Allgemeine Berichte | 11.02.2015

Tanzen, singen, lachen – Oberfell ließ es krachen

Historische Narrenschau mit Alaaf und Helau

Die historische Narrenschau des Elferrates und die 100.000jährige Oberfeller Faasenachtskultur brachten eine Bombenstimmung in den Saal.EP

Oberfell. War der homo erectus, der vor tausenden von Jahren auf dem Bleidenberg gelebt hat, ein Faasenachtsgeck? Davon sind die Oberfeller überzeugt und präsentierten in der Mosellahalle eine historische Narrenschau und die „100.000jährige Oberfeller Faasenachtskultur“. Der Dreierverbund aus KGM Oberfell, SSV Oberfell und der Feuerwehr luden zur Kappensitzung ein und bescherten der Narrenschar einen spritzigen, tollen Abend mit vielen karnevalistischen Höhepunkten. Und wieder begrüßte der Sitzungspräsident Uwe Rath das Publikum mit ausgeklügelten Reimen: „Blitz und Donner des Karnevals zucken auf euch nieder - mit schunkeln, klatschen und fröhlichen Liedern – unser Programm sprudelt über vor Humor und Witz – und haut hoffentlich auch den Letzten vom Sitz!“ Das war nicht zu viel versprochen! Los ging es mit einer außergewöhnlichen Vorstellung des Elferrats in Wort und Gesang und dem Rückblick auf nicht wirklich ernst gemeinte 100.000 Jahre Oberfeller Faasenacht: „ Hier bei uns im Moseltal – hunderttausend an der Zahl – Wollnashorn, Waldelefant – man in tiefer Erde fand – schlagt die Trommel, schwingt die Keule – tanzt ums Feuer mit Geheule!“ Ein Dankeschön für seinen zwanzigjährigen Einsatz als Sitzungspräsident bekam Uwe Rath von Jürgen Glesius: „Seit hunnertdausend Jahr liegt ihm Karneval im Blut. Er braucht die Fastnacht, er braucht den Radau - er braucht Frohsinn, lachen, schunkeln, helau. Seit zwanzig Jahren ist er für uns parat, danke für zwanzig Jahre Uwe Rath!“ Schon mit diesem Sitzungsauftakt breitete sich eine Superstimmung in der Mosellahalle aus und erreichte auch den letzten Gecken. Diese Stimmung zu halten war ganz einfach, denn das folgende Programm ließ keine närrischen Wünsche offen. Die kleine Garde der KGM, groß an der Zahl mit vierundzwanzig Tänzerinnen, begeisterte mit ihrem entzückenden Tanz und wurde mit großem Applaus belohnt. Dann stieg der Nachwuchs in die Bütt und der elfjährige Jonas Endris bewies, dass ihm der Karneval im Blut liegt. Souverän und witzig berichtete er über den unsäglichen Weihnachtsstress aus seiner Sicht: „ Den Erwachsenen ist das Wetter ganz egal, denn auf dem Weihnachtsmarkt hilft Glühwein auf jeden Fall! Papa voll – Geldbeutel leer! Advent ist halt was anderes als Fastenzeit!“ Zum Schluss resümierte er: „O stille Nacht – o heilige Nacht, wie hat das wieder Spaß gemacht.“ Die Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr war das Thema des Tanzes der mittleren Garde der KGM. Das spiegelte sich auch in ihren hübschen Kostümen wieder. Das der Bleidenberger homo erectus seiner Meinung nach der erste Karnevalist von der Mosel war, ließ Klaus Endris die Narrenschar wissen. Als „Ausscheller“ betrat er den Saal, rief „Bekanntmachung“, schwang kräftig die Schelle und gab mit Augenzwinkern Neuigkeiten, Termine und sonstige Geschichten aus Oberfell zum Besten. Die Bütt ist ihm vertraut, denn er betrat sie schon 1964 zum ersten Mal. Aus Löf war die Tanzgruppe „Black & White“ gekommen. Graziös schwebten sie als „Cinderella“ durch den Saal zur Bühne und präsentierten ihren märchenhaften Tanz. Unter dem Titel „Goldene Hochzeit“ verbarg sich ein Geplänkel zwischen Nicole Endris (Ehemann) und Michaele Deisen (Ehefrau), die nach fünfzig Jahren Vieles zu klären hatten. Und über allem stand die Frage: „Wird gefeiert oder nicht?“ Da ging es zur Sache: „Jung gefreit und ewisch bereut!“ und „Jupp isch kennt so heule. Unneröm ware mir niemals bies!“ Es war ein Schlagabtausch mit Gesang, bei dem es zum Schluss hieß: „ Unn die Moral von der Geschicht – bleiwt zusamme und trennt euch nicht!“ Auch die große Garde der KGM begeisterte mit ihrem Auftritt und zeigte in modernen Rhythmus und mit fetziger Musik, was sie wochenlang geprobt hatten. Haarsträubende Geschichten aus ihrer Ehe wusste das „Rusestängelche“  alias Brigitte Lellmann, die erste Vorsitzende der „Fidelen Möhnen Oberfell“, zu berichten. Mit Aussprüchen wie: „Hier mir off met de Männer!“ und „Isch nenn ihn Eisscholle, iss besser als Scheiss-Olle!“ und einem frechen, frivolen Vortrag hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. Die „flotten Uhus“ vom Mosella Tanz Verein aus Kobern-Gondorf eroberten mit einem flotten Dance-Mix die Bühne. Der darauf folgende Aufbau ließ Außergewöhnliches Erahnen, und plötzlich lugten „kleine Männer“ durch die Stoffwand und trieben der Narrenschar mit ihrem Tanz und Gesang die Tränen in die Augen. Hinter dieser großartigen Idee verbarg sich die Gruppe „Sammelsurium“, bestehend aus sechs Karnevalistinnen. Eva, Lena und Ute Christ, Andrea Nikolai-Fischer, Sabine Rath und Sonja Thelen. Mit vollem körperlichem Einsatz, mit Händen und Füssen, sorgten sie für einen Riesenspaß. Die Jazztanzgruppe des TV Trimps brachte mit ihrem „Queen-Medley“ den Geist von Queen in die Mosellahalle und ließ den ganzen Saal rocken. Eine kurze Schunkelrunde unterbrach das Programm, musikalisch angeleitet vom Duo „No Name“ (Heike und Tom), bewegte sich die Narrenschar untergehakt von links nach rechts und umgekehrt. Von Löf über die Mosel war die KG „Immer fröhlich“ gekommen und zog mit Helau zur Bühne, die sie schließlich für den Höhepunkt des Abends freigeben mussten. Das Beste kam zum Schluss und wurde von Uwe Rath mit den Worten angekündigt: „ Weiter geht es mit unserem nächsten Hit – ich bin sicher, sie reißen euch alle mit – Licht aus Spot an – die Gurkentruppe ist jetzt dran – ein Michael-Jackson-Mix, ganz cool und hipp – bei denen sitzt jetzt jeder Schritt!“ Den Beweis dazu traten sie prompt an und begeisterten mit einer zwanzigminütigen Show der Extraklasse, einstudiert vom kreativen Kopf der Truppe Mario Koschinsky, mit tollen Licht- und Raucheffekten von Professor Ulrich Johannes von Kaster. Zum Finale versammelten sich alle Aktiven noch einmal auf der Bühne. Die Narrenschar erhob sich von den Stühlen, zollten mit ihrem Beifall Respekt vor der Leistung der Akteure: „Und durch die Narrhalla erschallte mit Radau, ein dreifach Oberfell Helau!“ Das tolle Programm des Abends ließ keine Wünsche offen, außer vielleicht, dass im nächsten Jahr Besucher aus der gesamten Verbandsgemeinde Rhein-Mosel nach Oberfell kommen. Es wäre schön, wenn Gecken von Rhein und Mosel gemeinsam Fastnacht feiern würden, wünscht sich Sitzungspräsident Uwe Rath. Und da die Oberfeller auf eine 100.000jährige närrische Erfahrung zurückblicken können, was sie mit dieser gelungenen Kappensitzung wieder einmal bewiesen haben, wäre ein „närrischer Gedankenaustausch“ sicher ein großer Spaß.   

Die kleine Garde, groß an der Zahl, begeisterte mit ihrem entzückenden Tanz.

Die kleine Garde, groß an der Zahl, begeisterte mit ihrem entzückenden Tanz.

Der „Ausscheller“ Klaus Endris ist überzeugt, dass der Bleidenberger homo erectus der erste Karnevalist der Mosel war.

Der „Ausscheller“ Klaus Endris ist überzeugt, dass der Bleidenberger homo erectus der erste Karnevalist der Mosel war.

Die historische Narrenschau des Elferrates und die 100.000jährige Oberfeller Faasenachtskultur brachten eine Bombenstimmung in den Saal.Fotos: EP

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Dauerauftrag 2026
Essen auf Rädern
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Doppelseite PR/Anzeigen
Titel
Osterangebot
Tag der offenen Tür
Imageanzeige - Ostern
Empfohlene Artikel
Die SGD Nord führt in ihrer Funktion als Obere Wasserbehörde regelmäßig Gewässerschauen durch. Ende März war der Nothbach an der Reihe.
7

Kobern-Gondorf. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord führte Ende März eine zweitägige Gewässerschau des Nothbachs nach § 101 Landeswassergesetz durch. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz sowie der Verbandsgemeinden Maifeld und Rhein-Mosel nahm sie den etwa 14 Kilometer langen Abschnitt von der Quelle bis zur Mündung in die Mosel unter die Lupe.

Weiterlesen

Trophäe Deutscher Tierschutzpreis.
11

Region. Menschen, Vereine oder Projekte, die sich für den Tierschutz stark machen, können sich zwischen dem 1. April und 17. Mai 2026 für die Auszeichnung mit dem Deutschen Tierschutzpreis bewerben oder von anderen vorgeschlagen werden. Der Deutsche Tierschutzbund verleiht den Preis - unterstützt von den Tiernahrungsmarken Whiskas und Pedigree - am 19. November bei einer feierlichen Gala im Berliner Humboldt Carré.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
3

Ergebnisoffene Sondierungsgespräche der Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied für eine Fusion werden nicht weiterverfolgt

Fokus der Sparkassen liegt auf eigenständiger Weiterentwicklung

Region. Nach intensiver und ergebnisoffener Prüfung haben die beteiligten Häuser (Sparkasse Westerwald-Sieg und Sparkasse Neuwied) entschieden, die Gespräche über eine mögliche Fusion nicht weiterzuführen.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
9

Allgemeine Berichte

Ab 13.04.: Blitzer in Remagen

Remagen. Im Zeitraum vom 13.04.2026 bis zum 19.04.2026 sind in Remagen Geschwindigkeitskontrollen an mehreren Stellen vorgesehen. Im Stadtgebiet von Remagen selbst wird unter anderem am Güterbahnhof, in der Marktstraße, der Bergstraße sowie in der Alten Straße kontrolliert. Auch in den Ortsteilen sind entsprechende Maßnahmen geplant: In Kripp betreffen die Kontrollen die Mittelstraße, den Baumschulenweg...

Weiterlesen

Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Koblenz blüht
Anlagenmechaniker
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Angebotsanzeige (April)
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige
Stellenanzeige