Allgemeine Berichte | 24.03.2014

Löhndorf: Die Kirche kehrt zurück ins Dorf

Festgottesdienst in Sankt Georg

400.000 Euro kostete die umfangreiche Sanierung

Die Sanierung der Pfarrkirche Sankt Georg ist beendet. RÜ

Löhndorf. Ein Dorf ohne Kirche im Mittelpunkt: Diesen Albtraum gab es in den vergangenen Jahren für die Löhndorfer. Im Vorzeigedorf mit seiner starken Gemeinschaft war die Pfarrkirche Sankt Georg als Dorfmittelpunkt über ein Jahr lang gesperrt. Nun sind die Sanierungsarbeiten, die mit rund 400.000 Euro zu Buche schlagen, beendet. Mit einem großen Festgottesdienst kam die Kirche, die in den Jahren 1829 bis 1833 erbaut wurde, am Sonntag, 23. März, um 14.30 Uhr zurück ins Dorf.

„Das Herz des Dorfes hat lange Zeit gefehlt“

„Das Herz des Dorfes hat lange Zeit gefehlt“, mit diesem Bild drückten nicht nur Ortsvorsteher Friedhelm Münch, sondern viele Löhndorfer den zeitweiligen Verlust aus. Denn die Pfarrkirche Sankt Georg war seit Jahrhunderten Dorfmittelpunkt. Selbst auf das Läuten ihrer Glocken mussten die Löhndorfer lange Zeit verzichten.

Zum Geschehen: Der Schock kam für die Löhndorfer völlig unverhofft am 27. Juli 2011. Die Kirche musste geschlossen werden. Fachtechnische Untersuchungen hatten ergeben, dass das Kirchendach einsturzgefährdet sei. Vom einen auf den anderen Tag gab es kein Glockengeläut mehr und Gottesdienste, Taufen und Hochzeiten mussten im Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ durchgeführt werden. Und für die katholische Kirchengemeinde mit ihren rund 1.000 Mitgliedern häuften sich die Schreckensnachrichten. Jahrelange Sanierungsarbeiten und mögliche Kosten von fast einer Million Euro sorgten in Löhndorf als Schreckgespenst für Unruhe.

Zumindest in Sachen Glockengeläut zeigten die Löhndorfer dabei Fantasie. Beim Martinsmarkt im November 2012 gab es die Glocken vom Band. Und Kopien der Tonkonserve sollen danach ja auch den Weg in zahlreiche Löhndorfer Haushalte gefunden haben.

Die Lage in Löhndorf entspannte sich nicht wirklich. Aber ein zweites Statikgutachten brachte etwas Beruhigung. Die Zeit für die Sanierung fand einen Rahmen und auch die Kosten kamen in einen „machbaren Bereich“.

„Tag fürs Kirchdach“

Für ihre Kirche legten sich die Löhndorfer auch bei den Spenden mächtig ins Zeug. Bei einem „Tag fürs Kirchdach“ kamen im Mai 2012 über 10.000 Euro zusammen. Zur Kirmes 2013 (Ende April) konnte die Kirche, nach Durchführung erster Sicherungsmaßnahmen, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Und an Ostern läuteten dann auch wieder die Glocken.

Am 15. April 2013 wurde die Dachsanierung seitens des Bistums Trier bewilligt, sodass die Arbeiten schnellstmöglich begonnen werden konnten. Im Mai wurde die Orgel eingepackt und der Zimmermann nahm seine Arbeit auf. Ende Juli wurde der schief stehende Dachreiter, bis auf wenige Zentimeter, wieder gerade aufgerichtet. Anfang August wurde die Kirche bis auf den Dachreiter eingerüstet und die Dachdecker begannen mit den Abbrucharbeiten. Die zu bearbeitende Dachfläche betrug 720 Quadratmetern. Im Bereich des Dachraumes wurden seitens des Zimmermanns statische Ertüchtigungsarbeiten ausgeführt. Anfang September begangen die Schieferarbeiten, Mitte September wurde das Turmgerüst aufgebaut. Nunmehr konnten der Abbruch des Schiefers im Bereich des Dachreiters, sowie weitere Sanierungsmaßnahmen der Dachreiterkonstruktion erfolgen. Ebenfalls wurden die Kirchenfenster im Außenbereich überarbeitet. Mitte Dezember waren die Zimmer- und Dachdeckerarbeiten soweit fortgeschritten, dass die Orgel wieder ausgepackt und in Betrieb genommen werden konnte. Anfang 2014 begann die Sanierung der Fassadenverfugung. Da sich die Verfugung an zahlreichen Stellen gelöst hatte, wurde sie entfernt und das Mauerwerk partiell neu verfugt. Im Februar wurde der Dachreiter weitestgehend fertiggestellt, sodass das sanierte Turmkreuz und der sanierte und nunmehr vergoldete Hahn wieder montiert werden konnten. Kurz darauf wurde das Turmgerüst entfernt und die Schieferarbeiten auf den Dachflächen gingen weiter. Die Dacharbeiten waren Anfang März beendet, im Anschluss wurde das Gerüst abgebaut.

Neuer Windfang

Des Weiteren wird im Bereich des Kirchenraumes ein neuer Windfang entstehen. Im Bereich der Sakristei wird eine neue Überdachung angebracht. Ebenfalls wird die Beleuchtung der Außenanlagen zwischen Pfarrheim und Kirche überarbeitet.

Kleine Randgeschichte: Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Sperrung rückten die ortsansässigen Firmen Holzbau Arno Schmickler und Metallbau Gebrüder Fuchs den Kirchturm wieder gerade. Mit einem Druck von 25 Tonnen wurde der Löhndorfer Kirchturm Ende Juli 2013 gerichtet. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hatte er sich nach Westen gesenkt und wurde in Richtung Osten am Turmfuß um bis zu 8 Zentimeter angehoben. Das machte in der Turmspitze ein Ausrichten von fast 60 Zentimetern aus.

Nach Angaben der Architekturbüros Dünker (Grafschaft), das den Löhndorfern bei der Planung der Sanierungsarbeiten engagiert zur Seite stand, werden sich die Gesamtkosten der Sanierung auf rund 400.000 Euro belaufen. Damit liegen die Kosten niedriger als befürchtet. Das Bistum Tier wird 60 Prozent also rund 240.000 Euro tragen. An den verbleibenden 140.000 Euro dürfte die kleine Löhndorfer Kirchengemeinde - bei aller Spendenfreudigkeit - noch schwer zutragen haben.

Die Löhndorfer müssen nicht länger auf ihren Dorfmittelpunkt verzichten.

Die Löhndorfer müssen nicht länger auf ihren Dorfmittelpunkt verzichten.

Die Sanierung der Pfarrkirche Sankt Georg ist beendet. Fotos:

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