Gastspiel mit Manfred Kessler in Remagen
Nesselborn brennt - die Kulturwerkstatt auch
Im „Kultursommer“ entbrennt der Kampf gegen den „Roten Hahn“
Remagen. Die Hütte brannte - also in Nesselborn. Das kam auch im Fernsehen - also in der Tagesschau von „anno einst“. Da ging Heinz Schmelzenbach „Voll durchs Feuer“. Immer auf den Spuren des „Roten Hahns“. Der war als Feuerteufel unterwegs, und der leidenschaftliche Feuerwehrmann hatte den größten Einsatz verschlafen. Jetzt sollte er in den Ruhestand „ehrenhaft“ abgeschoben werden. Das geht gar nicht für einen eingefleischten Floriansjünger. Einmal noch kann er sich beweisen - auf den Spuren des „Roten Hahns“, der nächtens durch Nesselborn schleicht. Da brennt das Rathaus lichterloh, und der Mann im blauen Rock der Wehr rettet ein Kind. Rußgeschwärzt entkommt er mit dem Baby auf dem Arm den lodernden Flammen. Als Held wird er gefeiert - im bierlaunentosenden Festzelt. Das Baby drückt er der erleichterten Mutter in den Arm.
Die sitzt in der ersten Reihe in der Remagener „Kulturwerkstatt“ und wird in das Spiel von Schauspieler und Kabarettist Manfred Kessler einbezogen. In knapp eineinhalb Stunden lässt Kessler, alias Heinz Schmelzenbach, die Freuden und Leiden eines leidenschaftlichen Feuerwehrmanns auf der Bühne Revue passieren. Über die Leinwand flimmert das Bild von Nesselborn, Bürger laufen durch die Stadt, die Feuerwehr braust an den Ort des Geschehens, auch Schmelzenbach ist zu sehen oder sieht das brennende Nesselborn in der Tagesschau.
Kessler entpuppt sich als Umkleidekünstler, redet mit seinem Ebenbild auf der Leinwand, sitzt aber auch in der Einsatzzentrale auf der Bühne. Das Publikum wird gefordert, amüsiert sich köstlich. Doch die Fragestellung, ob vielleicht der Feuerwehrmann der „Rote Hahn“ ist, taucht ebenfalls auf. Schließlich sitzen einige Freiwillige der Wehr ja auch in den Zuschauerreihen, leiden mit dem Mann auf der Bühne, kämpfen innerlich mit, wenn es heißt: Retten, löschen, bergen. Technisch bringen die zwei Akteure Tolles auf die Bühne, jede Sekunde muss geplant sein, bei dem ständigen Rollen- und Kleiderwechsel von Manfred Kessler.
„Helden“ heißt das Motto des rheinlandpfälzischen „Kultursommers“ in dessen Auftrag Heinz Schmelzenbach „Voll durchs Feuer“ geht. Gemeinsam mit der Stadt Remagen brachte die „Kulturwerkstatt“ das Stück auf die Bühne, das Gäste bis aus Siegburg nach Remagen zog. „Die Stadt Remagen hat sich zwischenzeitlich auch einen guten Namen in Sachen Kultur gemacht, mit seinen Programmen in der Rheinhalle und in der Kulturwerkstatt“, stellte dazu Tourismusleiter Martin Tillmann fest. „In Sachen Kultur sind wir doch stolz darauf, für unsere Bürger und auch für die Künstler ‚Voll durchs Feuer‘ gehen zu dürfen“, betonte Vorsitzender Rolf Plewa nach der Vorstellung.
