Politik | 27.05.2013

Der Brückensteg ist gesperrt - ein Hort der Ruhe und Besinnung

Gedanken zum Brückensteg

Seit der Brückensteg gesperrt ist, haben wir Fußgänger wieder einen kleinen Hort der Ruhe und Besinnung gewonnen. Man kann ungestört zwischen der Ahr und dem Auenwald, auf dem Mittelpfad durch die Aue und dem Weg hinter dem Schwimmbad, ob mit oder ohne Hund, spazieren gehen. Viele Bürger und auch Besucher des Wohnmobilhafens nutzen und genießen dies. Derzeit besteht dort für Menschen, die sich noch Zeit für die Natur nehmen, Entspannung und Erholung pur. Den seltenen Eisvogel, die Wasseramsel, die Wildenten, den Bisam und die vielen Lebewesen beobachten, die an Ahr und im Auenwald leben, ein Buch auf einer der Bänke lesen und vieles mehr. All dies hört auf, wenn der Brückensteg instand gesetzt wird. Es ist eine Illusion zu glauben, dass man diesen bzw. den Weg dort hin für Fahrräder sperren kann. Der Versuch am Schwanenteich, mit der Bitte an die Fahrradfahrer auf dem kurzen Stück Weg die Räder zu schieben, ist ja auch kläglich gescheitert. Während auf den Autobahnen noch Verkehrsregeln zu beachten sind und auch kontrolliert werden, gilt dies auf den Fahrradwegen wohl nicht. „Wilder Westen Fahrradweg“. Allerdings herrscht nicht der Colt, sondern die Klingel und eine erstaunliche Aggressivität bei vielen Benutzern, obwohl es sich ja eigentlich um eine Freizeitbeschäftigung handeln sollte. Sioux-Medizinmann John Fire Lame Deer: „Lauscht in die Luft, man kann sie hören, fühlen, riechen, schmecken. Die Luft, die Lebewesen ist wie du, das alles mit seinem Atem erfüllt: den Geist, die Seele, Leben und Erneuerung“. Derzeit kann man dies auf dem kurzen Stück an der Ahr noch tun und die Seele baumeln lassen, ohne Gefahr zu laufen, von einem Fahrrad angefahren zu werden oder vom Weg springen zu müssen bzw. sich beschimpfen zu lassen.

Ich denke, wenn das THW dort eine Sprengübung veranstalten kann, lassen sich die noch vorhandenen Reste des Brückenstegs kostengünstig beseitigen.

Jürgen Kindgen, Bad-Bodendorf

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