Politik | 16.06.2013

Missio-Truck macht Stopp in Kobern-Gondorf

„Menschen auf der Flucht“

Ministerin Irene Alt, Landrat Dr. Alexander Saftig, Dechant Jörg Schuh, die VG Bürgermeister Seibeld und Mumm erhielten mit zahlreichen Besuchern in der mobilen, multimediale Ausstellung einen kleinen Eindruck darüber, wie es sich anfühlt, auf der Flucht zu sein. privat

Kobern-Gondorf. Was es heißt und wie es sich anfühlt, auf der Flucht zu sein, will ein durch Deutschland tourender „missio-truck“ Schulen und Gemeinden nahebringen. Im Rahmen seiner aktuellen Reise im Bistum Trier war am 8. Juni ein Aktionstag mit der rheinland-pfälzischen Ministerin Irene Alt an der „Realschule plus an der Untermosel“ in Kobern-Gondorf (Dekanat Maifeld-Untermosel).

Wer wie Ministerin Irene Alt, Landrat Dr. Alexander Saftig, Dechant Jörg Schuh und all die anderen Besucher die mobile multimediale Ausstellung in dem 20 Meter langen LKW auf dem Pausenhof der Kobern-Gondorfer Realschule plus betritt, wird zunächst in eine alltägliche Marktszene einer Kleinstadt der Demokratischen Republik Kongo versetzt. Ausgestattet mit einer Biografie-Karte, erleben die Besucher in den weiteren thematisch gestalteten Räumen Fluchtgeschichten aus dem von Bürgerkriegen zerrütteten zentralafrikanischen Staat mit. Sie hören aus einer kleinen Kirche heraus die Gewehrsalven. Sie spüren die Enge auf der schmutzigen Ladefläche eines Lastwagens, dessen Fahrer den Flüchtlingen beim Absteigen rät: „Geht nur nachts, versteckt euch am Tag, passt gut auf euch auf.“ Im kenianischen Nairobi angekommen, will niemand die Flüchtlinge haben und ihnen Arbeit und Wohnung geben. Die Passkontrolle bei der Einreise nach Deutschland ist eine weitere Hürde. Die Flüchtlinge verstehen die Sprache nicht und fühlen sich allein in dem fremden Land.

Hoffnung auf ein erträgliches Leben

Dennoch: Die eigene Lebensleistung von Flüchtlingen und die Dienste kirchlicher Stellen machen Hoffnung auf ein erträgliches Leben auch unter widrigen Umständen - auch das ist eine Botschaft des missio-trucks „Menschen auf der Flucht“. Dass es folgerichtig war, Station in Kobern-Gondorf zu machen, wurde bei den Ansprachen zur Eröffnung deutlich. „Migration gibt es, seit es Menschen gibt und niemand gibt freiwillig und ohne Not seine Heimat für etwas Ungewisses auf“, betonte Eva Leimbach, Rektorin der gastgebenden Realschule plus. Offenheit und Toleranz seien wesentliche Erziehungsziele an ihrer Schule und häufig Thema von Projekten, sagte sie. Pastoralreferent Werner Huffer-Kilian und Eva Pfitzner von der für den Aktionstag verantwortlichen Dekanats-Fachkonferenz „Asyl, Migration, Integration“ gaben einen Einblick in die Vielfalt der haupt- und ehrenamtlichen Initiativen zur Betreuung von Flüchtlingen auf dem Maifeld und an der Untermosel. Ministerin Irene Alt skizzierte bereits umgesetzte Verbesserungen und weitere Pläne zu Gunsten von Flüchtlingen in der rheinland-pfälzischen Erstaufnahme-Einrichtung in Trier und der Außenstelle in Ingelheim sowie bei der Verteilung auf die Landkreise. Landrat Dr. Alexander Saftig wies auf die mehr als zwei Dutzend Integrationsvereinbarungen hin, die der Landkreis Mayen-Koblenz im Zuge eines Modellprojekts getroffen habe.

Für äußerst rhythmische Zwischentöne bei der Eröffnung des Aktionstages sorgte das „Gipsy Trio“ der Sinti-Familie Reinhard aus Koblenz. Außerdem beteiligten sich der Weltladen Ochtendung und der Lions Club Dieblich am Programm.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.missio-hilft.de.

Pressemitteilung

Bischöfliche Pressestelle Trier

Ministerin Irene Alt, Landrat Dr. Alexander Saftig, Dechant Jörg Schuh, die VG Bürgermeister Seibeld und Mumm erhielten mit zahlreichen Besuchern in der mobilen, multimediale Ausstellung einen kleinen Eindruck darüber, wie es sich anfühlt, auf der Flucht zu sein.Foto: privat

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