Die Kinder leiden mit
Nach nunmehr drei absolvierten Wochen Streik und mit Ausblick auf eine vierte Woche wird es Zeit, dass wir als betroffene Eltern Gehör finden. Vorneweg: Wir Eltern hatten zu Beginn des Streiks Verständnis für die mehrheitliche Entscheidung des Kindergarten-Teams, für eine finanzielle Besserstellung und damit für eine gesellschaftliche Aufwertung ihrer Arbeit zu demonstrieren.
Nun, drei Wochen später, stellt sich die Lage grundlegend anders dar. Wir Eltern und die uns in der Kinderbetreuung unterstützenden Personen sind am Ende unserer Kräfte angelangt. Für Familien, die keine familiäre Unterstützung im Wohnumfeld haben, bedeutet der Streik das Abschmelzen des Jahresurlaubes oder die Finanzierung von privater Tagesbetreuung. Das allein ist mehr als unschön, da wir Eltern nicht Teil des Konflikts sind und ihn auch nicht lösen können. Was aber noch deutlich schwerer wiegt: Unter der Situation leiden vor allem unsere Kinder! Täglich wechselnde Betreuungssituationen, Notgruppenbetrieb, der Verlust ihrer Routinen und der fehlende Kontakt zu ihren Freunden und ihren Bezugserziehern stellt eine immer größer werdende psychische Belastung für sie dar, die auch nach Ende des Streiks nicht völlig ausgestanden sein wird. Auch die tragische Situation unserer Vorschulkinder, die um einen regulären Abschluss ihres Schulkinderprojekts und ihre Kindergartenverabschiedung gebracht werden, ist nicht mehr wieder gut zu machen. Nicht zuletzt leidet auch unser Kindergarten selbst. Projekte liegen brach, geplante Aktionen und Veranstaltungen können nicht adäquat vorbereitet und durchgeführt werden. Dies schadet nicht nur den Kindern, sondern auch der Einrichtung selbst – organisatorisch und wirtschaftlich. Deshalb fordern wir die Verhandlungsparteien auf: Setzen Sie sich gemeinsam an einen Tisch – besser heute als morgen, um den Konflikt zu beenden! UND: Gönnen Sie Kindern, Eltern und Erziehern eine Pause! Setzen Sie den Streik für die Dauer der Verhandlungen aus!
Marina Metz, Nicole Dittert, Udo Anders, Yvonne Dittert, Regina Niederelz, Natascha Renner, Susanne Simonis, Daniela Veldboer
Elternausschuss Kindergarten St. Lubentius Kobern
