Bildung als Schlüssel für Armutsreduzierung
Der Erlös eines Konzertes kommt Bedürftigen zugute
Gondorf. Das jährliche Weihnachtskonzert der Kölschband fand Spontan im Winzerhaus Gondorf statt. Auch in diesem Jahr sorgte eine kleine Gruppe engagierter Menschen aus Kobern-Gondorf für die Bewirtung der Gäste. Der Erlös von insgesamt rund 1000 Euro kommt wie in den letzten Jahren zwei verschiedenen Projekten zugute. In jedem Fall erwähnenswert ist der schon seit Jahren unermüdliche Einsatz von Elisabeth Kaleta-Hofer, die einen Teil des Erlöses durch ihre liebevoll mit selbst gestrickten Söckchen verzierten Glückwunschkarten beisteuerte; die ganzjährig im Laden von Petra Leiendecker in Kobern-Gondorf zu erwerben sind. Zum einen kommt der Erlös der 17-jährigen Aswathy Chirakkattil aus Kalloorkad/Kerala in Indien zu. Sie möchte Krankenschwester werden und hat schon eine Ausbildungsstelle gefunden. Doch sie hat nicht die Mittel, um für die dreijährige Ausbildung aufzukommen. Einer der Gründe ist, dass ihre Eltern ihr nicht unter die Arme greifen können, da ihr Vater gestorben ist und ihre Mutter durch ihre Querschnittslähmung nicht arbeiten kann. Ein Semester (sechs Monate) der Ausbildung kosten umgerechnet 500 Euro. Ein Anteil von 700 Euro aus dem Erlös des Weihnachtskonzerts kommt daher der Ausbildung von Aswathy zugute. Die restlichen 300 Euro des Erlöses gehen an Iribagiza Donatha aus Matimba in Ruanda, um ihre Schulausbildung an der weiterführenden Schule (Secondary School) zu unterstützen. Seit dem Tod ihres Vaters erhält Iribagizas Mutter nur sehr geringe Unterstützung von Verwandten und ist häufig krank. Sie kann daher kein Schulgeld für Iribagiza aufbringen. Das Schulgeld in Ruanda steigt stetig, oft kostet ein Schuljahr für die Schüler mehr als 700 Euro. In deutschen Köpfen scheint das teilweise unvorstellbar zu sein, dass die Ausbildung dort tatsächlich so teuer ist. Das Geld wird über den Partnerschaftsverein Inshuti e.V. Vallendar an Iribagiza nach Ruanda gehen, der momentan über 20 Schülern und Studierenden ihre Ausbildung finanziert, weil es gerade Bildung ist, die, nicht nur den Jugendlichen Ruandas, die Aussicht auf eine bessere Zukunft öffnet. Inshuti e.V. wurde 2011 als Partnerschaftsverein von Haus Wasserburg Vallendar und der KSJ Trier mit der Gemeinde Matimba im Nordosten Ruandas gegründet, doch bereits seit 2005 existiert eine vielschichtige Freundschaft und Partnerschaft. Seitdem unterstützt der Verein Matimba und seine Bewohner durch verschieden Projekte.
Aswathy, 17 JahreFoto: Privat
