Politik | 12.01.2015, 13:20 Uhr

Ministerin Andrea Nahles besucht Gartenbaubetrieb in Sinzig

Austausch über Probleme bei der Umsetzung des Mindestlohns

Besuch in der Gärtnerei (v. l.): ZGV-Präsident Jürgen Mertz, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, Norbert und Christa Hammer. privat
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Sinzig. Um sich über die praktischen Probleme bei der Umsetzung der Vorschriften zum Mindestlohn zu informieren, besuchte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles Anfang des Jahres den Gartenbaubetrieb von Norbert Hammer in Sinzig. Nach einer Besichtigung des Betriebs nahm sich die Ministerin Zeit, mit den Vertretern des Berufsstands die Probleme zu erörtern, die sich bei der Umsetzung des Mindestlohns für den Bereich des Gartenbaus ergeben. An dem Gespräch nahmen, neben dem Betriebsinhaber und Vizepräsidenten des Landesverbands Gartenbau Rheinland-Pfalz Norbert Hammer und seiner Frau, der Präsident des Zentralverbands Garbenbau e.V. (ZVG) Jürgen Mertz und die stellvertretende Generalsekretärin des ZVG, Romana Hoffmann teil.

Themenschwerpunkte der Diskussion waren der erheblich höhere Verwaltungsaufwand durch die Aufzeichnungspflichten, die Einschränkungen bei den Arbeitszeitkonten und die nicht gelösten Fragen im Zusammenhang mit den mitarbeitenden Familienangehörigen. „Dass für Ehepartner dieselben Vorgaben hinsichtlich der formalen Aufzeichnungspflichten und Arbeitszeiten gelten, ist unseren gartenbaulichen Familienbetrieben nicht vermittelbar. Hier gehen die gesetzlichen Regelungen an der Realität vorbei“, so Präsident Mertz.

Intensiv erörtert wurde auch die Neuregelung bei den Arbeitszeitkonten. Die Vertreter des Berufsstands wiesen auf die Notwendigkeit flexibler Arbeitszeitregelungen bei Betrieben mit sehr unterschiedlich hohem Arbeitsanfall hin. Dies sei bislang im Rahmen der Tarifverträge mit Regelungen zu Arbeitszeitkonten zwischen den Sozialpartnern vereinbart worden. So werde sichergestellt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganzjährig beschäftigt werden könnten und sich nicht in den arbeitsarmen Monaten arbeitslos melden müssten. Nahles äußerte Verständnis für diese Problematik, wies aber auch darauf hin, dass die Mindestlohnregelungen nicht umgangen werden könnten.

Für die Gartenbaubranche wurde im Rahmen des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag ausgehandelt, der es zumindest für eine Übergangszeit ermöglicht, den gesetzlichen Mindestlohn zu unterschreiten. Vor diesem Hintergrund sah Ministerin Nahles hinsichtlich der Aufzeichnungspflichten bzw. für die Anrechnung von Kost und Logis keine rechtlichen Möglichkeiten, das Mindestlohngesetz anzuwenden. Die Ministerin sagte allerdings zu, gemeinsam mit dem Berufsstand zuð den offenen Fragen nach Lösungen zu suchen.

Besuch in der Gärtnerei (v. l.): ZGV-Präsident Jürgen Mertz, Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, Norbert und Christa Hammer. Foto: privat

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