Allgemeine Berichte | 24.06.2013, 14:30 Uhr

Löhndorfer Junggesellen feierten ihr 260-jähriges Bestehen

Alter Verein mit jungen Mitgliedern

Der Landrat hatte die Ehrenurkunde des Kreises im Gepäck, die an die Vertreter des Vereins übergab. RÜ
111

Löhndorf. Man bezeichnet ihn gern als den „Methusalem“ unter den Junggesellenvereinen: Mit einem großen Bahnhof im Festzelt am Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ feierte der Junggesellenverein Sankt Georg in Löhndorf am Wochenende sein 260-jähriges Bestehen.

Etwas nervöse Erwartungshaltung lag dabei am Samstag über dem Festgelände, zu dem das Umfeld der „Alten Schule“ mit Zelt und vielen Verpflegungsständen umfunktioniert worden war. Denn einen 260. Geburtstag feiert man bekanntlich ja nicht alle Tage.

Die Löhndorfer Hagestolze sind der älteste Verein des Ortes und einer der ältesten Junggesellenvereine im Rheinland. Und dies mit fortlaufender Kontinuität. „Unser Verein wurde auch in den Wirren des 20. Jahrhunderts nie aufgelöst“, brachte es der heutige Junggesellenpräsident Christoph Münch in seiner Begrüßungsrede auf den Punkt. „Wir sind ein zentraler Bestandteil der gut funktionieren Dorfgemeinschaft“, spiegelte Münch auch das Selbstbewusstsein der Junggesellen wieder.

Die Geburtstagskinder hatten in Löhndorfs viel Arbeit in die Vorbereitungen des nicht alltäglichen Festes steckt. Der Festausschuss mit Sebastian Nelles, Christoph Münch, Jonas Thiem, Phillip Schmickler, Björn Schröder und Sven Krupp hatte perfekt geplant. Ergebnis: eine Festschrift, die sich absolut sehen lassen kann und eine überaus beeindruckende Ausstellung im Dachgeschoss der Alten Schule, die die Geschichte des Junggesellenvereins vielfältig aufzeichnet und vor allen Dingen am Sonntag beim „Offenen Rosendorf“ die Besucher lockte.

Die Laudatio auf die Geburtstagskinder hielt Landrat Jürgen Pföhler: „In der Vereinsdatenbank der Kreisverwaltung sind rund 90 Junggesellenvereine eingetragen. Das bedeutet rein statistisch, dass in fast jedem Ort des Kreises ein Junggesellenverein aktiv ist“, betonte der Landrat die große Verankerung des Jungenellenbrauchtums in der Region.

„Der Zug der Globalisierung lässt viele Menschen als Verlierer dastehen, damit ist das Junggesellentum heute ein unbezahlbarer Bestandteil funktionierender Gemeinschaften“, so Pföhler weiter. Als Geburtstaggeschenk hatte er einen Umschlag mit Barem und die Urkunde des Kreises dabei.

„Der Verein ist sehr vielfältig mit der gesamten Dorfgemeinschaft verflochten“, gratulierte Sinzigs Beigeordneter Gunter Windheuser.

Glückwünsche gab es auch von Löhndorfs Ortsvorsteher Friedhelm Münch. Der Mann ist übrigens Insider, war es doch in seiner Jugend selbst Präsident der Junggesellen. Mit seinem Geburtstagsgeschenk ging er tief in die Geschichte der Junggesellen hinein. Denn die ältesten Zeugnisse belegen, dass der Verein seit seiner Gründung in jedem Jahr eine Kerze für die Pfarrkirche stiftete. Just eine solche 14,5 Pfund schwere Kerze mit dem Wappen der Junggesellen schenkte Münch dem Geburtstagskind. „Mit 260 Jahren sind die Junggesellen der älteste Löhndorfer Verein, haben aber auch das niedrigste Durchschnittsalter aller Vereine“, wies er auf eine statistische Besonderheit hin.

Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einem Dankamt in St. Georg, das von Pastor Achim Thieser zelebriert wurde. Anschließend formierten sich die Junggesellen und die Delegationen der Gastvereine zum Festzug durch den Ort.

Nach dem offiziellen Teil wurde am Samstag dann auch noch richtig gefeiert. Für die Tanzmusik sorgte am Abend die Gruppe „Da Vinci“. Die große Feier war sozusagen Aufgalopp für die Veranstaltung „Offenes Rosendorf“, bei der die Jungsellen dann auch wieder vielfältig im Einsatz waren.

Im 260. Jahr seines Bestehens hat der Junggesellenverein in Löhndorf rund 50 Mitglieder. Im Jubiläumsjahr setzt sich der Vorstand des Vereins wie folgt zusammen: Christoph Münch (Präsident), Michael Kappl (1. Vorsitzender), Markus Feldhoff (1. Kassierer), Sven Krupp (2. Kassierer), Nicolas Koch (Schriftführer) und Christian Adams (Beisitzer). Das Offizierskorps besteht aus Hauptmann Philipp Schmickler, dem 1. Offizier Max Arzdorf, dem 2. Offizier Björn Schröder, dem 1. Fähnrich Jonas Thiem und dem 2. Fähnrich Niels Kerl.

Ortsvorsteher Friedhelm Münch gratulierte im Namen der Gemeinde mit einer über 14 Pfund schweren Kerze.

Ortsvorsteher Friedhelm Münch gratulierte im Namen der Gemeinde mit einer über 14 Pfund schweren Kerze.

Der Landrat hatte die Ehrenurkunde des Kreises im Gepäck, die an die Vertreter des Vereins übergab. Fotos: RÜ

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Rund ums Haus Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Dauerauftrag
Titel
Kreishandwerkerschaft
Titelanzeige o. B. Vorauskasse
Empfohlene Artikel
Kleine Mutboschaften für großartige Vorschulkinder
58

Waldorf. Mit Bewegung, Fantasie und viel Freude erlebten gleich zwei Vorschuljahrgänge des Kindergartens in Waldorf ein besonderes Yogaabenteuer. In regelmäßig stattfindenden Yogaeinheiten lernten sie, ihre Gefühle wahrzunehmen, ihren Körper zu entdecken und als Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Möglich wurde diese Projektumsetzung aufgrund der finanziellen Förderung durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Ahr.

Weiterlesen

Ein lebendiges Gemeindeleben zeigte sich auch wieder beim jüngsten Treffen der Helferinnen und Helfer aus Burgbrohl und Weiler.
19

Burgbrohl. Zum jüngsten Helfertreffen im Pfarrhaus Burgbrohl kamen 17 engagierte Gläubige aus Burgbrohl und Weiler, um über das Gemeindeleben im Pfarrbezirk Burgbrohl und Weiler zu sprechen und Informationen vom Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat zu erhalten.

Weiterlesen

Die Rundtour startet in der Ortsmitte von Schuld und führt zunächst hinauf zu den Schulder Türmchen.  Foto:Dominik Ketz
59

Schuld. Weite Blicke über die Eifelhöhen bis hin zum Siebengebirge, aussichtsreiche Wiesen und Wälder sowie spannende Zeugnisse aus Natur und Geschichte: Der örtliche Rundweg Nr. 6 rund um Schuld, Winnerath und Insul bietet eine abwechslungsreiche Panorama-Tour durch das mittlere Ahrtal. Dabei wechseln sich aussichtsreiche Höhenpassagen mit idyllischen Abschnitten entlang der Ahr ab.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Adobe Stock.
2575

Großer Feuerwehreinsatz in der Nähe des ehemaligen Krankenhauses:

Brand in Remagen: Großer Feuerwehreinsatz mit Drehleiter

Remagen. Ein größerer Feuerwehreinsatz hat sich in der Straße Hinterhausen in Remagen im Bereich des ehemaligen Krankenhauses ereignet. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzkräften und einer Drehleiter zu einem Mehrfamilienhaus aus. Nach ersten Informationen war Essen auf einem Herd angebrannt und hatte den Einsatz ausgelöst.

Weiterlesen