Festung gestanden hat. Der Sonnenkönig Ludwig XIV ließ sie zur Sicherung seiner linksrheinischen Gebietsansprüche ab 1687 errichten und, da er sich politisch nicht durchsetzen konnte, ab 1698 genauso gründlich wieder schleifen. Die Festung war angelegt zur Aufnahme von 12.000 Mann Besatzung mit 3.000 Pferden. Unten im Tal in Traben-Trarbach endete diese Etappe. Die Stadt hat wenig alte Bausubstanz, denn sie fiel 1857 fast vollständig einer Brandkatastrophe zum Opfer. 1898 wurde dort eine Brücke über die Mosel erbaut. Es war lange Zeit die einzige zwischen Bernkastel und Koblenz. Und noch eine Besonderheit hat die Stadt aufzuweisen: mitten in einer rein katholischen Gegend ist sie überwiegend evangelisch. Denn sie gehörte nicht zum Kurfürstentum Trier, sondern zur kleinen Grafschaft Sponheim.

Der Eiflerverein durfte trotz Jagdhinweis weiter wandern. Foto: privat

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