Allgemeine Berichte | 28.03.2013, 14:00 Uhr

Lesung am 10. April in Sinzig

Gefangen in der Goldenen Meile

Autor Wolfgang Gückelhorn erforschte die Geschichte der Rheinwiesenlager

Gefangene weibliche Wehrmachtsangehörige im Sinziger Teil des Lagers. privat
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Sinzig. Von Mitte April bis Mitte Juli 1945 bestanden zwei große „Rheinwiesenlager“ für mehr als 300.000 deutsche Kriegsgefangene in der Goldenen Meile. Fast sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Zahl der Überlebenden täglich kleiner. Viele Soldaten der ehemaligen Wehrmacht haben nach der Kapitulation an der Westfront Hunger, Leid und Krankheiten in diesen berüchtigten Lagern erlebt und überlebt. Nicht wenige starben. In der Nachkriegszeit entstanden Legenden um diese Lager, die den Tatsachen nicht standhalten. So wurden die Ursachen für die Kriegsgefangenschaft außer Acht gelassen, oder beispielsweise die in keiner Weise zutreffende Zahl von einer Million Toten publiziert. Wolfgang Gückelhorn aus Bad Breisig und Kurt Kleemann aus Sinzig haben die Faktenlage sorgfältig aufgearbeitet und bewertet. Mit vielen bisher unveröffentlichten Dokumenten und Archivmaterialien wird dieses Massenschicksal von 1945 in einer neu erschienenen Buch-Dokumentation objektiv dargestellt. Zeitzeugenaussagen und Fotos zeigen eindrucksvoll sowohl die Leiden der Gefangenen als auch das Bemühen der Siegermächte, die erkannten Verpflegungsprobleme nachhaltig zu beheben.

Ein besonderes Augenmerk wird den Soldaten gewidmet, die in den Lagern ihr Leben verloren. Eindeutige Belege führen zu der Erkenntnis, dass es in den knapp vier Monaten des Rheinwiesenlagers Remagen-Sinzig-Niederbreisig kein Massensterben gegeben hat. Auf dem Ehrenfriedhof in Bodendorf sind alle 1084 im Lager und den Lagerlazaretten verstorbenen Soldaten begraben. Ihre Gräber mahnen: In jedem Krieg gibt es nur Verlierer und Opfer.

Am Freitag, 10. April, wird Wolfgang Gückelhorn im Bistro Barbarossa’s am Kirchplatz in Sinzig die Geschichte des Lagers vortragen und anschließend dem Publikum zur Verfügung stehen.

Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Deutsche Kriegsgefangene auf der B9 am ehemaligen Sinziger Freibad.

Deutsche Kriegsgefangene auf der B9 am ehemaligen Sinziger Freibad.

Gefangene weibliche Wehrmachtsangehörige im Sinziger Teil des Lagers. Fotos: privat

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