Sinziger Mundartkreis
Eine besondere Adventsfeier
Sinzig. Die diesjährige Adventsfeier des Mundartkreises sollte einmal etwas Besonderes sein, so der Vorschlag von Gerd Schultes, dem Vorsitzenden des Mundartkreises. Deshalb wurde mit zwei Bussen eines Sinziger Busunternehmers nach Kasbach gefahren. Hier war zunächst der nostalgische Weihnachtsmarkt auf dem Gelände der „Alten Steffens-Brauerei“ von Interesse. Auf engem Raum waren auf einer Seite wenige Stände sachkundig ausgesucht und dekorativ nebeneinander aufgestellt. Auf der anderen Seite der Budengasse war das Gebäude der ehemaligen Brauerei mit Lichterketten und beleuchteten Tannenbäumen auch eine ansprechende Kulisse. Zusammen mit einem historischen Kinderkarussell aus dem Jahre 1938 und offenen Feuerstellen bot alles ein festliches Bild.
Erinnerungen an frühere Zeiten
Keiner ließ aber auch die Gelegenheit ungenutzt, in die am Platz stehende “Colonialwarenhandlung“ einzutreten. Dabei kamen bei vielen Erinnerungen an frühere Zeiten auf, als sie in Kindertagen noch im Tante-Emma-Laden einkaufen gingen. Hier waren Gegenstände zu sehen, die damals selbstverständlich zum Inventar eines solchen Geschäftes gehörten. Die Adventsfeier fand dann in der „Alten Kelterei“, einem der Gasträume der Brauereischänke statt. Hier war es die besondere die Art der Dekoration des Raumes die zunächst die Blicke der Besucher auf sich zog. An der Decke hingen quer durch den Raum die verschiedensten Gegenstände, beispielsweise alte Haushaltsgegenstände, sogar ein Fahrrad und über der Theke waren es Würste, die sicherlich den Appetit fördern sollten. Jetzt, zur Vorweihnachtszeit, kamen dann noch Geschenkpäckchen und bunte Kugeln hinzu. Dies allein schon war etwas Neues und Ungewohntes, das eine besondere Atmosphäre schuf. Zur weiteren Festtagsstimmung trug dann ein reichhaltiges Büfett bei. Höhepunkt des Abends war aber der Empfang des Heiligen Nikolaus, alias Hanspeter Jonen, der beim Abbrennen von Wunderkerzen und dem Singen des Nikolausliedes in den Raum einzog.
Viele guten Gaben mitgebracht
Mit seiner Feststellung, da es beim Mundartkreis nur Gutes zu berichten gebe, habe er seinen Knecht Ruprecht nicht mitgebracht, erwarb er sich sofort eine wohlwollende Sympathie. Über den Rhein mitgebracht hatte er jedoch viele gute Gaben. Nachdem er die vielfältigen Aktivitäten des Mundartkreises im vergangenen Jahr gelobt hatte, verteilte er diese Gaben an diejenigen in der Runde, die sich besonders für die Interessen der Gemeinschaft eingesetzt haben. Als Ermahnung gab der Heilige Nikolaus abschließend aber allen mit auf den Weg, auch in Zukunft weiterhin sich regelmäßig zu treffen und dabei die Sinziger Mundart zu pflegen. Neben dem Heiligen Nikolaus erschien aber noch ein allseits geschätztes Symbol von Weihnachten, ein geschmückter Weihnachtsbaum, alias Ellen Collombon.
Zeit, „ze schwaade“
Dieser Baum vermittelte, dass die Zeit als Weihnachtsbaum aus seiner Sicht nicht unbedingt eine Freude ist. Dies verdeutlichte er durch die Schilderung seiner Erlebnisse in der Zeit zwischen dem Schlagen des Baumes im Wald bis zu seiner lieblosen Entsorgung nach Weihnachten. Jetzt war noch genügend Zeit, um untereinander „ze schwaade“ und dabei auch Erlebnisse aus früheren Zeiten auszutauschen. Als Gerd Schultes dann zum Aufbruch mahnte, gab es für ihn nochmals reichen Beifall für einen gelungenen Abend, der in diesem Rahmen von allen als etwas Besonderes empfunden und genossen wurde.
Der Heilige Nikolaus, alias Hanspeter Jonen, zog beim Abbrennen von Wunderkerzen und Gesang in den Saal ein.
