Politik | 23.09.2014

Hohe Auszeichnung für Morenhovener Vermessungsingenieur

Prof. Dr. Klaus Grewe erhält das Goldene Lot

Herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Erforschung römischer Aquädukte gewürdigt

Professor Dr. Klaus Grewe (l.) erhielt das „Goldene Lot“ aus den Händen von Wissenschaftscomedian Bernhard Hoëcker und des VDV-Präsidenten Wilfried Grunau (r.). JOST

Morenhoven. Große Ehre für Prof. Dr. Klaus Grewe, Geodät und Buchautor aus Morenhoven: Er wurde jetzt für seine herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen zur Erforschung römischer Aquädukte vom Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) mit dem „Goldenen Lot“ ausgezeichnet. Er steht damit in einer Reihe mit Hans-Dietrich Genscher, Ulf Merbold, Johannes Rau, Joachim Gauck und Arved Fuchs, die ebenfalls schon mit dem „Goldenen Lot“ ausgezeichnet wurden.

In wissenschaftlicher Hinsicht bekannt wurde Grewe, der auch als Organisator der „Morenhovener Kabaretttage“ in Erscheinung tritt, durch zahlreiche Publikationen von Ausgrabungen und Vermessungen an verschiedenen römischen Wasserleitungen, von denen aktuell das Kompendium „Aquädukte - Wasser für Roms Städte“ einen empfehlenswerten und sehr anschaulichen Überblick über das hohe Niveau der römischen Ingenieurkunst gebe, so Laudator und Comedian Bernhard Hoëcker, der im vergangenen Jahr den Preis erhalten hatte. Die ebenfalls von Grewe bearbeitete „Bibliographie zur Geschichte des Vermessungswesens“ sei mittlerweile ein Standardwerk der Technikgeschichte. Die Forschungsarbeiten Grewes hätten international große Beachtung gefunden und seien keineswegs nur auf das Rheinland beschränkt: Grewe forsche in ganz Europa, Nordafrika und in Vorderasien nach den Resten von Wasserleitungen aus der Römerzeit. Prof. Dr. Klaus Grewe (70) studierte in Mainz Vermessungswesen und übernahm 1967 am Rheinischen Landesmuseum Bonn die neu geschaffene Stelle des Vermessungsingenieurs. Seit Beginn seiner Tätigkeit in Bonn widmete er sich intensiv der Erforschung römischer Wasserleitungen im Rheinland und übernahm Ende der 1970er Jahre die Leitung des Forschungsprojektes „Eifelwasserleitung“. Die Ergebnisse seiner Arbeiten fanden in der Publikation eines „Atlas der römischen Wasserleitungen nach Köln“ ihren ersten Niederschlag. Diesem folgte bald die populärwissenschaftliche Publikation zum Römerkanal-Wanderweg. Eine weitere wichtige Publikation stellt der Band 4 in der Reihe Geschichte der Wasserversorgung über die „Wasserversorgung im Mittelalter“ dar. 1997 hatte Grewe an der Universität Nimwegen promoviert; der Titel seiner Dissertation lautet: „Licht am Ende des Tunnels - Planung und Trassierung im antiken Tunnelbau“. Seit 2009 ist er Honorarprofessor an der RWTH Aachen.

Professor Dr. Klaus Grewe (l.) erhielt das „Goldene Lot“ aus den Händen von Wissenschaftscomedian Bernhard Hoëcker und des VDV-Präsidenten Wilfried Grunau (r.). Foto: JOST

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