Künstlerforum Remagen präsentiert:
UTOPIA II
Künstlerinnen des VDK Düsseldorf zeigen Arbeiten zu Krieg und Frieden
Remagen. Wenn Krieg und Terror heute die Realität bestimmen, ist Frieden dann nur noch eine Utopie? 13 Künstlerinnen, allesamt Mitglieder im Verein Düsseldorfer Künstlerinnen (VDK) e.V., gingen dieser Frage auf den Grund. In der Ausstellung „UTOPIA II“, die das Künstlerforum Remagen ab Freitag, 2. Oktober zeigt, präsentieren sie unterschiedlichste künstlerische Statements zu diesem komplexen Themenfeld. Die Schau im Künstlerforum versteht sich als Fortsetzung einer Ausstellungsreihe, die bereits 2014 unter dem Titel „Refugium“ begann. Im Februar dieses Jahres wurde „Utopia“ in der Bunkerkirche Sankt Sakrament in Düsseldorf-Heerdt präsentiert – einem Ausstellungsort, der selbst die Wandlung vom Kriegsort zum Friedensdenkmal vollzog. In Remagen ist eine Auswahl der besten Beiträge von 13 teilnehmenden Künstlerinnen zu sehen: Dagmar Bechhaus, Sigrid Fehse, Sibylle Gröne, Mauga Houba-Hausherr, Rose Köster, MATRE, Marion Müller-Schroll, Gudrun Schuster, Alexandra Sonntag, Sabine Tusche, Beata Wapa, Helga Weidenmüller und Iris Zogel.
Zu den Künstlerinnen
Zeitzeugen von gestern, ein Küchenstuhl und ein Mauerstück, werden bei Dagmar Bechhaus (Malerei, Objekt) als „Living Room“ heute zu etwas Neuem. Die Arbeit „A little Waterfall in Japan“ lässt Vorfälle aus entfernten Welten ins Bewusstsein des eigenen Wohnzimmers rücken.
In ihrer zeitlos-aktuellen Arbeit „Von Irgendwo nach Nirgendwo“ lässt Sigrid Fehse (Malerei) einen Luxusliner auf ein Flüchtlingsboot treffen.
Sibylle Gröne zeigt in ihrer Fotoarbeit „Arcadien“ die romantische Verklärung einstiger Kriegs-Schauplätze zu idyllischen Urlaubsorten der Jetzt-Zeit.
Mauga Houba-Hausherr (Malerei) hat sich auf die Spuren von Wolfgang Borcherts „Trümmerland“ begeben. In ihrem Textgemälde „Nachts schlafen die Ratten doch“ begibt sie sich auf die Suche nach Humanität unter Trümmern von Staub und Leid. Rose Köster (Malerei, Collage) thematisiert in „Utopia I bis III“ die tiefe Sehnsucht nach Harmonie, Klarheit und Frieden.
MATRE´s bildhauerische Arbeit „Reich-Weite“ verkörpert die Utopie des ausgewogenen Gebens und Nehmens. Mit ihrer Betonplastik zweier geöffneter Hände präsentiert sie einen Gegenentwurf zu einer Welt, in der das Nehmen im Vordergrund steht.
Marion Müller-Schroll (Bildhauerei) zeigt in ihren „Gladiatorinnen“ das Schicksal und den Kampfgeist von Frauen zu Kriegszeiten von der Antike bis heute. Denn weder damals noch heute wurden Frauen gefragt, ob der Kampf, den sie kämpfen, auch der ihre ist.
Auch Gudrun Schuster thematisiert in ihrer dreiteiligen Installation aus Holz-Skulpturen unter dem Titel „ohne Worte“ die Kraft des Weiblichen im täglichen Überlebenskampf.
Alexandra Sonntag (Zeichnung) setzt sich in „Angst her“ mit der vermeintlichen Überwindung und dem erneuten Aufkeimen des Rassismus in Deutschland (70 Jahre nach Kriegsende) auseinander.
Sabine Tusche (Malerei) beschwört das Vorhandensein eines kollektiven Unbewussten in der Welt herauf. Es beinhaltet, dass manche Ideen in der Welt an verschiedenen Orten gleichzeitig aufkommen. Die Frage ist nur, in welcher Weise sie dann genutzt werden.
Beata Wapa beschreibt mit ihrem Wand-Objekt mit dem Titel „Die Vögel kommen zurück“ die Stimmung kurz nach dem Ende eines Krieges.
Helga Weidenmüller bezieht sich in ihrer Installation „Schneewittchens Alptraum endet nie“ auf die im KZ Auschwitz inhaftierte Jüdin Diana Babbitt, die zunächst Märchenbilder für Kinder malte und später im Auftrag von Mengele Portraits von den Gequälten anfertigen musste.
Brandaktuell ist die bildhauerische Arbeit von Iris Zogel: Subtil, reduziert und allgemeingültig berührt ihr „Boot“ die Angst, die Unsicherheit, aber auch den Schutz, den Hoffnungsträger oder einfach nur das Transportmittel, um das ersehnte rettende Ufer erreichen.
Der Verein Düsseldorfer Künstlerinnen e.V. wurde 1911 gegründet. Er ist einer der ältesten Künstlerinnen-Vereinigungen Deutschlands und ein Forum für Künstlerinnen aus allen Bereichen der bildenden Kunst. Einige sind auch schriftstellerisch tätig. Der Verein ist eine Berufsorganisation mit gemeinnützigem Charakter, der die Interessen seiner Mitglieder bei der Veröffentlichung ihrer Arbeiten vertritt. „UTOPIA II“ startet diesmal bereits freitags: Am 2. Oktober um 18 Uhr. Die KünstlerInnen sind zur Eröffnung anwesend. Die Ausstellung läuft bis 1. November. Sie ist samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Weitere Informationen sind unter www.kuefo-remagen.de zu finden.
