ProMusica gastierte im Schloss von der Leyen
„Oh habet Acht vor den Kindern der Nacht“
Vokalensemble präsentierte eindrucksvolle musikalische Szenen aus dem „Zigeunerleben“
Kobern-Gondorf. Im abgedunkelten Saal des Schlosses von der Leyen herrschte eine erwartungsvolle Stille. Auf der Bühne flackerte ein Lagerfeuer, Blumenschmuck symbolisierte die Natur Als sich die Saaltür öffnete, drängte eine bunte Zigeunerschar auf die Bühne. Mit sehnsuchtsvollen Tönen am romantischen Lagerfeuer begann das Vokalensemble ProMusica an diesem Abend sein aktuelles Programm „Fern der Heimat“ und entführte das Publikum in die Welt der Zigeuner und anderer Reisende. Sie zeigten lebendig gespielte Musik mit Herz, Schmerz, Sehnsucht und Frohsinn und demonstrierten eindrucksvoll ihre Freude an der Musik. Die kleinen Lebensgeschichten, die sich auf der Bühne abspielten, waren perfekt inszeniert mit farbenprächtigen Kostümen. Die dreizehn Sängerinnen und Sänger boten den Zuhörern eine Welt voller Melodien mit Liedern, Arien und Chören aus Konzert, Oper und Operette. Im temperamentvollen Wechsel erklangen bekannte Lieder zum Beispiel von Robert Schumann „Zigeunerleben“ oder von Johann Strauss Csardas aus „Die Fledermaus“. Beeindruckend auch eine Szene aus „Die Csardasfürstin“ von Emmerich Kalman mit dem Lied „Weißt du es noch?“. Das gespielte und gesungene Musikstück aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauss „Oh habet Acht vor den Kindern der Nacht“ ließ das Publikum stimmungsvoll am nicht immer einfachen Leben der Zigeuner teilhaben. Temperament- und schwungvoll ging es zu bei „Wir sind Zigeunermädchen“ aus Guiseppe Verdis „La Traviata“ und Stücken aus „Carmen“ von Georges Bizet. Dem Publikum wurde an diesem Abend eine Fülle von Darbietungen geboten. Mit seinen Soli, Duetten, Terzetten und Tanzeinlagen bot das Vokalensemble ProMusica Abwechslung für Augen und Ohren. Cynthia Grose leitet seit 2008 das im Jahr 2003 gegründete Ensemble. Die Opern- und Konzertsängerin hatte die Ideen zu den Choreografien und studierte sie mit den Künstlern ein. Alle Sängerinnen und Sänger von ProMusica verfügen über eine Gesangsausbildung. Die unterschiedlichen Stimmlagen garantieren in dieser Besetzung ein variantenreiches und klanglich ausgewogenes Programm. Unterstützt wurde das Ensemble am Klavier von Eberhard Nöst. Natürlich durften auch Violinen nicht fehlen, aus der Zigeunermusik nicht weg zu denken, weil ihre Klänge so treffend „Herz und Schmerz“ wiedergeben, eindrucksvoll demonstriert von David Rodriguez Toledo. Das Vokalensemble ProMusica überzeugte mit seinem ansprechenden, abwechslungsreichen und künstlerischen Bühnenprogramm, entführte in die Welt der Zigeuner und machte diesen Abend zu einem perfekten musikalischen Erlebnis.
ProMusica bot temperamentvolle und farbenprächtige Interpretationen aus dem „Zigeunerleben“. Fotos: EP
