Lehmer Razejunge
Razejunge halten alte Tradition aufrecht
Lehmen. Die Lehmer Razejungen halten eine alte Tradition in ihrer Heimatgemeinde aufrecht und bauten in den vergangenen Wochen Razen, aus astlosen Haselnussstöcken hergestellte Rückentragekörbe.
In den Razen wurde der Stallmist zum Düngen der Weinstöcke in den Wintermonaten in die Wingerte getragen. Die Lehmer Razejunge wurden bereits 1784 im Kirchbuch der „Ober Pfarrkirche zu Lehmen“ als Mistträger im Weingarten der Kirche erwähnt.
Die Razebauaktion wurde Anfang November des vergangenen Jahres mit dem Schneiden der Haselnussstöcke in den heimischen Wäldern gestartet. Anschließend wurden an den folgenden Samstagen die Stöcke geschält, gespalten, gebogen und in hergerichteten Holzbodenplatten befestigt. Das anschließende Einflechten der gekochten Haselnussrinde in das Stockgerüst erforderte schon handwerkliches Geschick.
Die Razejungen nahmen auch diese Herausforderung an und entwickelten unerwartete Fähigkeiten. Projektleiter Martin Kreckler hatte alles organisiert und vorbereitet und dazu gehörte natürlich auch eine deftige Verpflegung. Für die Razebauaktion stellte Razejung Manfred Becker seine Werkstatt auf den Oberen Lehmerhöfen zur Verfügung.
An einem der letzten Arbeitstage im Januar ließ es sich der älteste Razejung, Hermann Müller, mit seinen 86 Jahren nicht nehmen, den Jüngeren mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und sein Wissen weiterzugeben. Nikals Schneid, einer der jüngsten Razejungen, war stets eifrig bei der Sache und erhielt einen guten Einblick in das alte traditionsreiche Handwerk. Die Lehmer Razejunge hoffen, dass er das Gelernte weitergibt und so die alte Tradition auch in den kommenden Jahren weiter aufrecht gehalten werden kann.
