Politik | 26.08.2026, 11:04 Uhr

Feuerwehrschutz sichern

Feuerwehr Dreckenach erhalten: Wichtige Argumente für die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel

Feuerwehrhaus Dreckenach

Kobern-Gondorf/Dreckenach. Die Freie Wählergruppe Kobern-Gondorf-Dreckenach e.V. (FWG) stellt sich klar gegen eine rein finanzielle Betrachtung bei der Feuerwehrplanung.

Nach der Vorstellung der Entwurfsversion 0.9 des neuen Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplans im Feuerwehrausschuss der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel am 24. August 2026 warnt die FWG vor einer einseitigen Kostenorientierung.

Das Gutachten soll dem Verbandsgemeinderat als wichtige Grundlage für Entscheidungen über die Zukunft der Feuerwehrstandorte dienen – darunter auch mögliche Schließungen.

Die öffentliche Debatte konzentriert sich derzeit vor allem auf den Standort Dreckenach. Die FWG hat das Gutachten genau geprüft und mit Feuerwehrmitgliedern aus den Ortsteilen gesprochen. Ihr Fazit: Das vorliegende Dokument reicht nicht aus, um verantwortungsvolle politische Entscheidungen zu treffen. Wichtige Fragen bleiben offen und sind bisher nicht ausreichend beantwortet.

Mängel im Gutachten: Fehlende Antworten und unklare Bewertungen

Bereits im Feuerwehrausschuss wurde deutlich, dass das Gutachten für politische Entscheidungsträger schwer verständlich ist. Noch gravierender ist jedoch, dass zentrale Aussagen und Empfehlungen fehlen. Nach Ansicht der FWG müssen insbesondere folgende Punkte überarbeitet werden: Die Personalbemessung sollte nicht nur das gesetzliche Mindestmaß abbilden, sondern realistische Soll-Kopfstärken mit Abwesenheitsfaktoren für Schichtarbeit, Urlaub und Pendler berücksichtigen. Zudem fehlt eine objektive Bewertung der Standortschließungen inklusive einer Gegenüberstellung von Einsparungen, Investitionskosten und Risiken durch möglichen Personalverlust.

Auch die Auswirkungen des Klimawandels werden bislang nicht angemessen einbezogen. Die Integration von Klimafolgen wie Starkregen, Sturzfluten in Steillagen und Dürreperioden ist für eine zukunftsfähige Planung unerlässlich. Ebenso vermisst die FWG eine realistische Analyse der Tagesverfügbarkeit der Feuerwehr unter Berücksichtigung von Straßen- und Topografiebedingungen sowie der Einhaltung von Hilfsfristen. Weitere Details sind auf der Website der FWG unter www.fwg-kobern-gondorf-dreckenach.de verfügbar.

Gründe für den Erhalt der Feuerwehr Dreckenach

Bei näherer Betrachtung der offenen Fragen zeigt sich eine Vielzahl handfester Argumente für den Erhalt des Feuerwehrstandorts Dreckenach. Schon heute überzeugt die Feuerwehr dort durch eine hochmotivierte und gut ausgebildete Mannschaft. Die Tagesverfügbarkeit entspricht den Anforderungen des im Gutachten definierten Planungsziels 1.

Darüber hinaus spricht die strategische Lage des Ortes für den Verbleib des Standorts. Die geografische Position ermöglicht eine wichtige Abdeckung von lokalen Starkregengefahrenpunkten. Zudem sichert die Feuerwehr den Erstschutz für landwirtschaftliche Flächen und Außenbereiche, was eine unverzichtbare Funktion für die Region Rhein-Mosel darstellt.

Risiken für das Ehrenamt bei Standortschließungen

Eine entscheidende Frage bleibt bisher ungeklärt: Welche Folgen haben Standortschließungen für das Ehrenamt? Die FWG warnt vor einer Demotivation der Feuerwehrleute, die möglicherweise nicht zu einem zentralen Standort wechseln. Ein warnendes Beispiel liefert die Schließung der Feuerwehr Gondorf. Dort führte die Standortaufgabe dazu, dass ein großer Teil der ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht mehr zur Verfügung stand. Dies verschärft die ohnehin teilweise unzureichende Tagesverfügbarkeit.

Vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse stellt sich die Frage, ob eine solche Entwicklung akzeptabel ist – insbesondere in einer Region wie der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel, die regelmäßig von Starkregen und Hochwasser betroffen ist.

Appell an den Verbandsgemeinderat: Ehrenamt erhalten

Die FWG richtet einen Appell an den Verbandsgemeinderat. Die Entscheidungsträger sollten das große Ganze im Blick behalten und den Schutz von Menschenleben und Eigentum nicht allein an finanziellen Kennzahlen festmachen. Stattdessen ist eine nachhaltige und zukunftssichere Lösung notwendig, die das Ehrenamt stärkt und nicht gefährdet.

Für die Verbandsgemeinde Rhein-Mosel bedeutet das, die Feuerwehrstandorte wie Dreckenach als unverzichtbaren Teil der Gefahrenabwehr zu erhalten und die Rahmenbedingungen für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu verbessern.

Pressemitteilung FWG Kobern-Gondorf-Dreckenach e.V.

Feuerwehrhaus Dreckenach Foto: FWG Kobern-Gondorf-Deckenach

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