Festakt im Kreishaus Ahrweiler: Staatssekretärin Beate Reich überreicht hohe Auszeichnung
Maria Ginzler erhält Bundesverdienstkreuz
Kreis Ahrweiler. Staatssekretärin Beate Reich überreichte am Donnerstag im Namen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Maria Ginzler, der die Auszeichnung jüngst durch Bundespräsident Joachim Gauck verliehen wurde. „Dieser Orden ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht“, führte die Staatssekretärin im Sitzungssaal der Kreisverwaltung aus. Sie wies jedoch auch darauf hin, dass der Anteil der mit dem Verdienstkreuz ausgezeichneten Frauen gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung - und der von ihnen geleisteten ehrenamtlichen Arbeit - relativ gering sei. In dem Zeitraum zwischen 2007 und 2012 liege er konstant bei rund 30 Prozent. „Es freut mich daher besonders, dass mit der Würdigung von Maria Ginzler auch ein Beitrag dazu geleistet wird, das ehrenamtliche Engagement unserer Gesellschaft realistisch abzubilden“ betonte die Staatssekretärin. Beate Reich wies auf die besondere Bedeutung des Ehrenamtes in der heutigen Gesellschaft hin, die auf die Bereitschaft der Menschen angewiesen sei, in ihrem Umfeld mehr zu tun, als sie unbedingt müssen.
Baumeister unserer Gegenwart
Unter Bezugnahme auf das Zitat des österreichischen Pädagogen und Gründer der SOS-Kinderdörfer Hermann Gmeiner „Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss“ betonte Beate Reich: „Auch viele kleine Dinge geschehen nur, weil Menschen mehr tun, als sie müssen. Wenn jeder nur Dienst nach Vorschrift leisten würde, würde vieles nicht so gut funktionieren.“ Nach einer bundesweiten Studie nimmt Rheinland-Pfalz im Engagements-Vergleich einen Spitzenplatz ein. Über 1,4 Millionen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer über 14 Jahre engagieren sich ehrenamtlich. Landrat Jürgen Pföhler dankte Maria Ginzler für ihr großes Engagement. „Engagierte Menschen, wie Sie es sind, sind die Baumeister unserer Gegenwart und unserer Zukunft. Über viele Jahre hinweg haben Sie Ihre Zeit, Ihre Kraft und Ihre persönlichen Fähigkeiten im sozialen Bereich zum Wohl der Allgemeinheit eingesetzt“, sagte der Landrat vor zahlreichen geladenen Gästen. Mit ihrer jahrelangen Einsatzbereitschaft und ihrem Verantwortungsbewusstsein haben sie sich in besonderer Weise verdient gemacht, so Pföhler weiter. „Dieses selbstlose und unbezahlte Engagement, das heißt bürgerschaftlich, also uneigennützig, für die Gesellschaft geschieht oftmals unbemerkt und bleibt häufig unentdeckt. Es ist deshalb wichtig, diesen Menschen öffentlich zu danken und andere dadurch zu motivieren, sich ebenfalls zu engagieren“, führte er weiter aus.
Gemeinsam statt einsam
Maria Ginzler wurde 1929 in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Heimersheim) geboren. Nach dem Schulabschluss war sie als Sachbearbeiterin bei der Landwirtschaftskammer Rheinland tätig. Nach einer langjährigen Tätigkeit dort absolvierte Ginzler eine Umschulung zur Gemeindereferentin. In dieser Funktion leitete sie lange Jahre den Arbeitskreis „Alleinerziehende nicht allein - gemeinsam statt einsam“. Maria Ginzler beriet und unterstützte Alleinerziehende. Seit ihrem Ruhestand setzt sie sich ehrenamtlich weiter für alleinerziehende Mütter und Väter ein. In regelmäßigen Telefon- oder Vier-Augen-Gesprächen gibt Ginzler „Hilfe zur Selbsthilfe“ und begleitet Alleinerziehende bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven. Die Geehrte organisiert ferner Vorträge und Seminare für Alleinerziehende zu Themen wie etwa Erziehung, Umgang mit Stress, Krisen und Konflikten. Des Weiteren organisiert sie viele gemeinsame Aktionen wie Wandern, Basteln, Beten, den Besuch kultureller Veranstaltungen und verschiedene Feste. 20 Jahre lang leitete sie darüber hinaus ehrenamtlich die katholische Pfarrbücherei Heimersheim. Zudem gestaltet sie bis heute Kindergottesdienste im Dekanat Remagen-Brohltal oder wirkt bei Kinder- und Jugendfreizeiten mit. Während ihres Ruhestands hat sie die Wochenenden fast zehn Jahre lang genutzt, um bei der Bahnhofsmission Köln Blinde zu führen, Essen zuzubereiten und bedürftige Reisende zu betreuen.
