Ahrtalbahnfreunde Siemens Tests
Ahrtalbahnfreunde besuchen Siemens Prüfcenter in Wegberg 2026
aus Sinzig
Kreis Ahrweiler. DG. Mit insgesamt 16 Personen fuhren die Ahrtalbahnfreunde in der vergangenen Woche zum Siemens Prüfcenter in Wegberg-Wildenrath. Die Anreise erfolgte natürlich mit der Bahn, und die Züge waren auch weitgehend pünktlich.
Das Prüfcenter, kurz PCW genannt, wurde auf einem 44 Hektar großen ehemaligen Flugfeld der Royal Air Force errichtet und beschäftigt inzwischen rund 700 Mitarbeitende. Hier werden Lokomotiven, komplette Züge, Straßen- und U-Bahnen, auch in Schmalspur, umfangreichen Tests und Prüfungen unterzogen und entsprechend zertifiziert.
Insgesamt stehen dafür rund 30 KM an Gleisanlagen für ganz unterschiedliche Prüfungen zur Verfügung. Auf der längsten Strecke (6 KM) sind Geschwindigkeiten bis 160 km/h möglich. Um realistische Bedingungen herzustellen, werden bei Testfahrten Gewichte in die Einheiten geladen.
Aber es wird nicht nur gefahren. Mehrere bis zu 400 m lange Hallen ermöglichen alle nur erdenklichen und erforderlichen Tests und Prüfungen. Hier werden aber nicht nur Siemens-Züge geprüft, sondern auch Produkte anderer Hersteller.
Und da das PCW die einzige derartige Einrichtung in Europa ist, sah man auch Bahnen aus anderen Staaten. So standen gleich drei komplette Railjet-Züge aus Österreich in den Hallen, eine Einheit der Londoner U-Bahn und sogar ein Fahrzeug, das später im U-Bahnnetz in Sydney verkehren wird, bereits versehen mit dem entsprechenden Linienplan.
Neben den Prüfungen und Zertifizierungen neuer Modelle sind auch umfangreiche Unfallsanierungen möglich. Da unterschiedliche Bahnen auch mit ganz verschiedenen Stromspannungen fahren, gibt es eine sehr umfangreiche Trafostation, die diesen Anforderungen gerecht wird.
Sicherheit wird in einem so sensiblen Bereich natürlich großgeschrieben. So kann beispielsweise jeder Mitarbeitende mit einem eigenen Vorhangschloss die Stromzufuhr der Oberleitung in seinem Arbeitsbereich blockieren, so dass ein versehentliches Zuschalten ausgeschlossen ist.
Zunächst wurden die Teilnehmer in einem interessanten Vortrag über die Aufgaben und die Einrichtungen des PCW umfassend informiert. Bevor es dann zur Besichtigung aufs Gelände ging, gab es eine entsprechende Sicherheitsunterweisung.
Bestückt mit Helm und Warnweste ging es dann zu den einzelnen Einrichtungen, wo weitere interessante Infos erfolgten. Doch ein solches Testgelände zu besuchen, ohne selbst auch einmal in einem Zug zu sitzen, ist natürlich nur die halbe Miete.
Die Ahrtalbahnfreunde enterten dann die oben schon beschriebene U-Bahn für Sydney, und los ging die Fahrt. Und der Clou an der Sache: Vier Teilnehmer wurden vorher ausgelost, die selbst einmal Hand anlegen durften und das Gefährt über rund zwei KM eigenhändig steuern konnten.
Das hat im Großen und Ganzen auch gut geklappt, sieht man einmal von der ein oder anderen etwas zu heftigen Bremsung ab. Die Probanden stellten dabei fest, dass die Bewegung eines solchen Zuges auch einiges an Fingerspitzengefühl und Sensibilität erfordert. Ein entsprechendes Zertifikat rundete den Einsatz dann ab.
Nach einem kleinen Imbiss ging es froh gelaunt wieder Richtung Heimat. Die Stimmung im Zug war dann auch recht ausgelassen, ein sehr interessanter und auch lehrreicher Tag fand so einen stimmigen Ausklang.
Das Prüfcenter aus der Luft Foto: Katalog Fa. Siemens
Eine fröhliche Schar, natürlich mit Helm und Weste, bei der Besichtigung Foto: Edgar Steinborn
Auch bei der Bahnfahrt herrschte prächtige Stimmung Foto: Uli Stumm