Politik | 28.04.2013

Sinzig möchte ins Klimaschutzprogramm

Alle Bereiche werden durchleuchtet

Sinzig. Der Leitsatz „Global denken - lokal handeln“ wird in Sinzig beherzigt. Es geht um den Klimaschutz, eines der wichtigsten Anliegen unserer Zeit. Die Auswirkungen von Erderwärmung beispielsweise sind nicht zu leugnen. Ein Entgegenwirken ist nicht nur von der bundespolitischen Ebene her möglich. Vielmehr sind auch die Gemeinden aufgerufen, sich Gedanken zu machen. Der Stadtrat Sinzig hat daher schon Ende letzten Jahres die Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes beschlossen, um eine Aufnahme in das Klimaschutzprogramm anzustreben.

Die Transferstelle für rationelle und regenerative Energienutzung in Bingen wurde mit der Erstellung des Konzeptes beauftragt, das die Aspekte des Klimaschutzes bis in die Privathaushalte hinterfragt. Wer dann letztlich in das Programm des Bundes aufgenommen wird, kann für anstehende Maßnahmen lukrative Fördermittel in Anspruch nehmen. Die einzelnen Segmente der Erhebung sind öffentliche Liegenschaften, Private Haushalte, Straßenbeleuchtung, Industrie, Handel und Gewerbe, Verkehr, Abwasser, und Abfall. Die Umsetzung erfolgt durch eine Energie und CO²e Bilanz und eine Potentialanalyse. Daran schließt sich eine Akteursbeteiligung an, ehe ein Maßnahmenkatalog erstellt wird. Dessen Wirksamkeit wird durch ein Controlling gesichert.

Bis dahin aber liegt vor der Transferstelle und dem in der Verwaltung hierfür zuständigen Bauamt viel Arbeit. Zur Erstellung der Energiebilanz beispielsweise werden die Daten der Energieversorger ebenso ausgewertet wie die Feuerstättenstatistik der Schornsteinfeger, die Gebäudestatistiken des Landesamtes, Beschäftigungszahlen, Anzahl der zugelassenen KfZ und Energieverbräuche in den städtischen Einrichtungen.

In der Potentialanalyse werden die kurz- oder mittelfristig umsetzbaren Sparpotentiale der einzelnen Sektoren abgeschätzt. Anhand der Wohnraumstatistiken und durch die Erstellung von Energiesparsteckbriefen für fünf Musterwohnhäuser wird das Potential im Bereich der privaten Haushalte ermittelt und auf das Stadtgebiet hochgerechnet.

Nicht zu unterschätzen ist der Bereich der Straßenbeleuchtung, wobei der Austausch herkömmlicher Beleuchtungssysteme durch moderne Systeme auf Basis der LED-Technologie untersucht wird. Statistische Hochrechnungen ergeben dann auch hier ein klares Bild der gesamten Stadt.

Mitarbeit erforderlich

Was aber nutzt eine umfassende Erhebung, wenn sie nicht umgesetzt wird. Dem Bereich der Akteursbeteiligung kommt daher eine wesentliche Bedeutung zu. Vom ersten Schritt an sollen Vertreter der politischen Gremien, Vertreter der Stadt, Energieberater, Kammern, Innungen, das Handwerk und die Banken ebenso beteiligt werden wie Bildungseinrichtungen und Interessengruppen. Im Rahmen von Workshops sollen Projektideen gesammelt und zu einem Maßnahmenkatalog entwickelt werden. Dies ist auch für das Handwerk interessant, dem ein Forum zur Darstellung seiner Leistungen geboten wird.

Das Klimaschutzkonzept mündet in einen Maßnahmenkatalog. „Dieser wird in unserer Stadt der Leitfaden für viele Jahre sein“, so Bürgermeister Wolfgang Kroeger zur Bedeutung des Werks. Die Maßnahmen werden nach einem Punkteraster bewertet auf Klimaschutzrelevanz, Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit sowie Bürger- und Akteursbeteiligung. Die Auswertung führt zu Maßnahmensteckbriefen und Handlungsempfehlungen.

Das Größtmögliche erreichen

Eine zu bildende Projektgruppe hat schließlich die Aufgabe, das Konzept mit zu steuern, die Ziele zu überprüfen und die politischen Gremien für die Umsetzung zu beraten.

„Wir wollten mehr tun als einen ausgebildeten Sachbearbeiter damit zu beauftragen, mögliche Sparpotentiale bei Turnhallen, Schulen und Rathaus zu ermitteln und umzusetzen. In diesem Konzept werden alle Bereiche der Stadt unter die Lupe genommen und in die Verantwortung genommen“. Es ist die weitestgehende Maßnahme, die für den lokalen Klimaschutz derzeit zu erzielen ist. Daher ist uns eine Aufnahme in des Klimaschutzprogramm des Bundes ein so wichtiges Anliegen“ erläutert Wolfgang Kroeger die Intention der Stadt.

Pressemitteilung

der Stadt Sinzig

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