Allgemeine Berichte | 28.04.2014

Vortrag von Hildegard Ginzler über die Marienverehrung im Kreis Ahrweiler

Ethnologin begab sich auf Streifzug

Der vielseitig aufgebaute und authentisch dargebotene Vortrag fand die volle Aufmerksamkeit bei den Zuhörern

Turmgespräch zur Marienverehrung: Vorsitzender Karl-Friedrich Amendt dankt Referentin Hildegard Ginzler. privat

Sinzig. Einen Streifzug durch den Kreis Ahrweiler unter dem Vorzeichen der Marienverehrung hatte Hildegard Ginzler, Ethnologin und Vorstandsmitglied im Verein zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig, beim jüngsten Turmgespräch im Schloss ihrer Zuhörerschaft angeboten - auch als Anregung, sich selbst einmal mit dem vielfältigen Thema zu befassen. Für die umfangreichen Recherchen für den Vortrag „Jungfrau, Mutter, Königin - Marienverehrung im Kreis Ahrweiler“ hatte sie sich dabei selbst auf mehrere Streifzüge begeben, um zwischen Remagen und Barweiler, Pützfeld, Waldorf oder Ahrweiler und Bad Breisig ein breites Spektrum von Zeugnissen ausfindig zu machen. Kapellen, Grotten, Madonnen, Säulen, Brunnen und Wandtafeln hatte sie dabei aufgespürt und zugeordnet.

Der Termin war wohl gesetzt wenige Tage vor Beginn des Marienmonates Mai.

Es ging Ginzler um die Historie und um Inhalte und Stätten der Marienverehrung, um die Grundtypen der Skulpturen und Gebäude und um die Marienbräuche. Marienverehrung ist im zweiten Jahrhundert nach Christus entstanden.

Vier Dogmen, festgelegt zwischen dem Jahr 431 und 1950, verstetigten den Glauben an das Wirken der Mutter Gottes, ihre Jungfräulichkeit, die unbefleckte Empfängnis und die leibliche (unverweste) Aufnahme Marias in den Himmel.

Was ist nun herausgekommen beim Streifzug durch den heutigen Kreis Ahrweiler? Zum Auftakt überraschte Ginzler mit modernen Bauten. Sie sind ein Beleg dafür, wie neue Zeugnisse der Frömmigkeit untergegangene ersetzen oder an derselben Stelle eine Tradition fortsetzen. So die 1989 bei Wirft in der Nähe eines untergegangenen Wallfahrtsortes errichtete Kapelle, eine Grotte in Esch nach dem Vorbild im französischen Lourdes und die 1987 eingeweihte Kapelle der Schwarzen Madonna in Remagen mit der von Adolf Wamper im Kriegsgefangenenlager auf den Rheinwiesen geschaffenen Madonna. Das weithin bekannte „Lourdeskapellchen“ gibt es in Bachem, Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler, eine weitere Lourdes-Grotte in Esch auf der Grafschaft, errichtet erst 2001. Die Kapelle „Maria Schutz und Fürbitte“ in Heimersheim stammt von 2004.

Die Fülle der Darstellungen Marias in Orten des Kreises Ahrweiler hatte bei der Recherche auch die Referentin überrascht. So gibt es Maria in liebevoll-mütterlicher Beschreibung (zum Beispiel eine Madonna aus dem 19. Jahrhundert im Sinziger Museum), die thronende Muttergottes (St. Peter Sinzig, 14. Jahrhundert), die leidende Schmerzensmutter (St. Peter Sinzig, 14. Jahrhundert) oder die kämpferische Maria, deren Hilfe nach Beten des Rosenkranzes für den Erfolg der Türkenkriege angenommen wurde. Zu den ältesten Madonnen im Kreis Ahrweiler überhaupt zählt die thronende Maria in der Kirche von Unkelbach (1450).

Ginzler hatte einige Überraschungen in Wort und Bild parat. So die Bronzeskulptur „Das Tuch der Maria“ im Kurpark von Bad Breisig, erst vor zwei Jahren aufgestellt. Oder eine Marienstatue mit Kind am Haus Markstraße 3 in Ahrweiler aus der Barockzeit, zwei Marienbrunnen in Remagen oder der Maria gewidmete Kreuze und Bildstöcke. Einen persönlich geprägten Exkurs in die Marienbräuche unternahm Ginzler am Beispiel Heimersheims. Sie kennt sie aus eigenem Erleben, außerdem existiert hier eine 1889 erstellte Dokumentation.

So fand der vielseitig aufgebaute und authentisch dargebotene Vortrag stets volle Aufmerksamkeit, obwohl er eineinhalb Stunden in Anspruch nahm.

Das sagten auch die Dankesworte des Vorsitzenden Karl-Friedrich Amendt, durch seine Publikationen und Vorträge mit dem Thema ebenfalls vertraut: „Auch wer schon Einiges wusste, hat heute viel Neues erfahren.“

Die nächste Veranstaltung des Vereins und des Heimatmuseums Schloss Sinzig ist die Eröffnung der Ausstellung „Rhein Lyrische Landschaften in Zeichnung und Fotografie“ am Donnerstag, 15. Mai, um 19 Uhr im Schloss Sinzig.

Die leuchtendblaue Bronzeskulptur „Das Tuch der Maria“ wurde 2012 im Beisein des Künstlers Iskender Yediler im Bad Breisiger Kurpark eingeweiht.

Die leuchtendblaue Bronzeskulptur „Das Tuch der Maria“ wurde 2012 im Beisein des Künstlers Iskender Yediler im Bad Breisiger Kurpark eingeweiht.

Turmgespräch zur Marienverehrung: Vorsitzender Karl-Friedrich Amendt dankt Referentin Hildegard Ginzler. Fotos: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
150 Jahre Jubiläum
150 Jahre Zeitungsgeschichte
150 Jahre Zeitungstradition
Lossprechungsfeier Schreiner-Innung
150 Jahre Zeitungsgeschichte
150-jähriges Jubiläum Krupp Verlag
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.
1555

Linienbus-Unfall auf der K 44: Fahrer eines Motorrades tödlich verletzt

13.07.: Motorradfahrer stirbt in Mülheim-Kärlich

Mülheim-Kärlich. Am 13. Juli 2026 ereignete sich gegen 18:44 Uhr auf der K 44 in Mülheim-Kärlich ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein Motorradfahrer tödlich verletzt wurde.

Weiterlesen

(v. l. n. r.) Ute Remshagen, Jürgen Schick und Sonja Rump freuten sich über die tanzfreudigen Gäste.
518

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Trotz hochsommerlicher Temperaturen ließen sich die Besucherinnen und Besucher des Tanzcafés die gute Stimmung nicht nehmen und folgten der Einladung von Ingrid Neubusch, GemeindeschwesterPlus, Ute Remshagen vom Pflegestützpunkt und Marion Surrey, Leiterin vom Haus der Familie/Mehrgenerationenhaus.

Von Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e. V. aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

Symbolbild.
337

Ermittlungen nach Verpuffung: 39-Jähriger schwer verletzt

15.07.: Explosion in Einfamilienhaus

Rennerod. In den frühen Morgenstunden des 15. Juli 2025 ereignete sich um 01:40 Uhr eine Verpuffung in einem Einfamilienhaus in der Holzbachstraße in Rennerod. Dabei erlitt der 39-jährige Bewohner schwere Verletzungen. Eine Außenwand des Hauses wurde erheblich beschädigt, während zwei benachbarte Gebäude leichte Schäden davontrugen. Die Feuerwehr rückte aus, um den Vorfall zu bewältigen. Aufgrund der Ereignisse war es notwendig, die B54 für etwa eine Stunde zu sperren.

Weiterlesen