SC Bad Bodendorf trat beim SV Oberzissen an
Auswärtssieg beim Tabellenzweiten
Bad Bodendorf/Oberzissen. Nachdem man den mageren 0:0-Auftakt ins Fußballjahr 2014 nicht unbedingt als gelungen bezeichnen konnte, hatte die Bell-Truppe mit der heimstarken Spitzenmannschaft aus Oberzissen direkt einen dicken Brocken im Anschluss vor der Brust. Der Tabellenzweite aus dem Brohltal war nach der 2:1-Niederlage in Dernau bei der Premiere von Trainer Andreas Neumann durchaus gewillt, gegen Bad Bodendorf die ersten Punkte für 2014 einzufahren, musste aber personell auf einige Spieler verzichten. Auch die Gäste aus Bad Bodendorf hatten personellen Aderlass zu beklagen, nachdem Christian Richard, Sascha Schütter und Thomas Bieler verletzt ausfielen und Peter Seul auf einem Judo-Turnier weilte.
Unter schwierigen Bedingungen auf dem Oberzissener Hartplatz entwickelte sich von der ersten Minute an eine hart umkämpfte Partie mit zahlreichen „Eins gegen Eins“-Situationen, in denen sich nichts geschenkt wurde. Die Hausherren hatten zwar in puncto Ballbesitz vielleicht leichte Vorteile vorzuweisen, aber da die SCB-Akteure ihre Aufgaben hinsichtlich der Zuteilung sehr gewissenhaft erfüllten, blieben konstruktive Angriffsversuche des SVO zunächst nur Stückwerk und Keeper Nils Schöttler verlebte eine recht ruhige Anfangsphase. Außerdem schaffte es die Bad Bodendorfer Offensivabteilung in Verbindung mit dem Mittelfeld, den Spielaufbau der zu Hause noch verlustpunktfreien Gastgeber zu stören und diese zu langen Bällen zu zwingen, die jedoch souverän von der SCB-Defensive verteidigt wurden. Bei eigenem Ballbesitz kam zunächst auch nicht viel herum für die Spieler von der Ahr, bis Daniel Ley in der 13.Spielminute aus kurzer Distanz die bis dato beste Möglichkeit des Spiels vergab. Vorausgegangen war eine schöne Einzelleistung von Sturmtank David Langlitz, der den nachgerückten Mittelfeldakteur mit seiner Hereingabe fand.
Auf dem holprigen Geläuf gelang es Ley jedoch leider nicht, den Ball gefährlich aufs Tor zu bringen, und so fand er in Schlussmann Patrick Stein seinen Meister. Im Lauf des ersten Abschnitts kam der SCB immer besser in die Partie und verzeichnete ein Chancenplus. So scheiterte zunächst Andreas Knechtges mit seinem Kopfball im Anschluss an einen Freistoß an Stein, während ein Schuss von Driton Qyqalla wenig später nach Vorlage von Ley nur die Querlatte touchierte.
Die Hausherren schienen ein wenig erstaunt über das mutige Auftreten der Gäste zu sein, und aus dem Spiel heraus entstand wenig Zielführendes. Die meisten Angriffsversuche konnten von der konzentriert arbeitenden Bad Bodendorfer Hintermannschaft unschädlich gemacht werden, woraus aber auch einige Standards für den SV Oberzissen resultierten. In Bezug auf diese Standardsituationen muss man aber besonders den sicheren SCB-Libero Bastian Steffes hervorheben, der sich nahezu jede hohe Flanke „schnappte“ und so die mögliche Gefahr im Keim erstickte. Trotzdem blieben, bis auf die Bad Bodendorfer Möglichkeit in der Anfangsphase, hochkarätige Chancen Mangelware, da sich das Aufbauspiel beider Teams sehr zerfahren gestaltete und das Spielgerät häufig den Besitzer wechselte. Schiedsrichter Irhad Tresnjo bat in einer hart umkämpften Partie, die sich größtenteils im Mittelfeld abgespielt hatte, pünktlich zur Pause.
Die Gäste aus Bad Bodendorf kamen schwer in den zweiten Spielabschnitt und wirkten zunächst so, als hätten sie Teile ihrer Konzentration in der Kabine gelassen. In dieser Phase nach der Pause war der SVO das bessere Team und erkämpfte sich ein Übergewicht.
Nach Chancen von Vitali Lange, der sonst bei Florian Koll bestens betreut war, und Kevin Schütz hatte man bis circa zur 60. Spielminute das Gefühl, dass der SV Oberzissen seiner Rolle als Heimmacht und Spitzenteam gerecht werden würde und den SC Bad Bodendorf langsam in eine defensivere Rolle drücken könnte. Doch nach dieser von kleinen Nachlässigkeiten geprägten Phase besannen sich die SCB-Akteure wieder ihres Kampfgeists und der taktischen Disziplin, sodass ein kontinuierlicher Spielaufbau der Hausherren wieder stark eingeschränkt werden konnte und man es selbst wieder schaffte, Gefahr auszustrahlen.
Hauptsächlich bei eigenen Standardsituationen nutzte man die inzwischen defensiv wie offensiv vorhandenen Vorteile im Kopfballspiel aus und brachte das Tor von Patrick Stein in Bedrängnis. In der 71. Spielminute war es dann SCB-Libero Bastian Steffes, der seine Farben in Führung bringen konnte. Nach einer guten Ecke von David Langlitz war es diesmal kein wuchtiger Kopfstoß, der die Führung brachte. Aus kurzer Distanz wurde Steffes angeschossen, und der daraus resultierende Abpraller fand den Weg über die Linie zum 1:0 für den SC Bad Bodendorf.
In der Schlussphase verstärkten die Hausherren nochmals ihre Angriffsbemühungen, konnten die sichere Gäste-Defensive aber nicht zwingend in Bedrängnis bringen. In der 82. Spielminute hätte Andreas Knechtges um ein Haar auf 2:0 für den SC Bad Bodendorf erhöht. Nach einem Strohe-Freistoß wurde der Mittelfeldakteur der Blauen von der Ahr nicht eng genug markiert, schraubte sich hoch, scheiterte jedoch mit seinem Kopfball an der Latte und vertagte somit die Entscheidung. In den Schlussminuten verteidigte die Bell-Truppe auch weiterhin ganz abgeklärt gegen die Brohltaler Angriffe und konnte sogar teilweise über den unermüdlich rackernden David Langlitz sowie den eingewechselten Marc Füllmann für wertvolle Entlastung sorgen. Nach gespielten 93. Minuten pfiff Spielleiter Tresnjo die Partie ab, und der SC Bad Bodendorf konnte drei Punkte an die Ahr entführen.
Für den SC Bad Bodendorf waren im Einsatz: Nils Schöttler - Bastian Steffes, Florian Koll, Thomas Paul - Björn Fiege, Daniel Ley, Andreas Strohe, Andreas Knechtges, André Suckow (61. Paulo Carvalho) - David Langlitz, Driton Qyqalla (83. Marc Füllmann).
Vorschau
Am kommenden Sonntag um 14.30 Uhr gastiert ein Top-Team der B-Klasse im Ahrstadion. Mit dem Tabellendritten SV Kripp wartet erneut eine hohe Hürde auf die Bell-Truppe, die es zu überwinden gilt. Neben einer gut organisierten, homogenen Mannschaft verfügen die Kicker aus dem Remagener Stadtteil über Akteure, die durchaus den Unterschied ausmachen können. Außerdem wird man sich auf gefährliche Standards von Spielertrainer Oliver Küster einstellen können, der mit seinem Team unbedingt die Tuchfühlung zu den ersten zwei Plätzen halten möchte.
