Politik | 08.06.2026, 10:49 Uhr

Grüne begrüssen Renaturierungsmaßnahme

Die Sinziger Grünen informieren sich in den Ahrauen am Christinensteg vor Ort
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Sinzig. Die derzeit laufenden Bauarbeiten im Bereich der B9 lassen erstmals das volle Ausmaß des geplanten Ahrkorridors in Sinzig erkennen. Die Sinziger Grünen begrüßen die Umsetzung dieses Vorhabens ausdrücklich und bewerten es als die bedeutendste Hochwasser- und Renaturierungsmaßnahme in der Geschichte der Stadt. Mit der deutlichen Erweiterung des Gewässerraums wird die Ahr künftig in der Lage sein, erheblich größere Wassermengen sicher abzuleiten. Die Planungen basieren auf umfangreichen fachlichen Untersuchungen und gelten als zentrale Konsequenz aus der Flutkatastrophe von 2021. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass nach Abschluss der Sicherungsarbeiten an der B9-Brücke die Umgestaltung nun sichtbar und zügig voranschreitet.

Über den Hochwasserschutz hinaus eröffnet das Projekt aus Sicht der Grünen erhebliche Chancen für Naturschutz und Klimaanpassung. Die geplante naturnahe Entwicklung der Auenflächen kann als „Schwammlandschaft“ wirken, die Hochwasserspitzen abpuffert und in Trockenphasen Wasser speichert. Gleichzeitig trägt eine vielfältig gestaltete Ufervegetation zur Abkühlung des Gewässers bei und schafft wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Die Grünen setzen sich dafür ein, die Renaturierung konsequent ökologisch auszurichten. Bestehende Gehölzstrukturen sollen, wo immer möglich, erhalten bleiben. Unvermeidbare Eingriffe sind durch hochwertige und funktional wirksame Ausgleichsmaßnahmen zu kompensieren. Dabei kommt der frühzeitigen und kontinuierlichen Einbindung von Fachwissen aus der Auen- und Feuchtgebietsökologie besondere Bedeutung zu.

Auch die geplante Wiederherstellung beziehungsweise Verlegung des Ahr-Radweges wird ausdrücklich begrüßt. Sie stärkt die nachhaltige Mobilität, verbessert die touristische Attraktivität und erhöht die Aufenthaltsqualität entlang der Ahr deutlich. Für die Sinziger Grünen steht fest: Der neue Ahrkorridor ist weit mehr als ein klassisches Hochwasserschutzprojekt. Er bietet die einmalige Chance, Sicherheit, Klimaanpassung und ökologischen Mehrwert miteinander zu verbinden und die Ahr langfristig wieder zu einem naturnahen Flusssystem zu entwickeln.

Gleichzeitig blicken die Grünen mit großer Aufmerksamkeit auf die verkehrlichen Auswirkungen der Bauphase. Mit dem voraussichtlich rund zweijährigen Wegfall des Christinenstegs entfällt eine zentrale und bislang sichere Verbindung für viele Schülerinnen und Schüler auf ihrem täglichen Schulweg. In der jüngsten Stadtratssitzung hat Ratsmitglied Ralf Urban (Bündnis 90/Die Grünen) auf die daraus resultierenden Risiken deutlich hingewiesen und betont: „Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen muss in dieser Übergangszeit oberste Priorität haben – insbesondere dann, wenn sie auf stark belastete Ausweichrouten wie die Brücke der Kölner Straße verwiesen werden.“ Durch das Fehlen des Christinenstegs wird ein erheblicher Teil des Fuß- und Radverkehrs auf diese Hauptverkehrsachse verlagert, was eine deutlich erhöhte Gefährdung für Schülerinnen und Schüler zur Folge hat. Auch der Elternbeirat einer Sinziger Schule hat frühzeitig auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Auf Initiative von Ralf Urban konnte erreicht werden, dass der Elternbeirat künftig aktiv in die Erarbeitung des temporären Verkehrskonzepts eingebunden wird. Die Grünen begrüßen diesen Schritt ausdrücklich und erwarten, dass die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler während der gesamten Bauphase konsequent als oberste Planungspriorität behandelt wird.

Pressemitteilung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Sinzig

Die Sinziger Grünen informieren sich in den Ahrauen am Christinensteg vor Ort Foto: Bündnis 90/Die Grünen Sinzig

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